Henrich Bencik springt höher als Jakub Blaszczykowski
Nach dem Hamburger SV ist mit Borussia Dortmund ein weiterer Bundesligist Opfer des VfL Osnabrück geworden. Der Drittligist rang im Pokal-Achtelfinale den BVB in einem dramatischen Spiel mit 3:2 nieder.
Die Osnabrücker Fans im mit 16.130 ausverkauften Stadion an der Bremer Brücke bejubelten dank der Tore von Angelo Barletta (37./42. Minute) und Benjamin Siegert (69.) den dritten Streich im DFB-Pokal: Zuvor waren schon die Profis von Hansa Rostock und des HSV beim Zweitliga-Absteiger gescheitert. Die Treffer durch Nuri Sahin (55.) und Lucas Barrios (90.+6) reichten dem BVB nicht.
Die Dortmunder waren gewarnt. Doch vor allem seine Abwehrspieler hatten die mahnenden Wort von Trainer Jürgen Klopp nicht ausreichend ernst genommen. Wenig beschäftigt, schien die Abwehr zu schlafen, als es darauf ankam.
Traumtor von Barletta
Prompt kassierte der BVB schon bei der ersten Chance der Platzherren das erste Gegentor. Barletta stand nahezu ungestört im Strafraum und durfte mit einem herrlichen Fallrückzieher die Flanke von Benjamin Siegert ins Netz schießen. Die Fans der Gastgeber waren noch am Jubeln, als der Kapitän der Niedersachsen das nächste Mal - diesmal von Nelson Valdez - kaum gestört wurde und eine Ecke von Björn Lindemann per Kopf ins Netz beförderte.
Die Dortmunder hatten schon bis zu den Treffern der Gastgeber das Spiel dominiert und deutlich mehr Ballbesitz gehabt. Der Erstligist beherrschte das Geschehen, kam jedoch nur selten direkt vor das Tor und besaß in der ersten Hälfte keine hundertprozentige Torchance. Lange reichte die Dominanz nur bis zum Strafraum, vor allem unsaubere Pässe wie von Nelson Valdez und unnötige Dribblings wie von Mohammed Zidan verhinderten, dass der BVB für echte Gefahr sorgen konnte.
Barrios trifft nur den Pfosten
Die Dortmunder, die im Vergleich zum Bundesligaspiel gegen Leverkusen nur Tinga für Sven Bender neu in der Startelf hatten, zeigten eine spielerisch enttäuschende Leistung gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Außenseiter, erhöhten aber nach dem Wechsel immerhin den Druck. Die erste Chance der zweiten Halbzeit besaß zwar der VfL, als BVB-Keeper Roman Weidenfeller gegen Tobias Nickenig (49.) rettete, doch Sahin traf kurz danach nach einer Kopfball-Verlängerung von Lucas Barrios.
Die Dortmunder legten weiter an Tempo zu, besaßen eine große Möglichkeit durch Mittelstürmer Barrios (60.), der nur den Pfosten traf. Doch die Osnabrücker lauerten gegen den haushohen Favoriten auf Konter und trafen nach einem herrlich Gegenangriff durch Siegert, der den tollen Pass des eingewechselten Dennis Schmidt einschob. So wurde die VfL-Geduld ebenso belohnt wie der leidenschaftliche Einsatz.