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Vor der DEL-Saison: WM-Schwung verpufft?
Vor der DEL-Saison: WM-Schwung verpufft?
Ist die gute WM-Stimmung bereits wieder verpufft?

Die neue DEL-Spielzeit steht vor der Tür, und bevor die Saison angefangen hat, ist es bereits eine denkwürdige. Noch nie waren die Ausgangsbedingungen nach der äußerst erfolgreichen Weltmeisterschaft im eigenen Lande so günstig wie vor der Saison 2010/2011, sollte man meinen.

Die deutsche Mannschaft präsentierte sich glänzend aufgelegt, lieferte begeisterndes Hockey, wenngleich ihr am Ende die sich bereits in greifbarer Nähe befindende Medaille versagt blieb. Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die hauptsächlich aus DEL-Spielern zusammengesetzte Mannschaft die Gelegenheit zu nutzen wusste, ihren eigenen Sport in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken.

"Ein Marketingcoup", wird man in den Chefetagen der Liga gedacht haben. Allerdings folgte dem Frühlingsmärchen ein sommerlicher Albtraum. Legt man das Motto "Jede Presse ist eine gute Presse" zugrunde, war es in der Tat ein exquisiter Sommer für die DEL. Noch nie konnte man in der Sommerpause soviel über die DEL lesen wie in diesem Jahr. Die Medizin lehrt aber, dass bei allem in erster Linie die Dosis entscheidend ist. In Übermaßen genommen wird selbst Zucker giftig. Und homöopathisch war dieser Sommer nicht.

Kassel in Schwierigkeiten

Als zu Beginn des Jahres Meldungen bekannt wurden, aus denen hervorging, dass bei den Huskies noch Gehälter ausstanden, war spätestens klar, dass einmal mehr ein DEL-Club in akuten Schwierigkeiten steckte. Im März schien sich die Situation zu klären, als die Huskies mit Dennis Rossing einen neuen Eigner präsentieren konnten. Kurz darauf wurden Verbindlichkeiten der Huskies in Höhe von 2,8 Millionen Euro bekannt, derer man sich mit Hilfe eines Insolvenzverfahrens entledigen wollte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren die Fronten geklärt, denn laut Ligastatuten ist die Eröffnung eines solchen Isolvenzverfahrens gleichbedeutend mit dem Ligaausschluss.

Die DEL besteht nicht nur aus Kassel, auch wenn man im Sommer 2010 zeitweise einen anderen Eindruck bekommen konnte, auch an anderen Fronten ging es in diesen hektischen Monaten turbulent zu. Im April gaben die Krefeld Pinguine bekannt, auch für die kommende Spielzeit eine Lizenz beantragen zu können, die Anzahl der Gesellschafter war erhöht worden, so dass ein Finanzloch aus der Vorsaison gestopft werden konnte. Im Mai kam das Aus für den EHC München, Begründung der DEL: "Die EHC München Spielbetriebs GmbH hat zum Stichtag 30.04.2010 im Rahmen des Lizenzprüfungsverfahrens für die Saison 2010/2011 keine vollständigen Bewerbungsunterlagen eingereicht."

Peinliche Flucht

In Sachen Kassel ging das Kasperletheater derweil erst richtig los. Am 10. Mai sollten die Huskies bei einer DEL-Tagung in Köln ausgeschlossen werden. Wegen eines Formfehlers musste die Sitzung nach einer knappen Stunde aufgelöst werden. Am 27. Mai tagten die Geschäftsführer der Clubs erneut in Köln. Der Vertreter der Huskies, Fritz Westerhelle, erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen die DEL beim Kölner Landgericht. Mit dem Inhalt, dass an diesem Tag nicht über einen Rauswurf der Huskies verhandelt werden dürfe. Als eine Gerichtsvollzieherin die einstweilige Verfügung zustellen wollte, rannten alle Anwesenden weg. Abgestimmt wurde trotzdem, die Huskies waren ausgeschlossen.

Weiterführende Links:

Eine Wende deutete sich inzwischen für den EHC München an. Zwei Wochen nach der Absage durch die DEL durfte München aufgrund eines Vorschlags des Schiedsgerichts der DEL doch noch am Lizenzprüfungsverfahren teilnehmen.

Die Lions verabschieden sich

Inzwischen hatte der Insolvenzvirus in Hessen offenbar weiteren fruchtbaren Boden gefunden. Hinter den Kulissen kämpften die Lions ums Überleben, Mitte Mai räumte der Pressesprecher der Frankfurter "finanzielle Engpässe" ein, die auch zwei Wochen später nicht überbrückt waren. Ende Mai wurde der Insolvenzantrag gestellt.

Mitte Juni wurden mit den Eisbären Berlin, den Frankfurt Lions, den Hamburg Freezers, den Hannover Scorpions, den Kassel Huskies, den Kölner Haien und Krefeld Pinguinen sieben Clubs von der DEL aufgefordert, "weitere Nachweise, die für die Lizenzerteilung erforderlich sind, einzureichen".

Anfang Juli bei der Gesellschafterversammlung der DEL in Köln wurden schließlich folgende Entscheidungen bekanntgegeben: Kassel und Frankfurt wurden aus der DEL ausgeschlossen - blieben allerdings weiterhin Gesellschafter -, der EHC München dagegen erhielt eine Lizenz. Man kann nur darüber spekulieren, ob diese Entscheidung so auch tatsächlich gefällt worden wäre, wenn Frankfurt und Kassel eine Lizenz erhalten hätten.

Kassel muss gehen

Damit war das Thema Kassel jedoch noch nicht abgehakt. Beide Seiten suchten den Vergleich, ein Schiedsgericht sollte die endgültige Entscheidung treffen. Gleichzeitig erwirkten die Huskies eine einstweilige Verfügung, die die vorläufige Spielberechtigung der Huskies bis zu einer endgültigen gerichtlichen Entscheidung bedeutete. Ein Widerspruch von acht DEL-Vereinen wurde abgewiesen.

Am 23.7 bestätigte das Schiedsgericht den Ausschluss von Kassel, eine Entscheidung, mit der man in Kassel überhaupt nicht einverstanden war.

Gleichzeitig platzte die nächste Bombe: Der amtierende deutschen Meister, die Hannover Scorpions, stand plötzlich zur Disposition. Besitzer Günter Papenburg hatte den Ausstieg angekündigt, eine Konsequenz aus dem Tohuwabohu um die Spielstätte der Scorpions. In diesem Fall kam die Entwarnung jedoch sehr zeitnah.

Inzwischen waren die Huskies gegen die Entscheidung des Schiedsgerichts gerichtlich vorgegaben. Das Oberlandesgericht in München entschied jedoch, dass das Schiedsgericht rechtmäßig zusammengestellt war. Damit war die schier unendliche Sommergeschichte endgültig zu einem Ende gebracht. Das Urteil von München wurde kurz darauf vom Oberlandesgericht in Köln bestätigt, die einstweiligen Verfügungen der Huskies aufgehoben.

Roter Faden: Chaos

Zu Ende war damit ein Sommer, in dem die Zahl der DEL-Teams zwischen 12 und 16 schwankte! Zum fünften Mal innerhalb von fünf Spielzeiten tritt in der DEL eine andere Anzahl von Teams an. In der Spielzeit 2008/09 waren es 16 Teams, in der darauffolgenden Spielzeit 15, aktuell sind es 14. Böse Zungen könnten da auch von einem Countdown sprechen.

Zurück bleibt das ungute Gefühl, dass die DEL nach der Weltmeisterschaft eine große Chance vertan hat, den Schwung aus der WM im eigenen Land mitzunehmen. Der Scherbenhaufen, den diese Monate hinterlassen haben, wird so leicht nicht zu kitten sein. Ob daraus jedoch Lehren gezogen werden, dass bleibt abzwarten. Leichte Zweifel bleiben.

Olaf Edig

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Das deutsche Eishockey-Nationalteam ist beim Belarus-Cup in Weißrussland Vierter und damit Letzter geworden. Das Team von Bundestrainer Jakob Kölliker verlor das Spiel um Platz drei gegen die Schweiz mit 0:1 (0:1, 0:0, 0:0).
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