Jeder Weltrekord findet einmal ein Ende - so auch der der spanischen Nationalmannschaft von 15 Siegen und 35 Partien ohne Niederlage in Serie. Im Halbfinale des Confederations Cups musste der Europameister eine bittere 0:2 (0:1)-Niederlage gegen die USA hinnehmen, die dem großen Favoriten nicht nur den Torwart-Helden Tim Howard entgegenzusetzen hatte, wie sportal.de beobachten konnte.
Von Anfang an sollte der vermeintliche, glänzend von Trainer Bob Bradley eingestellte, Underdog zu seinen Chancen kommen. Doch die Spanier konnten sich bei Torwart Iker Casillas, der Landon Donovan stoppen konnte (5. Minute), Charlie Davies' fehlendem Zielwasser bei seinem Fallrückzieher und beim Kopfball (7./8.) sowie Clint Dempseys Fehlschuss (8.) bedanken, dass die ersten Versuche ohne Ergebnis blieben.
Nach den ersten zehn Minuten nahm der Europameister mehr und mehr das Heft in die Hand, doch zwingende Chancen sollten für die Spanier - unter anderem mit einem äußerst quirligen Torres - noch nicht entstehen. Die größeren Möglichkeiten konnten immer noch die US-Boys verzeichnen.
Ausgerechnet ein "Spanier"
So auch in der 27. Minute, nachdem sich Carlos Bocanegra und Dempsey das Spielgerät ungestört zuschieben konnten und Dempsey ausgerechnet den Spanien-Legionär Jozy Altidore fand. Altidore schirmte zunächst Joan Capdevila kraftvoll ab, nahm von der Strafraumgrenze Maß und konnte jubeln. Zwar kam Casillas noch mit der rechten Hand an den Ball, musste den Gegentreffer jedoch trotzdem hinnehmen.
Auch der Rückstand focht die Spanier weiter nicht an, für mehr Druck zu sorgen, allerdings ließen die US-Boys mit viel Einsatz nicht mehr zu - zittern mussten sie dennoch, als Tim Howard in der 45. Minute einen Torres-Schuss mit dem Fuß abwehren konnte. Mit einer nicht unverdienten Führung ging es für die Mannschaft von Coach Bradley in die Kabine.
Nach der Pause bot sich den Zuschauern ein unverändertes Bild. Gute zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff sollte sich das Bild gewandelt haben: Während die Bradley-Schützlinge auf Entlastungsangriffe lauerten, prüften David Villa und seine Nebenleute in erster Linie Howard, der ein ums andere Mal für seine Vorderleute ausbügeln musste. Howards Tor glich nach einer Stunde demnach auch mehr einer belagerten Festung.
Konter oder Auftritte vor Casillas Tor blieben letztlich Mangelware, umso erstaunlicher, dass in der 75. Minute erneut die Amerikaner jubeln konnten. Donovans halbhohe Flanke von rechts fand durch Gerard Piques Beine und den leicht desorientierten Sergio Ramos' schließlich Dempsey, der aus fünf Metern zum 2:0 einschob.
Bradley muss gehen
Eine bittere Pille mussten die Amerikaner, die sich weiter gegen die Spanier erfolgreich mit Händen und Füßen zur Wehr setzten konnten, noch einmal in der 86. Minute hinnehmen, als Michael Bradley nach einem Foul an Xavi Alonso die Rote Karte sah - einen Gladbacher wird man im Finale vergeblich suchen.
Ebenso wie den Europameister, der einer taktisch klug agierenden US-Mannschaft schließlich unterlegen war und nun dem Spiel um Platz drei und einem taufrischen Rekord entgegenblicken kann.