In Regensburg gehen die Lichter aus. Das ist keine mittelmäßige Metapher, sondern die reine Wahrheit. Denn die REWAG hat Jahn Regensburg wegen mittlerweile über 300 Mahnungen seit 2005 den Strom abgestellt und damit für frostige Atmosphäre gesorgt. Denn auch die Duschen ließen nur kaltes Wasser aus dem Brausekopf fließen.
Die Spieler des Drittligisten mussten nach dem Training im Westbad duschen und dafür 100 Euro bezahlen. Die Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG hatte nicht nur im Sportpark, im Jahnstadion und auf der Geschäftsstelle den Strom abgestellt, sondern auch auf dem Trainingsgelände. "Irgendwann ist das Maß voll", sagte Unternehmenssprecher Ludwig Bergbauer. Nach Vereinsangaben ist das Drittligaspiel am Samstag gegen Wacker Burghausen wegen der Stromsperre akut gefährdet.
300 Mahnungen seit 2005
Seit mehreren Jahren komme Jahn regelmäßig seinen Zahlungen nicht fristgemäß und nur sehr schleppend nach, begründete die REWAG in einer Pressemitteilung ihre Maßnahme. Seit 2005 seien knapp 300 Mahnungen verschickt worden, 48 Mal sei eine Stromsperrung angekündigt worden. Mehrmals seien Zusagen gegenüber der REWAG und dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU), nicht eingehalten worden. Jahn sei auch nicht bereit gewesen, Sicherheitsleistungen zu geben. Die REWAG betonte, "dass ein Fußballverein, auch wenn es ein Traditionsverein ist, nicht mit anderem Maß gemessen werden kann als andere Kunden".
Beim SSV Jahn stieß die Auseinandersetzung mit der REWAG auf wenig Verständnis. Das städtische Unternehmen sorge dafür, dass ab sofort kein Spielbetrieb mehr möglich sei und damit auch die Partie gegen Burghausen in Gefahr sei, teilte der Verein mit. Das Energieunternehmen fordere eine Vorkasse in fünfstelliger Höhe, obwohl keine Rechnungen offen seien, erklärte Jahn-Präsident Franz Nerb in der Online-Ausgabe der "Mittelbayerischen Zeitung". Der Verein sei aber nicht gewillt, diese Forderung zu erfüllen.
Der SV Sandhausen hat sich durch einen 4:1-Sieg bei Wacker Burghausen die Tabellenführung erobert. Auch die anderen Favoriten wie Offenbach gaben sich zum Auftakt der Saison keine Blöße.