Real gewinnt in Unterzahl, Unglücksvogel Piquè

Kaka und der Ball: Eine Freundschaft fürs Leben
Trainer Manuel Pellegrini und seine Stars dürfen sich in Ruhe auf die schwere Champions League-Partie in Mailand vorbereiten. sportal.de sah eine Real-Elf, die trotz Unterzahl über 60 Minuten den Gegner aus der eigenen Stadt beherrschte. Eine böse Überraschung erlebte Barcelona in der Nachspielzeit.
Die Tore für den verdienten 2:0-Heimsieg über den FC Getafe erzielte der starke Gonzalo Higuain per Doppelschlag in der zweiten Hälfte. Real hat nun nur noch einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer Barcelona, da die Katelanen in der Nachspielzeit bei Osasuna durch ein Eigentor von Abwehrspieler Piquè den sicher geglaubten Auswärtssieg noch vergab. Die Partie endete 1:1.
Die Pokalblamage gegen den Drittligisten AC Alcorcon hatte natürlich auch personelle Konsequenzen im Kader von Real. Christoph Metzelder fand sich erneut da wieder, wo er bis auf das Pokalspiel die ganze Zeit ausharren musste, auf der Tribüne. Auch für Guti gab es kein Platz mehr. Er soll sich sich gegen Manuel Pellegrini kritisch geäußert haben. Der Chilene dementierte und behauptete nur, Guti wäre nicht fit und strich ihn aus dem Kader. Das gleiche Schicksal ereilte auch Royston Drenthe, der wie so viele Real-Stars gegen Alcorcon eine unterirdische Leistung abgeliefert hatte.
Getafe lief mit einer Spitze in Person von Roberto Soldado und einem kompakten Mittelfeld auf und wartete ab, wie die Real-Stars die Sache in Alcorcon vergessen machen wollten. Ballsicherheit und Tempo hochhalten war offensichtlich die Devise der Real-Spieler.
Doch es dauerte bis zur 10. Spielminute bis etwas Unterhaltsames auf dem Rasen passierte. Pepe versuchte es aus der Distanz, allerdings war sein Schuss zu ungenau und stellte so kein Problem für Gäste-Keeper Oscar Ustari. Eine Minute später hätte es in der anderen Spielhälfte auch einen Foulelfmeter geben können. Alvaro Arbeloa zog ein wenig zu lange an der Spielkleidung von Gegenspieler Pedro Leon, doch der Pfiff von Schiedsrichter Antonio Miguel Mateu Lahoz blieb stumm.
Unberechtigter Platzverweis
Nach der Auftaktviertelstunde bekam Real das Spiel besser unter Kontrolle und die ersten Kombinationen funktionierten. Marcelo hätte in der 15. Minute sein Team in Führung bringen müssen, doch sein Schuss aus gut 12 Metern war zu hoch angesetzt.
In der 27. Minute sah man dann den viel kritisierten Pellegrini erstmals am Rande der Coaching Zone. Und das zu Recht. Zwar hatte sein Abwehrspieler Raul Albiol Getafes Soldado gehalten und so kurz vor dem Strafraum zu Fall gebracht, aber die darauf folgende Rote Karte vom Schiedsrichter Lahosz war zu hart, denn von Notbremse konnte keine Rede sein.
Der Schiedsrichter war fortan im San Bernabeau der Buhmann. Nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Xabi Alonso, der sich wenige Minuten nach dem Platzverweis mit dem Unparteiischen verbal anlegte und dafür eine Gelbe Karte kassierte.
Wer jetzt glaubte, bei Real würde nach den Geschehnissen in der Woche und der Unterzahl die totale Verunsicherung auftreten, sah sich getäuscht. Mit dem Vertrauen auf ihre Klasse spielte die Heimelf gegen harmlose Gäste nach vorne. In dieser Phase hatte der Franzose Karim Benzema (35. + 38.) das 1:0 gleich zwei Mal auf den Fuß.
Argentinischer Doppelschlag
Kurz vor dem Halbzeitpfiff trug das andere Team aus Madrid dann endlich mal einen schnellen Konter vor und Real durfte sich wie so häufig in dieser Saison beim formstarken Iker Casillas bedanken, der einen Kopfball von Soldado aus 8 Metern reflexartig abwehren konnte.
Turbulent startete Durchgang zwei. Erst scheiterte Lassana Diarra an Ustari und den darauf folgenden Eckball hätte Benzema eigentlich ins Tor köpfen müssen. In der 53. Minute dann endlich die verdiente Führung für die dezimierten Hausherren. Bei der scharf geschlagenen Flanke von Marcelo verschätzte sich Mario und Gonzalo Higuain verwandelte eiskalt. Der Argentinier hatte dann drei Minuten Lust auf mehr, wurde vom Kollegen Benzema herrlich frei gespielt und schließt gekonnt zum 2:0 ab. Getafe wähnte sich zu diesem Zeitpunkt im falschen Film.
Erst eine Standardsituation in der 63. Minute ließ wieder ein wenig Hoffnung im Lager der Gäste aufkommen. Aber es war dann wie schon in der ersten Hälfte: Kopfball Saldado, Glanztat Casillas. Das Spiel wurde besser. Auch Dank der Darbietung von Hinguain. Nach einem langen Sprint knallte er den Ball an den Pfosten. Das wäre die Entscheidung gewesen. Aber es sollte auch so reichen. Zwar kam Getafe noch zu der ein oder anderen Torgelegenheit, doch ein sehr gut aufgelegter Casillas machte alle Chancen zunichte.
CA Osasuna - FC Barcelona
Gerade einmal eine halbe Minute war in der Nachspielzeit noch zu spielen, da passierte in Osasuna der für nicht mehr möglich gehaltene Ausgleich. Eine scharfe Hereingabe von Camunas lenkte Barcelonas Abwehrrecke Piquè ins eigene Tor. Das Spiel war auf dem Kopf gestellt.
Zumindest die zweite Hälfte waren die Katalanen das dominierende Team auf dem Spielfeld, versäumten aber das entscheidende zweite Tor zu erzielen. In der 73. Spielminute hatte der zuletzt starke Seydou Keita Barcelona verdient in Führung gebracht. Osasuna konnte zu diesem Zeitpunkt nicht an den guten Darbietungen aus der ersten Halbzeit anknüpfen. Dann kam der Auftritt von Piquè...