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Champions League und Europa League nach den Reformen
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Der UEFA Pokal: gleiches Aussehen, neuer Inhalt

Der UEFA-Pokal heißt nun Europa League. Doch der Fakt der Veränderung ist nicht so einfach, wie bei der Umstellung von Raider auf Twix. Denn auch der Inhalt hat sich verändert, ebenso wie bei der Champions League. Dort beißen sich die Verantwortlichen des VfB Stuttgart kräftig in den Hosenboden, denn die Qualifikation für die Gruppenphase ist kein Ponyhof, wie sportal.de erklärt.

Beide Wettbewerbe haben ein neues Gesicht bekommen, das Image soll verbessert und das Profil geschärft werden. Dazu betonte UEFA-Präsident Michel Platini, dass er eine Evolution wolle und keine Revolution. Heißt im Klartext, dass die kleineren Verbände mehr in die Wettbewerbe eingebunden werden sollen. Eine Chancengleichheit wird und kann es ja nicht geben, doch eine Erhöhung der Chancen, ein wenig mehr aus den prallgefüllten Geldtöpfen zu bekommen, wird es für den symbolischen Mittelstand geben.

Am 26. Januar 2007 wurde der frühere französische Nationalspieler Platini zum Präsidenten der UEFA gewählt. Den Sieg gegen Lennart Johansson verdankte er im Besonderen den Stimmen der kleineren Fußballnationen. Ihnen hatte Platini mehr Einfluss zugesagt. Gesagt - getan: 2007 wurde dann die Reform beschlossen, die in der neuen Saison in Kraft tritt.

22 Mannschaften stehen nun direkt in der Gruppenphase

Primär ist es so, dass das Format gleich bleibt, also keine Revolution gestartet wird. Weiterhin werden 32 Mannschaften um Europas Krone streiten, die nach wie vor in acht Gruppen zu je vier Mannschaften zum Duell antreten werden, müssen und dürfen. Platz vier ist immer noch eine sehr schlechte Position, denn Chef-Schaffner Platini wird jenen Mannschaften das Europaticket nicht nur abstempeln, er wird es direkt konfiszieren. Platz drei bedeutet eine Abstufung des Reisekomforts, es geht in die neu gegründete Europa League - dort in die Runde der letzten 32 Mannschaften.

Die Verpackung ist also gleich geblieben, dafür ist der Inhalt mit einer neuen Mixtur besprüht und - je nach dem wie man es hält - verbessert oder verschlechtert worden. 22 Mannschaften sind schon im Vorfeld direkt für die Gruppenphase qualifiziert, darunter auch der Titelverteidiger. Das ist schon neu, denn noch im letzten Jahr waren es lediglich 16 Teams.

England, Spanien und Italien dürfen, als die drei stärksten Verbände laut der Fünfjahres-Wertung, drei Mannschaften zur CL entsenden. Die Verbände vier bis sechs - Deutschland, Frankreich und Russland - stellen je zwei Starter und noch einen Platz sicher haben die Verbände auf den Plätzen sieben bis zwölf. Macht 21 Mannschaften, da Barcelona als Titelträger in der Primera Division schon mit eingerechnet ist. Dafür rückt der Meister aus Belgien nach.

Champions- oder Platzierungsweg?

Nun kommt eine wirkliche Neuerung, denn es gibt für die übrigen Mannschaften zwei Wege, sich für die letzten zehn Plätze zu qualifizieren: den Champions Weg und den Platzierungsweg. Beim Champions Weg treffen tatsächlich nur die jeweiligen Landesmeister aufeinander, beim Platzierungsweg die dahinter gelandeten Teams.

Champions Weg: Die Meister der auf den Rängen 48 bis 53 liegenden Verbände spielen die ersten drei Mannschaften aus, die sich für die nächste Runde qualifizieren. Dort warten die jeweiligen Landesmeister der auf den Plätzen 16 bis 47 stehenden Verbände (mit Ausnahme von Liechtenstein).

Die 17 Teams, die sich hier im direkten Duell durchgesetzt haben, müssen nun noch zwei weitere Runden überstehen und treffen in der dritten Runde auf die Meister aus den Ländern, die in der Fünfjahreswertung auf den Plätzen 13 bis 15 liegen. Zehn Sieger gibt es und zehn Verlierer. Die Verlierer können ihre zweite Chance in der Playoff-Runde zur Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League nutzten, doch dazu später mehr.

Die zehn Sieger werden in der CL-Playoff-Runde in fünf Partien die fünf Glücklichen ausspielen, die es letztendlich in die Gruppe schaffen. Auch hier heißt es für die Verlierer, es geht in der Gruppenphase der Europa League weiter.

Da Barcelona schon als Meister qualifiziert ist, gibt es im Premierenjahr jedoch eine kleine Änderung beim Champions Weg. In der ersten Runde sind es nur vier anstatt sechs Teams, die sich für die zweite Runde qualifizieren, dort treffen sie dann auf einem Pool aus 32 Mannschaften, bei denen auch mit Luxemburg und den Färöer Inseln zwei Verbände dabei sind, die durch die direkte Qualifikation der Katalanen Runde eins kampflos überstanden haben. Hätte beispielsweise Schalke 04 die CL gewonnen, müssten die beiden Meister dieser Verbände in der ersten Qualifikationsrunde starten.

Damit ist klar, dass die kleineren Verbände hier schon fünf Startplätze sicher haben, ohne sich mit den ganz großen Nationen messen zu müssen. Die machen nämlich die anderen fünf Gruppentickets unter sich aus - im Platzierungsweg.

Platzierungsweg: Zwei Runden gilt es hier zu überstehen. In der ersten Phase trifft die drittplatzierte Mannschaft des Sechsten der Fünfjahreswertung auf die Vizemeister der Verbände auf den Positionen sieben bis 15. Die fünf Sieger müssen sich dann in der Playoff-Runde mit den Dritten der Verbände vier und fünf sowie den Vierten der ersten drei Verbände messen. Darunter ist dann auch der VfB Stuttgart.

Das bedeutet, dass in der ersten Qualirunde der FC Dynamo Moskau, FC Timişoara, Sporting CP, FC Twente Enschede, Celtic Glasgow, Sivasspor, Schachtjor Donezk, RSC Anderlecht, Panathinaikos Athen und Sparta Prag aufeinandertreffen. Die Verlierer dieser Runde finden sich in der Playoff-Runde der Europa League wieder. Die fünf Sieger treffen dann in der CL-Playoff-Runde auf den FC Arsenal, Atletico Madrid, AC Florenz, Olympique Lyon und den VfB Stuttgart.

Für Stuttgart bedeutet dies, dass es bei einem Sieg in die Gruppenphase der CL geht, bei einer Niederlage würde man sich ebenfalls in der Gruppe wiederfinden, allerdings in der Europa League.

Gesetzt ist übrigens der FC Bayern München. Durch den Einzug ins Viertelfinale 2008/09 haben die Bayern den Sprung auf Rang acht geschafft und werden als Gruppenkopf nicht auf den FC Barcelona, den AC Milan, den FC Sevilla und das englische Vierergestirn um Manchester United, den FC Liverpool, FC Arsenal (wenn sie sich qualifizieren) und den FC Chelsea treffen.

Schafft Arsenal die Quali nicht, würde Olympique Lyon den Platz im Topf eins einnehmen. Da aber auch die Franzosen noch durch die Qualifikation müssen, darf sich Inter Mailand als lachender Dritter eventuell freuen und wird beiden Mannschaften nicht unbedingt die Daumen drücken. Der deutsche Meister VfL Wolfsburg ist nur in Topf vier dabei, was aufgrund der mangelnden internationalen Reputation nicht verwunderlich ist. Der VfB Stuttgart ist knapp am Topf zwei gescheitert und wird aller Voraussicht nach eine schwere Gruppe bekommen - falls es mit der Qualifikation hinhaut.

Ändern wird sich auch die Häufigkeit der Spiele. Denn ab dem Achtelfinale werden die beiden Partien nicht innerhalb von zwei, sondern in vier Wochen ausgetragen. Möglichst viele Live-Partien sollen so angeboten werden können. Das Finale findet im Santiago-Bernabéu-Stadion in Madrid am 22. Mai 2010 statt.

Europa League statt UEFA-Cup

Soweit zur Königsklasse. Richtig Interessant wird es nur bei der sogenannten UEFA Europa League, dem ehemaligen UEFA Cup. Hier wurde ein wenig aufgestockt, nun sind es zwölf Gruppen mit jeweils vier Mannschaften - Die Fluggesellschaften werden sich bei Hin- und Rückspiel kräftig die Hände reiben, denn es geht quer durch Europa. Die beiden erstplatzierten Teams der jeweiligen Gruppen stehen dann in der Runde der letzten 32 - unterstützt von den acht Drittplatzierten aus den CL-Gruppen.

In der Saison 2008/09 waren es 40 Mannschaften, die in der Gruppenphase um das Weiterkommen spielten, nun sind es - auch durch die Abschaffung der UI-Cups - eben 48 Teams. Die Mannschaften, die in der Fünfjahreswertung weiter hinten liegen, erhielten so einen zusätzlichen Startplatz. Der Modus ist verändert worden, im letzten Jahr waren es acht Gruppen mit jeweils fünf Mannschaften - es gab kein Hin- und Rückspiel.

In der Gruppenphase gesetzt wäre natürlich der Titelverteidiger Shakhtar Donezk, doch die Ukrainer sind in der CL-Quali beschäftigt, also rückt der Tabellenfünfte Vorskla Poltava in die Qualifikation zur Europa League auf.

HSV startet in Runde drei

24 Mannschaften können sich also durch die Gruppenphase für die Runde der letzten 32 Mannschaften qualifizieren. Doch bis dahin ist es - für so manches Team - ein langer Weg. Bis zu vier Runden - auch für die Gewinner der Fair-Play-Wertung - müssen bis zu diesem Ziel überstanden werden. Die ersten beiden Runden sind aus deutscher Sicht noch recht uninteressant, erst ab Runde drei steigt der HSV in das Geschehen ein, danach - in der letzten Runde - wird es auch für die Hertha aus Berlin und Pokalsieger Werder Bremen interessant. Der VfB Stuttgart käme, wenn er in der Playoff-Runde für die CL scheitern würde, direkt in die Gruppenphase.

Während in der zweiten Runde kaum namenhafte Vereine aufeinander treffen, wird es für den HSV in Runde drei eventuell schon richtig kritisch. Doch der HSV liegt in der UEFA-Wertung auf Rang 21 und viele höher eingestuften Teams spielen in der Champions League. Ergo wird der erste Gegner wohl ein Kaliber a lá Young Boys Bern, IFK Göteborg oder Valerenga Oslo haben. Ansonsten warten der AS Rom, der FC Fulham oder auch der PSV Eindhoven auf die Mannschaften.

Eine Runde später, in der letzten Qualifikationsrunde - die Playoff-Runde-, wenn Werder und die Hertha ins Geschehen eingreifen, gehört auch eine Portion Glück zum Weiterkommen. Sicherlich sind auch Spiele gegen kleine Nationen nicht ohne Risiko, doch nun gesellen sich illustre Namen wie der FC Everton, Aston Villa, Lazio Rom, Benfica Lissabon, Ajax Amsterdam oder auch Zenit St. Petersburg zu den Außenseitern.

Der Gruppensieger ist gesetzt

Werder Bremen wird aller Voraussicht nach die Mannschaft sein, die den höchsten Koeffizienten hat. Auch die Hertha wird so gut wie sicher zu den gesetzten Teams gehören. Doch während Bremen und ebentuell auch der HSV - unter der Voraussetzung, dass die drei deutschen Mannschaften sich qualifizieren - sicher als möglicher Gruppenkopf gesetzt wäre, dürften die Berliner wahrscheinlich in Topf drei fallen. Analog zur Champions League gibt es auch vier Töpfe mit jeweils zwölf Mannschaften, aus denen sich die Gruppen dann bilden.

38 Mannschaften haben es nach der Qualifikationsodyssee nun geschafft und stehen sicher in der Gruppenphase. Die zehn Mannschaften, die nun noch fehlen, kommen aus der Playoff-Runde der Champions League - praktisch die Verlierer aus der letzten Runde des Champions- und Platzierungswegs, in der auch der VfB Stuttgart startet.

In der Gruppe lohnt sich eine gute Platzierung, denn nur die Gruppen-Ersten sowie die vier besten Dritten aus der CL sind gesetzt. Zum Abschluss sei noch gesagt, dass das Finale der Champions League im nächsten Jahr an einem Samstag stattfinden wird, die Europa League gibt sich am Mittwoch die Ehre - am 12. Mai 2010 zum Finale dann in Hamburg.

Gunnar Beuth

FUSSBALL | CHAMPIONS LEAGUE
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Mit einem 2:0 gegen den FC Bayern hat Inter die Champions League gewonnen. Zwei Tore von Diego Milito sorgten für Sieg.
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Borisov - Kopenhagen 0:0
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