03.02.2009
Sonntagsspiele in Tagesthemen und Dritten

Die ARD berichtet erst in den Tagesthemen vom Sonntags-Fußball
Die ARD hat sich entschieden, in welcher Form an Sonntagen der kommenden Saison die Bundesliga im Free-TV zu sehen ist. Zunächst muss sich der Zuschauer mit den dritten Programmen begnügen, später wird es im Ersten dann eine Zusammenfassung in den Tagesthemen geben.
"Mit einer ausführlichen Berichterstattung über die Sonntagsspiele in den 'Tagesthemen' werden wir die Fußball-Fans auch im Ersten bestens informieren", kündigte ARD-Programmdirektor Volker Herres in Stuttgart an. Für die gewöhnlich um 22.45 Uhr beginnende große Nachrichtensendung der ARD werde ein Bundesliga-Block geplant. Damit behält Polit-Talkerin Anne Will ihren angestammten Sendeplatz vor den Tagesthemen.
Von 21.45 Uhr an dürfen die Dritten Bilder und Analysen liefern. In welchem Umfang die dritten Programme berichten, liege nun in den Händen der Landesrundfunkanstalten, teilte der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust in Stuttgart mit. Es werde keine zentrale Sendung geben, die von allen übernommen werde. Der Bundesliga-Fußball sei sicher "eine Bereicherung für die bestehenden Sport-Sendungen" der Programme.
Ob es zu einer flächendeckenden Berichterstattung kommt, ist somit aber weiter ungewiss. Sender mit vielen Bundesligisten wie WDR oder NDR werden von dem Senderecht sicherlich Gebrauch machen, beim BR oder MDR ist dies dagegen nicht gesichert, da in den Sonntagsspielen nur selten Partien mit lokalem Bezug laufen werden.
Das ist sonst noch neu
Zu den weiteren Neuerungen des ab der kommenden Saison für vier Jahre gültigen TV-Vertrages zählt die Regelung, dass eine Erstliga-Partie am Samstag ab 18.30 Uhr angepfiffen und vom Pay TV-Sender Premiere übertragen wird. Dadurch zeigt die ARD am Samstag in der Zusammenfassung fünf, statt wie derzeit noch sechs Spiele. Die beiden Begegnungen am Sonntag werden um 15.30 und um 17.30 Uhr zunächst bei Premiere live gezeigt. Bisher finden die Partien parallel um 17.00 Uhr statt. Die Zusammenfassungen der 2. Bundesliga werden am Freitag und Sonntag ebenso wie das Montagsspiel im DSF übertragen.
Die TV-Rechte bis 2013 waren durch die Deutsche Fußball Liga im November vergangenen Jahres vergeben worden. Die Vereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga erhalten von der Saison 2009/2010 an durchschnittlich 412 Millionen Euro pro Jahr. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 1,65 Milliarden Euro. Bisher erhielten die Proficlubs nach DFL-Angaben durchschnittlich rund 405 Millionen Euro pro Spielzeit. Die Pay-TV-Rechte bleiben bei Premiere. Der Preis bewegt sich nach Angaben des Senders zwischen rund 225 Millionen Euro für die Saison 2009/2010 bis zu etwa 275 Millionen Euro für die Saison 2012/2013.