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Die Erkenntnisse aus Bahrain
Die Erkenntnisse aus Bahrain
Fernando Alonso feierte einen perfekten Einstand bei Ferrari

Das erste Rennen der Formel 1 2010 in Bahrain ist Geschichte. Vor dem Rennwochenende haben wir einige Fragen an die Saison gestellt, nun nach dem Auftakt-Grand Prix sind wir etwas schlauer. sportal.de gibt die ersten Antworten.

1) Wie gut harmoniert das alte Traumpaar Ross Brawn und Michael Schumacher?
Anwort: Nicht schlecht! Aber zum WM-Titel wird es für den siebenmaligen Weltmeister im Mercedes wohl nicht reichen. Der Silberpfeil lag im Qualifying über eine Sekunde auf Sebastian Vettels Red Bull zurück und war auch im Rennen chancenlos, den beiden Ferraris, Vettel oder Lewis Hamilton im McLaren zu folgen. Allerdings ist Schmuacher dafür bekannt, dass er ein Auto weiterentwickeln kann und war deshalb auch für Mercedes ein Glücksgriff.

Der schnellere Fahrer ist aber derzeit Nico Rosberg. Der 24-Jährige war sowohl in der Qualifikation als auch im Rennen besser unterwegs als sein Teampartner und hatte nur bei seinem Boxenstopp Pech, dass Hamilton ihn aufgrund von viel Verkehr in der Boxengasse überholen konnte. Auf der Strecke konnte er dem Weltmeister von 2008 dann aber auch nicht mehr folgen und verlor bis ins Ziel 17 Sekunden.

Das mögliche Traumduo Ross Brawn und Michael Schumacher wird dieses Jahr eher Brawn und Rosberg heißen müssen, wenn es auf den Fahrertitel eine Chance geben soll - mit Michael Schumacher als erfahrenen Ratgeber und Entwickler in der Hinterhand.

2) Macht das Tankverbot die Formel 1 langweiliger oder interessanter?
Anwort:
Ganz klar langweiliger! Die Teams mussten nur einen Boxenstopp machen, um von weichen auf harte Reifen zu wechseln. Mit vollem Tank ins Rennen gegangen konnten die Fahrer nie voll Gas geben, sondern mussten die Reifen schonen. "Es war nicht besonders anstrengend für mich. Das liegt natürlich auch daran, dass die Reifen es nicht zulassen, schnell zu fahren. Daher muss man sich auch nicht so sehr anstrengen", bestätigte dies Schumacher nach dem Rennen.

Waren früher die Rennen noch kurze Sprints zwischen den Tankstopps, ähnelte der Große Preis von Bahrain eher an ein Langstreckenrennen a la Le Mans 24. Wirklich Tempo zu machen war unmöglich, da ansonsten die Reifen zu sehr gelitten hätten. Als Fernando Alonso während des Rennens vor Vettels Problemen schnell einige Sekunden auf den Deutschen gut machen konnte, kam sogleich die beruhigende Meldung aus der Red Bull-Box, dass der Spanier so nicht lange weitermachen könne, da er sich ansonsten die Reifen kaputt fahren würde.

Vor dem Rennen hatte man sich vor allem von den unterschiedlichen Reifen mehr Spannung erwartet, doch dies erwies sich als Trugschluss. "Die beiden Reifentypen waren im Rennen viel ähnlicher als erwartet und haben die Show bestimmt", wird McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh auf motorsport-total.com zitiert.

"Es gab keinen echten Verschleiß. Wir haben die Boxenstopps eröffnet, weil wir vor Rosberg kommen wollten, aber dann kamen alle rein. Aber rein vom Verschleiß her hätte man mit den Supersofts locker bis in die 25. Runde fahren können. Wenn das mit der weichsten Mischung geht, dann kannst du mit der härtesten beliebig lange fahren", so der Brite weiter. Wer weiß, vielleicht kommt die nächste Regeländerung schon bald, um die Formel 1 wieder interessanter zu machen.

3) Gibt es erneut die Big Four?
Antwort:
Ja, definitiv! Wie erwartet machten Ferrari, McLaren, Red Bull und Mercedes die ersten acht Plätze in Bahrain unter sich aus und man braucht auch keine besonders große Glaskugel, um vorherzusagen, dass der Weltmeister aus einem dieser vier Teams kommen wird. Vor allem Force India war erstaunlich stark und darf sich diese Saison Hoffnungen auf einige WM-Punkte machen, damit es aber zu einem Podest-Platz reicht, müssen einige der Top-Fahrer ausfallen.

An dieser Stelle wollen wir die vor dem Rennen gestellten Fragen zur Seite legen und uns Angelegenheiten widmen, die das Rennwochenende aufgeworfen hat.

4) Sind die neuen Teams eine Bereicherung für die Formel 1?
Antwort: Jein!
Die beiden HRT starteten in Bahrain aus der Boxengasse, da es ohne Testfahrten natürlich auch nicht möglich gewesen war, Starts zu trainieren. Karun Chandhok musste seinen Boliden nach einem Dreher in der zweiten Runde abstellen und Bruno Senna schaffte es immerhin in Runde 17, bis sein Motor streikte und er das Rennen beenden musste.

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Bei den Spaniern war man trotzdem zufrieden. "Ich bin zufrieden, wie es gelaufen ist", sagte Teamchef Colin Kolles. "Die ersten vier Rennen sehen wir als Tests. Für uns beginnt die Saison in Spanien", fügte HRT-Besitzer José Ramón Carabante hinzu.

Ähnlich lief es für Neuling Virgin: Luca di Grassi stellten sein Auto mit Hydraulik-Problemen in der zweiten Runde ab und Timo Glock schaffte es auch nur in die 16. Runde, wo er mit einem Getriebschaden ausfiel.

Beinahe sensationell aber war die Performance von Lotus, bei dem es beide Wagen bis ins Ziel schafften. Heikki Kovalainen sah die Zielflagge mit zwei Runden Rückstand, Jarno Trulli rollte mit einer weiteren Runde Rückstand ein. "Ich bin sehr, sehr stolz auf das Team. Beiden Fahrern möchte ich danken. Sie fuhren tolle Rennen", erklärte Technikchef Mike Gascoyne nach dem Rennen.

5) Kann ein anderes Team Ferrari den WM-Titel streitig machen?
Anwort: Ja, aber nur Red Bull!
Die Team-WM wird Ferrari wohl kaum zu nehmen sein, dazu war der Auftritt in Bahrain zu beeindruckend, aber Sebastian Vettel hat gezeigt, dass er den Roten erfolgreich Paroli bieten kann und wäre ohne seine Probleme mit einer Zündkerze wohl aus Sieger aus dem Rennen hervorgegangen

Allerdings war von Mark Webber herzlich wenig zu sehen und als Achter erzielte er ein eher enttäuschendes Ergebnis, zu wenig, um Ferrari in der Teamwertung gefährden zu können. Bei Reifenlieferant Bridgestone sieht man auch die beiden Teams vorn mit einem leichten Vorteil für die Italiener. "Ferrari und Red Bull liegen sehr eng beisammen und nutzen ihre Reifen sehr gut", so Entwicklungschef Hirohide Hamashima gegenüber motorsport-total.com.  "Vom Verschleiß her ist Ferrari ein bisschen besser."

Mercedes und McLaren werden sicherlich Podestplätze und vielleicht auch Siege einfahren, aber um den Titel zu holen, sind die beiden Teams derzeit zu weit weg von der Spitze, wenn der Rückstand in den nächsten Rennen aufgeholt werden kann, besteht vielleicht noch eine kleine Chance, aber wie schwer es ist, diesen aufzuholen, hat die vergangene Saison gezeigt, als Brawn GP zu Beginn allen anderen davonfuhr.

Henning Schulz

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