Goldener Ball für Dominic Adiyiah

Dominic Adiyiah nimmt den Goldenen Schuh eentgegen
Mit Ghana triumphierte erstmals eine afrikanische Mannschaft bei einem U20-Turnier und laut des Trainers gehört seinen Spielern die Zukunft. Doch aufgrund vieler fehlender Spieler wurde von einer schwachen WM gesprochen. Dominic Adiyiah war dies egal, der Ghanaer bekam den Goldenen Ball und den Goldenen Schuh als Topscorer des Turniers zugesprochen.
Der afrikanische Fußball hat seine Ambitionen auf die Weltspitze eindrucksvoll untermauert. "Das war ein historischer Triumph, mit diesen Spielern wird in Zukunft zu rechnen sein", sagte Ghanas Trainer Sellas Tetteh nach dem Triumph seiner Auswahl bei der U20-Weltmeisterschaft in Ägypten.
Rote Karte ohne Folgen
Im Finale konnte sich Ghana in Kairo durch viel Leidenschaft und Einsatz nach 120 torlosen Minuten im Elfmeterschießen mit 4:3 gegen den Favoriten Brasilien durchsetzten. Damit hat erstmals eine afrikanische Mannschaft das Turnier in dieser Altersklasse gewonnen. Bereits 2007 hatte Nigeria bei der U17-WM triumphiert.
Brasilien enttäuschte hingegen nicht nur im Endspiel, in dem Ghana nach einer roten Karte gegen Daniel Addo von der 38. Minute an dezimiert agieren musste, auf ganzer Linie. Die Südamerikaner konnten während des gesamten Wettbewerbs nicht den von ihnen erwarteten Ballzauber fabrizieren und boten stattdessen vielfach langweiligen Standfußball.
Das Finale, in dem sich Brasilien über 120 Minuten nur eine große Torchance erarbeitete, war beispielhaft für die WM, die insgesamt auf einem niedrigen spielerischen Niveau ausgetragen wurde. "Ich habe schon Turniere mit einer höheren Spielqualität gesehen", meinte Trainer Horst Hrubesch, der mit der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Viertelfinale an Brasilien (1:2 n.V.) gescheitert war.
Blatter ohne Lösungsvorschlag
Mit 1,25 Millionen Zuschauern bei den 52 Turnierspielen meldete Ägypten einen Publikumsrekord bei der seit 1977 ausgetragenen U 20-WM. Der Ghanaer Dominic Adiyiah vom norwegischen Verein Fredrikstad FK wurde mit dem Goldenen Ball als bester Spieler der WM ausgezeichnet, doch wirklich herausragende Jungprofis fehlten in Ägypten. Weil es die FIFA versäumte, die WM in den internationalen Spielkalender aufzunehmen, bestand für die Clubs keine Abstellungspflicht.
Italien musste deshalb ohne seine Top-Talente Davide Santon und Mario Balotelli (beide Inter Mailand) auskommen, Spanien fehlte Bojan Krcic (FC Barcelona) und England Danny Welbeck (Manchester United) sowie Jack Wilshere (Arsenal London). Dem DFB wurden die Freistellungen für 25 Spieler verweigert. "Die FIFA hat ihr zweithöchstes Turnier in so einem Fiasko enden lassen. Die ganze Angelegenheit ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten", sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer.
Sammer hatte sich eine verbindliche Regelung durch FIFA-Präsident Joseph Blatter gewünscht, wurde aber enttäuscht. Mehr als ein allgemeiner Appell an die Vereine war von Blatter auch am Finaltag nicht zu hören. "Wir hatten erwartet, dass die Spieler von ihren Vereinen die Möglichkeit an der WM-Teilnahme erhalten. Es ist besser, eine WM zu spielen, als für den Club auf der Bank zu sitzen", sagte Blatter. Eine verpflichtende Lösung für künftige Junioren-Turniere konnte er nicht präsentieren.