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FUSSBALL | WM 2010
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Deutschland schlägt Südafrika
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Die deutsche Jubeltraube nach dem 1:0

Zum ersten Mal stand Mesut Özil in der Startformation der deutschen Nationalmannschaft. Der Bremer war in Leverkusen der Mann des Spiels beim 2:0 gegen Südafrika und an beiden Toren beteiligt. So sollte die Zukunft der deutschen Nationalelf aussehen, wie sportal.de findet.

Mario Gomez vor der Pause und Özil nach der Pause trafen zum verdienten Sieg für die deutsche Mannschaft, die gegen Südafrika dennoch nicht restlos demonstrieren konnte, dass sie für das Schicksalsspiel von Moskau im Oktober gerüstet ist.

Joachim Löw hatte die deutsche Startelf gegenüber dem knappen Sieg in Aserbaidschan vor dreieinhalb Wochen auf fünf Positionen verändert. René Adler stand vor eigenem Publikum für Robert Enke im Tor, Arne Friedrich ersetzte Per Mertesacker in der Innenverteidigung. Mit Simon Rolfes rückte für Thomas Hitzlsperger ein weiterer Leverkusener in die Mannschaft, und in der Offensive kamen die Bremer Techniker Mesut Özil und Marko Marin für Piotr Trochowski und Miroslav Klose zum Einsatz.

Fast immer im Westen

Joel Santana brachte den Bielefelder Ersatzkeeper Rowen Fernandez für den verletzten Itumeleng Khune ins Tor, in der Innenverteidigung ersetzte Morgan Gould MacBeth Sibaya, im Mittelfeld spielten Benson Mhlongo und Bevan Fransman für Siphiwe Tshabalala und Teko Modise. Im Angriff schließlich lief an Stelle von Mattew Booth Katlego Mphela auf, der im Confederations Cup zwei Tore gegen Spanien erzielt hatte. Der brasilianische Coach möchte gerne seine Elf einspielen und nicht so viel rotieren, aber einige Verletzungen machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Zum ersten Mal gastierte die DFB-Elf in der neuen BayArena, aber das Bundesland Nordrhein-Westfalen darf sich fast schon als heimliche Heimstätte der Nationalelf fühlen, war das Match gegen Südafrika doch das vierte Heimspiel innerhalb von  elf Monaten im Westen. 30.000 Fans ließen sich die erneute Chance nicht nehmen, den Vizeeuropameister live zu sehen.

Nachdem ihre Tränen ob der rührenden Verabschiedung Bernd Schneiders vor dem Anpfiff getrocknet waren, sahen sie ein munteres Spiel, das zumindest streckenweise etwas besser anzusehen war als die unschöne Veranstaltung in Baku. Die erste gute Chance der Adlerträger ließ keine zehn Minuten auf sich warten, und sie wurde von Özil eingeleitet. Der perfekte Steilpass des Bremers fand Mario Gomez, der aus spitzem Winkel von rechts volles Risiko ging und dafür mit einem Schuss auf die Tribüne bestraft wurde.

Rowen Fernandez endlich wieder auf dem Rasen

Die nächste Aufregung verursachte Gästekeeper Fernandez, dem es an Spielpraxis fehlt, was er mit einer waghalsigen Flugeinlage unter einer Ecke hindurch zu belegen suchte. Zu seinem Glück konnte Deutschland diesen Patzer nicht in ein Tor umsetzen. Einmal warm geworden, zeigte sich Fernandez dann aber von seiner besseren Seite und entschärfte einen Özil-Freistoß mit einer souveränen Flugeinlage.

Als das Spiel gerade ein wenig einzuschlafen drohte, erzielte der als einziger Stürmer aufgebotene Gomez dann den Führungstreffer. Wieder ging der Angriff von Özil aus, der ein Anspiel von Rolfes schön nach links auf Michael Ballack ablegte. Der Kapitän gab den Ball in die Mitte auf Gomez, der aus leicht abseitsverdächtiger Position aus zehn Metern einschob.

Im direkten Gegenzug hätte dann aber schon der Ausgleich fallen können, als Arne Friedrich einen Freistoß von Steven  Pienaar unglücklich aufs eigene Tor verlängerte. Adler lenkte den Ball mit einer Glanzparade um den Pfosten.

Alles über Özil

Zur zweiten Halbzeit kamen Lukas Podolski, Miroslav Klose und Heiko Westermann für Gomez, Serdar Tasci und Marin ins Spiel. Auch nach dem Wechsel liefen die meisten sehenswerten Aktionen der DFB-Elf über Özil. Der Bremer flankte von rechts in den Strafraum, Podolskis Trick, sich um 180 Grad zu drehen, scheiterte aber am zumindest in dieser Szene aufmerksamen Gould. Zuvor hatte Fernandez einen Özil-Schuss nach vorne abgeklatscht, Klose war jedoch zu überrascht, um abzustauben.

Nach 65 Minuten gab es die nächste große deutsche Chance, als Ballack an den Innenpfosten köpfte, und Fernandez den Ball ebenso glücklich wie verdutzt unter sich begraben konnte. Wie nach dem 1:0 fühlten sich die Südafrikaner auch jetzt zu einer eigenen Chance inspiriert und konterten schnell über Tsepo Masilela, den eingewechselten Mabhuti Khenyeza und Pienaar, dessen Nachschuss nach einem von Adler abgewehrten Ball aber statt des Tors den am Boden liegenden Khenyeza traf.

In der 77. Minute machte der Man of the Match Özil dann alles klar, als er nach einer Kombination über Bastian Schweinsteiger und Klose vollstreckte. Danach wurde noch etwas gewechselt, kurzfristige Sorgen um eine vermeintliche Knöchelverletzung Ballacks zerstreuten sich schnell nach Abpfiff.

So waren am Ende alle zufrieden, außer vielleicht den Schalker Verantwortlichen, die Mesut Özil einst nach Bremen ziehen ließen, weil seine Vertragsvorstellungen ihnen nicht passten.

Daniel Raecke

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