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USF1 stellt Arbeiten am Auto ein und zieht zurück
USF1 stellt Arbeiten am Auto ein und zieht zurück
José Maria Lopez und das Cockpit, das es nicht gab

Mit großen Versprechungen waren Ken Anderson und Peter Windsor vor knapp einem Jahr gestartet. Mit dem USF1-Rennstall wollten sie ausziehen und die Motorsportwelt erobern. Doch nach 12 Monaten ist der Traum vorbei. Kein Auto, kein Geld, kein Start - die Fabrik wurde geschlossen, die Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub geschickt.

Großspurig hatten die beiden verkündet, am Team-Standort in Charlotte ideale Voraussetzungen für den Bau eines konkurrenzfähigen Autos gefunden zu haben - geeignete Zulieferer, die perfekte Infrastuktur. Der Einstieg in die Königsklasse des Rennsports sollte so zum Kinderspiel werden.

Doch von Beginn an erschwerten finanzielle Schwierigkeiten das ambitionierte Projekt. Bereits im Januar sollen die Gehälter verspätet überwiesen worden sein, im Februar wurde gar nicht mehr bezahlt. In der letzten Woche stellte der Technische Delegierte der FIA, Charlie Whiting, bei einer Inspektion der Teamfabrik fest, dass USF1 nicht in der Lage sei, ein Auto für die in wenigen Tagen beginnende Saison auch wirklich fertigzustellen. Das Auto existierte bisher nur am PC.

Jetzt wurden die 60 Mitarbeiter in der Fabrik von Produktionsmanager Dave Skog informiert, dass die Fabrik vorübergehend geschlossen würde und die Angestellten mit sofortiger Wirkung unbezahlt beurlaubt seien. Berichten zu Folge soll Anderson zum Zeitpunkt der Bekanntgabe nicht in der Fabrik gewesen sein, Windsor hatte sich zuvor bereits im Streit - so wird berichtet - aus dem Projekt ausgeklingt.

Anderson für Mitarbeiter der Sündenbock

"Wir haben den Betrieb nicht eingestellt", heißt es in einer Stellungnahme von Anderson gegenüber Autorsport. "Wir haben bei der FIA darum gebeten, unseren Startplatz bis 2011 zu reservieren. Wir warten nun auf Antwort von der FIA und wir kooperieren mit ihnen. In der Zwischenzeit gibt es für die Mitarbeiter nichts zu tun, also haben wir ihnen gesagt, nicht mehr am Auto zu arbeiten, bis wir eine Entscheidung haben."

Mitarbeiter haben in Anderson den Schuldigen für die geplatzten F1-Träume ausgemacht. "US F1 bricht auseinander, weil Ken nicht dazu in der Lage ist, ein solches Projekt zu managen. Es tut weh, das ansehen zu müssen", wird ein Angestellter anonym von motorsport-total.com zitiert. "Die Ironie ist, dass erstaunlich wenig geplant oder dokumentiert ist - es gibt keine Produktionspläne, generell kaum einzuhaltende Fristen."

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Der Boss habe sein Team zudem unter Vorspiegelung falscher Tatsachen rekrutiert: "Als wir engagiert wurden, hat man uns gesagt, dass die Budgets für die ersten drei Jahre gesichert sind." Das erwies sich als falsch, die Lage wurde angeblich noch verschärft als YouTube-Gründer Chad Hurley, einer der Großinvestoren, von den Zuständen in der Fabrik Wind bekam und den Geldhahn zudrehte.

Kein Auto, kein Fahrer, kein Geld

Der bisher einzige Fahrer, der Argentinier José Maria Lopez, soll zudem seinen Vertrag wieder aufgelöst haben. "Es war eine komplexe Situation, aber jetzt sind wir frei und können alle Möglichkeiten evaluieren, damit José als Fahrer in der Formel 1 bleiben kann", erklärte sein Vater gegenüber der argentinischen Zeitung Ultima Vuelta.

Dabei war der Argentinier erst im Januar mit großem Tamtam verpflichtet worden. Anderson und Windsor ließen sich das Engagement des Piloten - laut Blick - sogar mit einer sechstelligen Summe von der argentinischen Regierung sponsern. Hunderttausende für ein Cockpit, das es nicht gibt. 

Kein Ersatz für USF1

Damit werden nur 12 statt ursprünglich 13 Teams in der kommenden Formel-1-Saison an den Start gehen. Nachdem der neue amerikanische Rennstall USF1 um Aufschub um ein Jahr gebeten hatte, wurde er vom Internationalen Automobilverband FIA aus der Teilnehmerliste gestrichen.

Zudem teilte die FIA mit, dass es zu diesem späten Zeitpunkt vor der WM - das Auftaktrennen findet in anderthalb Wochen in Bahrain statt - nicht mehr möglich sei, ein anderes Team als Ersatz zu nominieren. Nach dem Scheitern von USF1 stehen also nur drei statt vier neue Teams (Virgin, Lotus und HRT F1) am Start.

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