U 20: Schwacher Auftritt gegen Südkorea

Horst Hrubesch musste frühzeitig auf die Tribüne
Mit dem 1:1 gegen Südkorea hat sich die deutsche U-20-Auswahl mit Hängen und Würgen für das Achtelfinale qualifiziert, schwerer wiegen für sportal.de aber die spielerischen Mängel der stark ersatzgeschwächten Truppe.
Ohne die zahlreichen nicht frei gestellten Leistungsträger fehlten der DFB-Elf gegen laufstarke Südkoreaner - anders als im Auftaktspiel - die Mittel, um den zweiten Sieg einzufahren. Deutschland bleibt mit vier Punkten aber vorerst Tabellenführer, Kamerun kann mit einem Erfolg gegen die USA aber vorbeiziehen. Richard Sukuta-Pasu brachte die Mannschaft von DFB-Trainer Horst Hrubesch in Front (33.), Min Woo Kim erzielte den verdienten Ausgleich (71.)
Hrubesch auf die Tribüne geschickt
Die Ausgangslage war klar: Nach dem 3:0-Auftakterfolg gegen die USA wollte die DFB-Elf mit dem zweiten Erfolg frühzeitig das Achtelfinale klarmachen. Hrubesch hatte sein Team deshalb auch nur auf einer Position verändert, für den Bremer Tobias Kempe rückte der Fürther Dani Schahin ins offensive Mittelfeld. Die Südkoreaner dagegen hatten das erste Match gegen Kamerun verloren und standen unter Zugzwang.
Dementsprechend offensiv begann Südkorea, das deutsche Team hatte große Probleme ins Spiel zu finden. Die Asiaten waren in der Anfangsphase sehr lauffreudig und zweikampfstark, Torwart Ron-Robert Zieler wurde aber nur selten geprüft. Die beste Chance hatte Hee Seong Park, sein Kopfball touchierte die Latte (9.).
Ohne Hrubesch, der bereits nach 20 Minuten von Schiedsrichter Oscar Ruiz wegen Meckerns auf die Tribüne verbannt wurde, hatte die deutsche Auswahl Schwierigkeiten, ordentliche Spielzüge aufzuziehen. Die einzige Sturmspitze Sukuta-Pasu hing in der Luft, auch weil es die offensiven Mittelfeldspieler Lewis Holtby (Schalke 04) und Mario Vrancic (RW Ahlen) zu selten schafften, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken.
Einzelleistung von Sukuta-Pasu
Wenn die Zuspiele fehlen, dann muss ein Stürmer es halt mal im Alleingang richten. Das dachte sich zumindest der Leverkusener Sukuta-Pasu, der aus dem Nichts zur Führung einschoss. Vrancic hatte auf die Sturmspitze gepasst, Sukuta-Pasu wuselte sich gegen gleich drei Gegenspieler durch und überwand Keeper Seung Gyu Kim mit einem Flachschuss ins lange Eck - ein guter Keeper hätte diesen Ball aber wohl gehalten (33.).
Die Südkoreaner zeigten sich ob dieser Effizienz beeindruckt, das Spiel kippte und Deutschland verdiente sich die Führung immer mehr in den letzten Minuten vor der Pause. Mit dem Halbzeitpfiff wäre dann auch fast der zweite Treffer gefallen, der Schuss von Vrancic strich aber knapp über die Latte.
Guter Start in die 2. Halbzeit
Auf der Tribüne hatte Hrubesch viel Zeit zum überlegen und entschied sich wegen der dürftigen Anfangsphase für gleich zwei Wechsel in der Pause. Semih Aydilek (Kayserispor) und Schahin blieben in der Kabine, dafür durften sich David Vrzogic (Borussia Dortmund) und Cihan Kaptan (Bursaspor) versuchen.
Mit der Führung im Rücken und den beiden neuen Spielern kam die DFB-Auswahl auch wesentlich agiler zurück. Björn Kopplin hatte die Chance zur Vorentscheidung, nach einer Ecke war der Bayernspieler aber zu überrascht und verpasste (47.).
Doch auch Südkorea hatte sich noch lange nicht aufgegeben, erneut Hee Seong Park hatte aus kurzer Distanz die Chance zum Ausgleich, Zieler (Manchester United) war aber zur Stelle (52.) - genauso wie beim Weitschuss von Ja Cheol Koo (56.).
Fehlerkette führt zum Ausgleich
Spätestens jetzt waren die Deutschen wieder bei ihrer Leistung aus der ersten Hälfte angekommen, nach vorne ging nur noch wenig und Südkorea machte das Spiel. Die Asiaten hätten den Ausgleich verdient gehabt, zunächst klärte Lars Bender gegen Hee Seong Park (66.) und nur eine Minute später ging Min Woo Kims Schuss ans Außennetz.
Folgerichtig fiel dann auch das 1:1, die deutsche Abwehr bettelte förmlich um den Ausgleich. Sebastian Jung und Bender hatten zwei Mal die Chance zu klären, trotzdem konnte sich Min Woo Kim durchsetzen, dessen Schuss kullerte am verdutzen und nicht ganz chancenlosen Zieler vorbei ins Netz (71.).
Die DFB-Elf hätte nun den Schalter wieder auf Offensive umlegen müssen, doch dieses Vorhaben misslang und so spielten weiter nur die Südkoreaner. Erst in der Schlussphase gab es nochmals die Möglichkeit zum Siegtreffer, aber Sukuta-Pasu und Holtby (81.) sowie Jungwirth (86.) vergaben.
Marcus Krämer