St. Pauli gewinnt in Rostock

St. Paulis Fabio Morena hält den Ball vor Tobias Jänicke
Zum zwölften Mal in Folge konnte Hansa Rostock ein Montagsspiel nicht gewinnen. Die Mecklenburger unterlagen ihrem Erzrivalen FC St. Pauli mit 0:2. Tore von Mathias Lehmann und Deniz Naki besiegelten den Sieg der Hamburger, die sportal.de jedoch nicht restlos überzeugen konnten.
Andreas Zachhuber musste die Elf, die in Duisburg mit 1:3 verloren hatte, verletzungsbedingt umbauen. Für Dexter Langen, Mario Fillinger und Oliver Schröder kamen Kevin Schlitte, Fin Bartels und der junge Kevin Pannewitz in die Mannschaft. Zudem ersetzte Kai Bülow Orestes in der Innenverteidigung.
Holger Stanislawski wollte den möglichen fünften Auswärtssieg seiner Hamburger mit einer gegenüber dem 1:1 gegen Cottbus auf zwei Positionen veränderten Startelf erringen. Für den verletzten Charles Takyi und Deniz Naki kamen Rouwen Hennings und Max Kruse.
Die Jüngsten werden die Ersten sein
Vor 21.500 Zuschauern in der DKB-Arena hatten die Gäste schon nach drei Minuten die erste Riesenchance durch Carsten Rothenbach. Doch der Außenverteidiger war nach einem Freistoß von Hennings, der ihm von einem Rostocker direkt auf den Fuß geköpft worden war, überrascht und spitzelte den Ball aus kürzester Distanz direkt auf Alexander Walke.
Auf der Gegenseite dauerte es in einem verhaltenen Spiel bis zur elften Minute, ehe Mathias Hain eingreifen musste. Nach einem schönen Heber des erst 18-jährigen Pannewitz, der bisher in der Regionalligamannschaft der Mecklenburger eingesetzt worden war, kam Marcel Schied einen Schritt zu spät gegen den Hamburger Keeper.
Nach und nach erarbeitete sich Hansa ein leichtes Übergewicht und kam im Verlauf der ersten Spielhälfte zu weiteren Gelegenheiten, nachdem Florian Bruns zwischendurch noch mit einem harten, aber unplatzierten Schuss an Walke gescheitert war. Nach 28 Minuten bediente Bartels Schlitte auf dem rechten Flügel. Der Ex-Freiburger setzte sich gegen Florian Lechner durch und flankte scharf auf den kurzen Pfosten, wo Schied zwar schneller als Fabio Morena an den Ball kam, diesen aber nicht ganz aufs Tor drehen konnte.
Klassisches 0:0-Spiel endete 0:2
Unmittelbar darauf ging Tobias Jänicke über links in den St.Pauli-Strafraum und wurde durch ein ebenso mutiges wie präzises Tackling von Hennings gebremst. Die anschließende Ecke fand ihren Weg auf den Kopf von Schied, der - von Morena behindert - aus fünf Metern irgendwie den Ball über die Latte hob. Ein paar Zentimeter tiefer war der Schuss von Pannewitz angesetzt, den der Debütant nach 36 Minuten aus über 20 Metern an den Querbalken zirkelte.
In der zweiten Spielhälfte änderte sich nicht viel am doch recht durchschnittlichen Spielniveau der Begegnung. Anders als in manchen anderen Spielen dieser Saison sah St. Pauli nicht wie ein potenzieller Aufstiegskandidat aus. Vielleicht ist die Abhängigkeit der Hamburger von "Sir" Charles Takyi doch größer als man es sich eingestehen mag. Auch ohne ihren genialen Regisseur, der aufgrund muskulärer Probleme nicht einmal im Kader stand, kamen die Gäste aber sechs Minuten nach Wiederanpfiff zu einer guten Gelegenheit, als Marius Ebbers am langen Pfosten nur haarscharf an einem abgefälschten Schuss von Kruse vorbeirutschte.
Ansonsten zeigte sich Hansa zwar feldüberlegen, kam aber keineswegs zu zwingenden Torchancen. Der Eindruck, beiden Teams käme das torlose Unentschieden gar nicht so ungelegen, verfestigte sich bis zur 72. Minute, als es wieder einmal Pannewitz war, dem man offenbar nicht erzählt hatte, dass ein 0:0 akzeptabel wäre. Nach einer Flanke von Schlitte von der rechten Seite köpfte der jüngste Zweitligaspieler dieser Saison am langen Pfosten völlig frei stehend - aber über die Latte, womit er dann doch wieder das Unentschieden im Blick zu haben schien.
Fataler Freistoß
Diesen Ball hätte er eigentlich verwerten müssen, und die Fahrlässigkeit des Youngsters sollte sich rächen. Denn drei Minuten später foulte der schon verwarnte Bülow den eingewechselten Naki. Gelb-Rot gab es zwar nicht, aber den anschließenden Freistoß legte Fabian Boll auf Matthias Lehmann, und der nutzte die viel zu lässig aufgestellte Mauer, um den Ball aus 20 Metern mit rechts in den linken Winkel zu hämmern.
Damit nicht genug: In der 83. Minute konterte St. Pauli über links, der eingewechselte Timo Schultz flankte auf Ebbers, der den Ball ganz clever weiterleitete auf Naki, und der hatte keine Mühe, zum entscheidenden 2:0 zu vollstrecken.
Es war am Ende ein recht glücklicher Sieg für die Hamburger, die in der DKB-Arena nicht wie ein Aufsteiger agierten. Aber nun wieder auf Platz 3 stehend kann die Elf von Holger Stanislawski nach nun schon fünf Auswärtssiegen sehr zuversichtlich in das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf am kommenden Freitag gehen. Rostock spielt derweil in Aachen nicht nur gegen die Alemannia, sondern inzwischen auch wieder gegen den Abstieg - und das wieder am Montag...
Daniel Raecke