Glock und Virgin sehen sich gerüstet für Testfahrten

Timo Glock ist weiterhin zuversichtlich
So richtig viel Zeit hatte Timo Glock bisher noch nicht, sich an seinen neuen Wagen zu gewöhnen. Auf gerade mal 70,8 Kilometer brachte er es im Virgin. Doch bei den nächsten Testfahrten soll alles besser werden.
"Für einen Rennfahrer ist es natürlich immer schwer, wenn er nicht zum Fahren kommt", räumte Glock vor den nächsten Tests erneut in Jerez ein: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diese Woche mehr fahren können."
Allerdings verheißen die Wetterprognosen für die Stadt in Andalusien nicht wirklich Gutes. Regen jeden Tag und Temperaturen unter 20 Grad - ein Härtetest für den heißen WM-Auftakt in der Wüste von Bahrain sieht anders aus. "Diese Tests sind eher Dauerläufe. Im Vordergrund steht, die Autos zuverlässig zu machen, und mit vollem Tank die neuen Rennbedingungen zu simulieren, die 2010 ohne Tankstopps neu auf alle Teams zukommen werden", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.
Defekt stoppt Glock
Schon in der vergangenen Woche hatte schlechtes Wetter die Fahrer in Jerez einige Male ausgebremst. "Wir hatten noch nicht viel Zeit im Trockenen und dort findet man für gewöhnlich das meiste heraus", betonte Vizeweltmeister Sebastian Vettel auf der offiziellen Formel-1-Homepage. Der Hesse hatte mit Red Bull den Testauftakt in Valencia ausgelassen.
Bei Landsmann Glock kam vor einer Woche auch noch ein Defekt hinzu: Der Frontflügel löste sich, Ersatzteile mussten erst beschafft werden, die Zwangspause war besiegelt. Doch Glock beruhigt. Die anfänglichen Schwierigkeiten seien für ihn "im Bereich des Normalen". Im Gegensatz zu den anderen drei neuen Teams Lotus, Campos und USF1 nahm Virgin wenigstens an den Tests teil. "Die Tatsache, dass wir es als erstes der neuen Teams geschafft haben, das Auto auf die Strecke zu bringen, zeigt, dass wir ein fähiges Team zusammen haben", sagte Glock, der nach dem Aus von Toyota bei Virgin anheuerte.
Ferrari im Vorteil?
Während aber auch für Virgin und Glock die ersten Rennen eher Test denn Grand Prix sein werden, schätzt er die Kräfteverhältnisse zur Halbzeit des Probemonats wie seine deutschen Kollegen Michael Schumacher und Sebastian Vettel ein. "Klar ist für mich, dass sowohl Mercedes als auch McLaren, natürlich Red Bull und Ferrari vorne mitfahren", sagte Glock.
Als Kilometerfresser erwies sich bislang Ferrari. 802 Runden absolvierten der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien und sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa. Vettel hat auch schon einen "kleinen Vorteil" für die Scuderia im sich bislang andeutenden Vierkampf ausgemacht.
"Aber wie immer in dieser Phase vor der Saison kann da noch eine ganze Menge passieren. Ich denke, erst beim Saisonstart werden wir wirklich klüger sein", meinte Rekordweltmeister Schumacher mit Blick auf den WM-Auftakt. Den Hype um den Rückkehrer sieht Vettel übrigens "ganz gelassen. Dadurch hab ich ein wenig mehr Ruhe." Er habe auch "kein Mitleid oder Mitgefühl" mit Schumachers Teamkollegen Nico Rosberg, der im Schatten des siebenmaligen Weltmeisters steht.