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Die neuen Teams der Formel 1
Die neuen Teams der Formel 1
Timo Glock mit Virgin-Boss Richard Branson

Vieles ist neu in der Formel 1. Drei neue Teams wollen den etablierten Rennställen Paroli bieten. Doch wer verbirgt sich hinter Lotus F1 Racing, HRT F1 Team und Virgin Racing? sportal.de stellt Ihnen die neuen Teams vor.

Die Zulassung der Teams ist im Fahrerfeld sehr umstritten. Generell wird davon ausgegangen, dass das Trio nicht die geringste Chance haben wird, um die Punke mitzufahren. Bei Wintertestfahrten lagen Virgin und Lotus fünf Sekunden hinter den schnellsten Teams. HRT wird ohne einen Testkilometer in Bahrain an den Start gehen. Doch wer sind denn nun die Neuen?

HRT F1 Team
Vor wenigen Wochen noch firmierten die Spanier unter dem Namen Campos Meta, nach der Übernahme durch Jose Ramon Carabante geht man nun als Hispania Racing Team an den Start, kurz HRT. Diese Abkürzung sorgte in Großbritannien bereits für einige Schmunzler, steht sie dort doch für Hormone Replacement Therapy, eine Hormonbehandlung, die bei Geschlechtsumwandlungen vorgenommen wird.

Sah es lange Zeit so aus, als würden die Spanier mit Hauptsitz in Murcia den gleichen Weg wie US F1 gehen, nämlich ins Motorsport-Nirvana, so muss man nun feststellen, dass sie es tatsächlich geschafft haben und knapp zwei Wochen vor Beginn der Saison einen Boliden und zwei Fahrer präsentieren konnten.

Zu verdanken ist dies vor allem dem deutschen Teamchef Colin Kolles, der es innerhalb weniger Wochen schaffte, aus den Trümmern des Campos-Teams noch einen Formel-1-Rennstall aufzubauen. Die Wagen kommen von Dallara-Cosworth und gefahren werden sie von den beiden Formel-1-Neulingen Bruno Senna (Braslien), Neffe des großen Ayrton Senna, und dem Inder Karun Chandhok.

Das Projekt des spanischen Rennstalls in der Formel 1 wurde 2009 von Adrian Campos ins Leben gerufen, einem spanischen Piloten, der 1987 und 1988 für Minardi in der Königsklasse an den Start gegangen war. Im Juni vergab die FIA den Spaniern zwei feste Startplätze. Campos beauftragte Dallara mit dem Bau eines Chassis, Cosworth sollte die Motoren liefern.

Doch schnell gab es Gerüchte über finanzielle Probleme, 2010 wurde wiederholt berichtet, dass Dallara seine Arbeit eingestellt habe, da Campos seine Raten nicht bezahlt habe. Der frühere Fahrer versuchte, neue Geldgeber zu finden, scheiterte damit aber. Am 19. Februar dieses Jahres übernahm dann Carabante, der sein Geld mit Immobilien in Spanien und Südamerika macht, den Rennstall. Er installierte Kolles als Teamchef und der brauchte nur zwei Wochen, um HRT wieder auf Kurs Formel 1 zu bringen.

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Lotus F1 Racing
Das Team mit dem promintesten Namen ist zweifelsohne Lotus, doch außer dem Namen hat der neue Rennstall herzlich wenig mit dem Vorgänger zu tun, der 1994 aufgrund seiner Insolvenz aus der Formel 1 ausgeschieden ist. Teamchef ist der malaysische Unternehmer Tony Fernandes, Gründer der asiatischen Billigflug-Linie AirAsia.

Lotus bekam den Zuschlag für die Formel 1 im September 2009 nach dem BMW Sauber seinen Ausstieg aus der Königsklasse erklärt hatte. Wie HRT wird auch Lotus von Cosworth mit Motoren beliefert. Technischer Direktor ist der Brite Mike Gascoyne, der zuvor in dieser Position bereits bei Jordan, Renault, Toyota und Force India tätig war.

Und auch die beiden Fahrer haben bereits einiges an Formel-1-Erfahrung aufzuweisen: Jarno Trulli und Heikki Kovalainen werden die beiden Lotus steuern. Auch wenn der malaysische Rennstall von den Neueinsteigern am weitesten ist, lautet die Zielsetzung erst einmal im Ziel ankommen. An Punkte ist bei fünf Sekunden Rückstand bei den Testfahrten nicht zu denken.

Virgin Racing
Beim neuen Virgin Racing Team ist Timo Glock nach dem Aus von Toyota untergekommen. Sein Partner wird der Brasilianer Lucas di Grassi sein. Virgins Teilnahme an dieser Formel-1-Saison wurde im Juni 2009 offiziell bestätigt. Damals lautete der Name noch Manor Grand Prix, seit dem 30. November 2009 geht das Team als Virgin Racing an den Start.

Auch Virgin wird von Cosworth mit Motoren beliefert. Hinter dem Rennstall steht die Virgin Group, die neben dem Musik-Stammgeschäft mittlerweile weltweit und fast in allen Branchen tätig ist. Teamchef ist John A. Booth, ein früherer britischer Rennfahrer und Manor Motorsport-Gründer. Als Technischer Direktor fungiert Nick Wirth, der 1994 und 1995 mit Simtek Grand Prix Formel-1-Erfahrung sammelte.

In einer Zeit, in der Lichtgestalten wie Eddie Jordan oder Flavio Briatore in der Formel 1 kaum noch zu finden sind, darf man außerdem auf das Auftreten von Virgin-Chef Sir Richard Branson sein. Den Grundstein seines Vermögens legte er 1973 mit dem damals unbekannten Mike Oldfield, dessen Schallplatte "Tubular Bells" Virgin Records fünf Millionen Mal verkaufte. Heute ist Branson in fast allen Bereichen tätig. Sein vielleicht bekanntestes Projekt ist Virgin Galactic, mit dem er Flüge ins Weltall organisieren will.

Henning Schulz

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