Fassungslos und enttäuscht lagen die Italiener auf dem Rasen
Fünf Tore, vier Rote Karten und ein Sieg nach Verlängerung - das denkwürdige Viertelfinale bei der U 20-WM zwischen Ungarn und Italien im Mubarak-Stadion in Suez riss die Zuschauer von den Sitzen und stürzte die Beteiligten in ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende durften die Ungarn nach einem 3:2 n. V. über den Einzug in das Halbfinale jubeln.
Die Magyaren gingen bereits nach gut 60 Sekunden durch einen verwandelten Foulelfmeter von Kapitän Vladimir Koman in Führung. Matteo Gentili hatte zuvor Krisztian Nemeth im Sechzehner gelegt. Italien brauchte einige Zeit, um sich von diesem Schock zu erholen, doch mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Azzurrini das Kommando.
Antonio Mazzotta scheiterte mit einem Kopfball nur knapp (22.), kurz vor der Pause lag der Ausgleich ebenfalls in der Luft, doch Ungarns Keeper Peter Gulacsi hielt seinen Kasten bei drei Gelegenheiten mit Glück und Geschick sauber. Ungarn zog sich weitestgehend zurück und verlegte sich aufs Kontern, blieb dabei aber stets gefährlich.
Turbulente Schlussphase
Auch nach der Pause agierten die Italiener überlegen, hatten jedoch Mühe, sich klare Chancen zu erarbeiten. Eine Gelb-Rote Karte für Gentili in der 71. Minute läutete dann das fulminante Finale dieser Partie ein. Zunächst erzielte Verteidiger Mazzotta in der 82. Minute den verdienten Ausgleich für Italien.
Nur zwei Minuten später flog mit Francesco Bini nach einem brutalen Foul der nächste Italiener mit einer Roten Karte vom Platz. Das Spiel geriet aus den Fugen und beide Trainer wurden vom Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt. Zudem sah der Ungar Adrian Szekeres nach einem vermeintlichen Ellenbogenschlag ebenfalls Rot.
Sieben italienische Feldspieler gehen k.o.
Gespielt wurde dann auch noch und zwar in der Verlängerung - Italien zunächst mit acht Feldspielern, Ungarn mit neun. Obwohl in Unterzahl drückten die Azzurrini auf den Siegtreffer, doch der Ball wollte trotz guter Gelegenheiten nicht ins Tor. Wie man es macht, zeigten dafür die Ungarn, die in Person von Nemeth in der 112. Minute einen Konter zum vermeintlich vorentscheidenden 2:1 abschlossen.
Doch die Italiener bewiesen abermals Moral und schlugen im Gegenzug zurück. Giacomo Bonaventura tanzte Ungarns komplette Abwehr aus und traf zum 2:2. Die Freude währte nicht lange, denn wenige Augenblicke später war es Zeit für den nächsten Platzverweis.
Italiens Michelangelo Albertazzi holte sich die Gelb-Rote Karte ab. Sieben italienische Feldspieler mussten also fünf Minuten bis zum Elfmeterschießen überstehen. Es sollte nicht sein. Nach herrlichem Zuspiel war es wieder Nemeth, der kurz vor Schluss den 3:2-Siegtreffer für Ungarn erzielte.
Ghana mit viel Mühe
Mit dem gleichen Resultat hatte Ghana im ersten Viertelfinale Südkorea aus dem Turnier geworfen. Dominic Adiyiah (8.) und Ransford Osei (28.) hatten die favorisierten Afrikaner früh in Führung geschossen, doch Park Hee Seong sorgte mit seinem Anschlusstreffer in der 34. Minute wieder für Spannung.
Auch nach dem 3:1 durch den zweiten Treffer von Adiyiah (78.) konnte sich Ghana nicht zurücklehnen, da der eingewechselte Kim Dong Sub (82.) postwendend für den abermaligen Anschlusstreffer sorgte. Zum Ausgleich reichte es für Südkorea aber nicht mehr.