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Achtung, hier gibt's Starpotenzial
Arturo Vidal gehört zu den größten Talenten Südamerikas

Die neuen Bayern-Stars bestimmen die Schlagzeilen, doch auch in den anderen Vereinen hat sich eine Menge getan. In einer vierteiligen Serie widmen wir uns den neuen Stars, den hoffnungsvollen Talenten, möglichen Verlierern und Spielern, die verzweifelt ihre letzte Chance suchen.

Über Luca Toni und Franck Ribéry ist in den vergangenen Tagen viel geschrieben worden, daher klammern wir die beiden neuen Superstars der Bundesliga in unserer Aufstellung aus. Wir haben genau einen Monat vor Start der Saison 2007/08 die Kader der 18 Bundesligisten durchforstet und geben einen Ausblick, welche neuen Gesichter eine tragende Rolle spielen könnten:

Arturo Vidal (Bayer Leverkusen)

Der chilenische Abwehrspieler gilt als eines der größten Defensivtalente in Südamerika. Bei seinem Heimatclub Colo Colo setzte er sich bereits im Alter von 18 Jahren in der ersten Mannschaft durch und wurde somit interessant für internationale Clubs.

Leverkusen machte nicht zuletzt wegen der guten Kontakte der Scoutingabteilung nach Südamerika das Rennen. River Plate Buenos Aires, Inter Mailand und Girondins Bordeaux wollten den Linksfuß verpflichten, Bayer ließ sich das Talent am Ende schlappe 5,2 Millionen Euro kosten.

Vidal spielt am liebsten auf der Position des Sechsers, doch Trainer Michael Skibbe hat den 20-Jährigen für die linke Abwehrseite eingeplant. Einziger Wermutstropfen ist das späte Eintreffen des Neulings, derzeit ist Vidal mit der U 20 Chiles bei der WM in Kanada - für die größeren Titelchancen bei den Junioren wurde Vidal sogar für die Copa América nicht berücksichtigt - und ist dort im schlechtesten Fall bis zum 22. Juli im Einsatz.

Ricardo Costa (VfL Wolfsburg)

Wolfsburgs neuer Trainer Felix Magath hat mit dem VfL viel vor, doch in seinen ersten Wochen hat er schmerzlich erfahren müssen, dass es nicht leicht ist, Topstars nach Wolfsburg zu locken. So handelte er sich Absagen von Roy Makaay, Fabio Grosso oder auch Antonio Di Natale ein.

Anders lief es dagegen bei Ricardo Costa. Der Portugiese verlässt den Champions-League-Teilnehmer FC Porto und wird Abwehrchef beim VW-Club. Die Wölfe zahlen für den Nationalspieler vier Millionen Euro Ablöse und sorgen somit für hochkarätigen Ersatz für den abgewanderten Kapitän Kevin Hofland (Feyenoord Rotterdam).

"Ich bin sehr zufrieden, dass wir den Spieler verpflichten konnten. Er wird die Mannschaft verstärken", so Magath. Der Trainer stellt aber nicht nur sportliche Anforderungen an den Abwehrspieler, der 26-Jährige soll auch direkt Verantwortung übernehmen und das Team von hinten heraus führen.

Mladen Petric (Borussia Dortmund)

Die Verantwortlichen von Borussia Dortmund haben die vergangene Saison richtig analysiert und die offensichtliche Schwäche in der Offensive mit Diego Klimowicz, "Kuba" Blaszczykowski und Giovanni Federico behoben.

Der größte Hoffnungsträger ist aber Mladen Petric vom FC Basel. Der Kroate erzielte in den vergangenen beiden Jahren in der Schweiz 34 Treffer und wird von den Schweizern Alexander Frei und Philipp Degen als "Rakete" bezeichnet.

Bleibt nur die Frage, wo Trainer Thomas Doll den 26-Jährigen überhaupt einplant. Petric selbst sieht sich selbst lieber in der Rolle des Stürmers, beim BVB könnte er auch hinter den Spitzen zum Einsatz kommen. In jedem Fall wird die Borussia mit dem Hobbyzauberer torgefährlicher werden.

Junichi Inamoto (Eintracht Frankfurt)

Mit dem Mittelfeldspieler von Galatasaray Istanbul wird der Japan-Hype in der Main-Metropole weiter ansteigen. Bisher war dafür nur Naohiro Takahara zuständig, doch der Stürmer bekommt nun Unterstützung von seinem Nationalmannschaftskollegen.

Im Gegensatz zu Arturo Vidal darf Inamoto aber seit Beginn der Vorbereitung bei den Frankfurtern mittrainieren. Nationaltrainer Ivica Osim verzichtete für den Asien-Cup (7.-29. Juli) auf Inamoto und ermöglichte seinem Schützling somit eine schnellere Integration.

Der vielseitige Mittelfeldspieler könnte sowohl als Spielmacher als auch als Ersatz für den abgewanderten Kapitän Jermaine Jones in der defensiven Schaltzentrale eingesetzt werden. Vor seiner Zeit in Istanbul machte sich Inamoto einen Namen in der Premier League, der 64-fache Nationalspieler spielte bereits beim FC Fulham und bei West Bromwich Albion.

Dennis Sörensen (Energie Cottbus)

Die Lausitzer haben den vielleicht größten Aderlass aller Bundesligisten zu verkraften. Mit Vlad Munteanu und Sergiu Radu haben die beiden Topscorer der vergangenen Saison den Verein verlassen. Umso wichtiger guten Ersatz für die Offensive zu finden.

Die Lücke kann mit Dennis Sörensen der erste Däne in der Multi-Kulti-Truppe der Cottbuser schließen. Der Stürmer, der auch im rechten Mittelfeld eingesetzt werden kann, erzielte in der letzten Spielzeit elf Treffer für den FC Midtjylland. Die sportliche Leitung von Energie ist in jedem Fall von Sörensen überzeugt:

"Wir haben uns intensiv um Dennis Sörensen bemüht, weil er mit seiner lauf- und einsatzstarken Spielweise optimal in unser System passt. Mit ihm haben wir den gewünschten Spieler mit Torriecher verpflichten können", erklärte Manager Steffen Heidrich.

Angelos Charisteas (1. FC Nürnberg)

Der letzte in der Runde ist kein Unbekannter: Charisteas spielte bereits von 2002 bis 2004 bei Werder Bremen, danach versuchte der Grieche sein Glück in den Niederlanden. Bei Ajax Amsterdam schaffte der EM-Held von 2004 aber nie den Durchbruch und bei Feyenoord war seine Zeit abgelaufen, als Trainer Bert van Marwijk mit Roy Makaay einen neuen Sturmführer verpflichtete.

Charisteas passte genau in das Anforderungsprofil der Clubberer. Nach dem Weggang von Markus Schroth zu 1860 München suchte Trainer Hans Meyer einen groß gewachsenen Stürmer, der Schroths Rolle als Ballverteiler und starken Kopfballspieler einnehmen kann.

Harry, wie der Grieche in seinen Bremer Zeiten genannt wurde, gilt zwar nicht als der große Knipser, doch mit ihm, Robert Vittek und Ivan Saenko dürfte die Nürnberger Offensive nur schwer auszurechnen sein.

Marcus Krämer

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