Webber beim Test auf Rang eins

Sebastian Vettel
Mit dem offenen Wagen durch Andalusien - für Formel-1-Fahrer derzeit nicht immer ein Vergnügen. Doch nach zwei regnerischen Testtagen konnten die Piloten ihre neuen Dienstwagen endlich mal bei Sonnenschein ausfahren.
Dabei drehte Sebastian Vettels Red-Bull-Kollege Mark Webber auf dem 4,428 Kilometer langen Kurs in Jerez die schnellste Runde vor dem zweimaligen Titelträger Fernando Alonso im Ferrari. Dritter wurde Weltmeister Jenson Button im McLaren-Mercedes. Rekordweltmeister Michael Schumacher kam im Mercedes auf den fünften Rang hinter Landsmann Nico Hülkenberg im Williams.
"Regen, anhalten, Regen, anhalten", so hatte Alonsos Rennstallrivale, Ferrari-Pilot Felipe Massa, die beiden Testtage zuvor zusammengefasst. "Es sieht so aus, dass Spanien nicht so glücklich ist, uns hier zu haben", hatte Vizeweltmeister Vettel zur Halbzeit des Tests in dieser Woche im südspanischen Jerez de la Frontera gesagt.
Von der Wüste weit entfernt
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte: "Diese Tests sind eher Dauerläufe." Und am ausdauerndsten erwies sich Hülkenberg mit 138 Runden, Schumacher absolvierte 79 Umläufe.
Von den Temperaturen, wie sie Mensch und Maschine Mitte März in Bahrain beim Saisonauftakt erwarten, waren die knapp 20 Grad am dritten der vier Testtage aber auch weit entfernt. In der Wüste von Sachir dürfte das Thermometer locker über 30 Grad klettern. Der auf die Strecke wehende Sand wird Autos und Piloten zusätzlich zu schaffen machen.
Auch schlecht für Vettel: Beim bislang einzigen Test bei anhaltend gutem Wetter zu Monatsbeginn in Valencia war sein neuer Red-Bull- Rennwagen noch nicht fertig. "Es ist schade, das ist einer von drei Tests für uns vor der Saison, und vergangene Woche (ebenfalls in Jerez) war das Wetter auch schon ziemlich schlecht", meinte der 22- jährige Heppenheimer nach seinen jüngsten Runden im RB6.
Sonne und Cabrio
Man verliere viel Zeit und könne nicht die Sachen testen, die man testen wolle, betonte Vettel mit Blick auf seine beiden Probetage am Mittwoch und Donnerstag, an denen er einmal Tagesschnellster und einmal -dritter geworden war.
Es sei etwas kompliziert, einen Überblick über die Kräfteverhältnisse zu gewinnen, erklärte auch schon Rekordweltmeister und Rückkehrer Michael Schumacher von Mercedes Grand Prix angesichts der witterungsbedingten Einschränkungen. Teamkollege Nico Rosberg meinte: "Es ist schwierig und frustrierend mit dem Wetter." Einziger Lichtblick: Die Bedingungen waren an den ersten beiden Testtagen für alle gleich schlecht.
Daher lautete die Devise der bis dato elf - die Möchtegern-Neulinge Campos und USF1 haben weiterhin nicht mal ihre Autos vorgestellt - testenden Teams erst einmal: Kilometer fressen. "Im Vordergrund steht, die Autos zuverlässig zu machen", erklärte Mercedes-Mann Haug. Massa brachte es auf die Formel: "Es ist wichtig zu fahren." Am Freitag sogar bei schönem Wetter.