DEL droht Kassel mit Ausschluss während der Saison

Die Kassel Huskies können weiter hoffen
Der DEL droht weiterhin ein juristischer Streit bis in die neue Saison hinein, vorerst haben die Kassel Huskies die nächste Runde vor Gericht gewonnen. Die Liga sieht jedoch noch Chancen, den Club nach einem Insolvenzverfahren auszuschließen - notfalls sogar während der neuen Saison.
Nach derzeitigem Stand muss die Deutsche Eishockey-Liga aber vorsorglich mit den Huskies planen, der Rechtsstreit um den geplanten Ausschluss könnte aber noch lange weitergehen und zum Chaos führen. Die Huskies setzten sich zumindest vorläufig erneut vor dem Landgericht Köln durch. Das Gericht erhielt die Einstweiligen Verfügungen aufrecht, mit denen der Liga verboten wird, Kassel wegen eines Insolvenzverfahrens als Gesellschafter auszuschließen und die Lizenz zu entziehen.
Da eine Entscheidung in der Hauptsache aber erst am 3. August verkündet werden soll, will die DEL nun einen Spielplan mit 15 Clubs erstellen. Sollte die Liga vor Gericht wiederum unterliegen, will sie Berufung beim Oberlandesgericht Köln einlegen. Ziel sei es, noch vor Saisonbeginn Anfang September eine Entscheidung zu erreichen, hieß es in einer DEL-Mitteilung. Notfalls soll der Tabellenletzte der vorigen Saison sogar während der laufenden Spielzeit ausgeschlossen werden.
Kassel verkauft Dauerkarten
"Ich muss vorerst mit den Huskies planen", sagte nach dem Gerichtstermin DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke der Online-Seite der Hessische/Niedersächsische Allgemeine. Kassels Geschäftsführer Fritz Westhelle zeigte sich indes hochzufrieden: "Besser hätte es für uns nicht laufen können, nun haben wir Sicherheit. Wir starten jetzt durch." So bald wie möglich solle der Dauerkartenverkauf beginnen und Flüge für die Akteure gebucht werden, die am 2. August ins Training einsteigen sollen. DEL-Anwalt Matthias Koch appellierte hingegen an die Clubführung, sie solle Fans, Sponsoren und Spielern ehrlich erklären, dass das Gericht nicht über den dauerhaften Verbleib in der DEL entschieden habe. Koch sieht immer noch gute Chancen auf einen juristischen Erfolg.
In einem Offenen Brief hatten sich die übrigen DEL-Clubs in der Vorwoche geschlossen gegen die Huskies gestellt. Der Verein macht dagegen geltend, dass seinem Insolvenzplan alle Gläubiger zugestimmt hätten und es eine erfolgreiche Sanierung gegeben habe. Die DEL war mit einer Beschwerde gegen den Insolvenzplan vor dem Landgericht Kassel gescheitert.
Die Kassel Huskies hatten vor der turbulenten Gesellschafter-Versammlung am 27. Mai eine Verfügung erwirkt, mit der sie ihrem Ausschluss als Gesellschafter zuvorkommen wollten. Eine Gerichtsvollzieherin konnte den Beschluss nicht übergeben, weil sich die Teilnehmer zurückgezogen hatten. Das Landgericht Köln sprach in seinem Urteil von einer "farcenhaften Flucht" und einer Annahmeverweigerung. Vor zwei Wochen hatte die DEL den Kasselanern ebenso wie Ex-Meister Frankfurt Lions die Lizenz verweigert.