Tribünenplatz für Horst Hrubesch

Horst Hrubesch platzte der Kragen
Die heftige Kritik an den Schiedsrichtern während des Vorrundenspiels gegen Südkorea ist Horst Hrubesch zum Verhängnis geworden. Die FIFA sperrte den Trainer der deutschen U 20-Auswahl für ein Spiel. Somit darf Hrubesch das zweite Gruppenspiel gegen Kamerun nur von der Tribüne aus verfolgen.
Für Hrubesch wird Co-Trainer Thomas Nörenberg das Team von der Seitenlinie aus betreuen. Der DFB kritisierte das Urteil.
Kritik vom DFB
"Horst Hrubesch hat aus unserer Sicht keine Unsportlichkeit begangen. Wir halten das Strafmaß für nicht angemessen, denn eine nachfolgende Sperre steht aus unserer Sicht in keinem Verhältnis zur Aktion unseres Trainers", sagte DFB-Vizepräsident und Delegationsleiter Rolf Hocke. Wegen Reklamierens war Hrubesch gegen Südkorea bereits in der 23. Spielminute vom kolumbianischen Schiedsrichter Oscar Ruiz auf die Tribüne geschickt worden.
Die Runde der besten 16 Teams hat die DFB-Auswahl bereits sicher erreicht, aber in Ismailia gegen Kamerun soll auch der Gruppensieg perfekt gemacht werden. "Ich bin davon überzeugt, dass unser Weg in Ägypten noch weiter geht", erklärte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer.
Mit Platz eins in der Gruppe C würden die DFB-Youngster nicht nur ein Zeichen ihrer Stärke setzen, sondern auch mehr Zeit zur Regeneration erhalten. Im Achtelfinale gegen einen Gruppen-Dritten müsste die Elf erst am 7. Oktober antreten. Scheitert das DFB-Team aber gegen Kamerun und rutscht auf Platz drei ab, müsste es schon am am 5. oder 6. Oktober ran. Nach den Ergebnissen in den anderen Gruppen reichen der Hrubesch-Elf die bisher gewonnenen vier Punkte aber in jedem Fall, um zumindest als einer vier besten Dritten der sechs Gruppen in die K.o.-Runde einzuziehen. Als Gruppen-Zweiter würde sie ihr Achtelfinale am 5. Oktober austragen.
Noch fehlt der Rhythmus
Nach dem souveränen 3:0 zum Auftakt über die USA machten sich beim 1:1 gegen Südkorea erstmals Defizite bemerkbar. "Wir haben gesehen, dass einige im Spielbetrieb sind und andere keinen richtigen Rhythmus in ihren Einsätzen haben", meinte Sammer. Wegen der verweigerten Abstellungen der Bundesligavereine muss der DFB in Ägypten auf 25 Jungprofis verzichten und mit einem Rumpfkader antreten.
Dennoch fordert Hrubesch eine Steigerung seiner Schützlinge. Gegen Südkorea fluchte der Coach derart aufgeregt an der Seitenlinie, dass er vom Schiedsrichter in der 22. Minute auf die Tribüne verwiesen wurde. "Ich erwarte mehr von meiner Mannschaft. Kamerun hat viel Substanz, das wird eine noch schwerere Aufgabe", mahnte Hrubesch.
Langsam geht es aufwärts
"Wir haben nach gutem Beginn etwas nachgelassen", befand Richard Sukuta-Pasu, dem in Suez die Führung (33.) für das DFB-Team gelungen war. Der erste Turniertreffer des Leverkusener Stürmers, der in Ägypten zu den Aktivposten gehört, soll ihm Rückenwind verleihen.
"Unser Spielverständnis wird mit jeder Trainingseinheit besser, wir wollen für eine Überraschung sorgen", sagte Sukuta-Pasu. Der in Wuppertal geborene Sohn kongolesischer Eltern wurde schon vor zwei Jahren bei der U-17-WM mit der DFB-Elf Dritter und will nun mehr.