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29.08.2007 Dinamo oder Hajduk![]() Die neue Generation: Luka Modric Werder Bremen spielt heute gegen Dinamo Zagreb um den Einzug in die Champions League. Für uns ein Grund, sich die Entwicklung des kroatischen Fußballs nach dem blutigen Bürgerkrieg auf dem Balkan mal genauer anzuschauen. Nach der Unabhängigkeit von Jugoslawien entstand 1991 die erste kroatische Fußball-Liga (HNL - Hrvatska Nogometna Liga). Eine Liga, die von Anfang an von Langeweile geprägt war. Zwei Mannschaften spielen seit den letzten 15 Jahren die Meisterschaft unter sich aus. 9mal war Dinamo Zagreb (zwischenzeitlich Croatia Zagreb) erfolgreich und 6mal ging die Trophäe an den großen Erzrivalen Hadjuk Split. Nur ein einziges Mal konnte der kleine Stadtrivale NK Zagreb den Titel erringen (2002). Der fehlende Konkurrenzkampf und damit auch die fehlende Spannung in Kroatien hat viele Gründe. Zuerst mangelt es an Zuschauern. Keine vollen Stadien, keine Einnahmen. Eine einfache Rechnung. Die Dominanz von Hadjuk und Dinamo lässt keinen gesunden Konkurrenzkampf zu. Kroatische Talente sind gefragt Zudem verlassen die Talente schon früh das Land. Europäische Topclubs wissen es schon längst, dass es in Kroatien Spieler gibt, die trotz des nicht zu hohen Niveaus im eigenen Lande über ein hohes Grundpotential verfügen. Dennoch - die Zeiten, als die Balkan-Künstler von kroatischer Herkunft in den europäischen Topligen die Zuschauer mit technisch versiertem Fußball verzauberten, sind vorbei. Die goldene Generation um Zvonimir Boban, Robert Prosinecki, Davor Suker oder auch Alen Boksic zogen zu ihrer aktiven Zeit von einem Spitzenclub zum anderen und kassierten dabei teilweise fürstliche Gehälter. Ein Dario Simic wird aktuell beim AC Mailand zwar auch kein kleines Geld verdienen, sportlich gesehen befindet sich der Verteidiger aber eher in der zweiten Reihe. Oder besser auf der Ersatzbank. Dado Prso, zuletzt in den Diensten der Glasgow Rangers, hat seine Karriere wegen anhaltender Knieprobleme mittlerweile an den viel zitierten Nagel gehängt. Bundesliga-Legionäre in der Überzahl In der Bundesliga sind die Kroaten aber immer noch gefragt. Beim letzten, politisch brisanten Länderspiel gegen Bosnien-Herzegowina bot Nationaltrainer Slaven Bilic gleich sechs Spieler aus der deutschen Elite-Liga auf. Unter ihnen war auch der Schalker Ivan Rakitic, der erstmals für sein Land berufen wurde. In der Qualifikation zur EURO 2008 befindet sich Kroatien auf einem guten Weg. Punktgleich mit Israel führen sie die Gruppe E an. Eine junge offensiv eingestellte Mannschaft um Niko Kranjcar (Portsmouth), Luka Modric (Dinamo Zagreb), Mladen Petric (Dortmund) oder den eingebürgerten Brasilianer Eduardo (Arsenal) lassen für das Turnier in der Schweiz und Österreich hoffen. Denn der letzte große Erfolg auf internationaler Bühne liegt schon weit zurück. Nach der Aufnahme in die FIFA 1992 schied man trotz guter Qualität in den eigenen Reihen bei Europa - oder Weltmeisterschaften zu oft bereits in der Vorrunde aus. Die WM 1998 in Frankreich steht für den bislang größten Erfolg auf internationaler Bühne. Gegen Frankreich schied man erst im Halbfinale aus, gewann dann aber das Spiel um den dritten Platz gegen die Niederlande. Sprungbrett Champions League Ist die Nationalmannschaft noch für die ein oder andere Überraschung gut, fiel der Erfolg der kroatischen Clubs bei den UEFA-Wettbewerben in der Vergangenheit eher bescheiden aus. Hajduk droht aktuell nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Sampdoria Genua in der zweiten UEFA Cup-Qualifikationsrunde das Aus. Bleibt also nur noch Dinamo. Der Club aus der Hauptstadt ist in Kroatien sowas wie Bayern München, behauptet zumindest Dinamo-Keeper und Ex-Duisburger Georg Koch. Für kroatische Verhältnisse ist der Verein gut organisiert und die Euphorie vor dem Millionenspiel gegen Werder ist groß. Die Stadt lebt den Fußball. Doch neben der natürlichen Begeisterung braucht der kroatische Fußball Erfolge, am besten versüßt mit Millionen aus der Königsklasse, um sich im internationalen Fußball etablieren zu können. Ein Sieg über Bremen, und zum ersten Mal im 21. Jahrhundert würde ein kroatischer Club um Champions League-Punkte kämpfen. Bei der letzten Teilnahme 1999 wurde Dinamo sang- und klanglos Letzter seiner Vorrundengruppe. Ein weiterer Ansporn, es diesmal besser zu machen: Hajduk Split erreichte schon dreimal das Viertelfinale in Europas Königsklasse - Dinamo noch nie. Und das tut dem Zagreber richtig weh. Tom Broocks
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