Keine weiteren Lizenzentzüge in der DEL - München ist drin

Die Fans der Münchener freuen sich schon auf die DEL
Nach heutigem Stand werden insgesamt 14 Clubs in die nächste DEL-Saison gehen. Während die Frankfurt Lions und Kassel Huskies in Sachen Lizenz noch ein Schiedsgericht anrufen können, dürfen sich der EHC München und die Wackelkandidaten über die Teilnahme an der höchsten Deutschen Spielklasse freuen.
"Wir führen eine gerade Linie, und da bleiben harte Entscheidungen nicht aus", rechtfertigte sich DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke nach der Gesellschafterversammlung in Köln.
Zweitligameister EHC München darf dagegen an der am 3. September beginnenden Saison teilnehmen. "Ich bin sehr glücklich, dass dieser Schritt nun vollendet wurde. Wir werden alles daran setzen, uns in der DEL zu etablieren", sagte Münchens Manager Christian Winkler zu der Aufnahme, die wegen verpasster formaler Fristen lange unsicher war.
Quintett atmet auf
Ebenfalls dabei sind der deutsche Meister Hannover Scorpions, die Kölner Haie, die Krefeld Pinguine, die Hamburg Freezers und die Eisbären Berlin, die allesamt ihre Auflagen erfüllen konnten.
Ob es freilich bei der harten Hand der Liga gegen Kassel und Frankfurt bleibt, oder ob beide noch durch ein Hintertürchen an der Saison teilnehmen können, ist unklar. Kassel und der Meister von 2004 haben die Möglichkeit, binnen einer Woche nach Zustellung des Lizenzentzugs das DEL-Schiedsgericht anzurufen.
Strafanzeige von den Huskies
Die Huskies hatten bereits Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Sie verdächtigen laut eigener Mitteilung unter anderem Tripcke und den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Wilfried Fabel, Interna an andere Clubs verraten zu haben. Auch wenn dieser Schritt bei der DEL nur Kopfschütteln erzeugte, versicherte Tripcke "keinerlei Aversionen" gegen die Huskies zu hegen.
Im Vorfeld der Versammlung hatte die DEL Kassel angeboten, "alle strittigen Themenkomplexe" vom Schiedsgericht klären zu lassen, dies lehnte der Club ab. "Aktuell wissen wir nicht, wie sich die Kassel Huskies weiter verhalten", sagte Tripcke. Der Verein befindet sich ohnehin im Rechtsstreit mit der Liga wegen des Ausschluss aus der Gesellschafterversammlung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 15. Juli kommt es vor dem Landgericht Köln zur entscheidenden Verhandlung.
Spielplan sehr wacklig
Wie schon bei der DEL-Versammlung am 27. Mai, als die DEL-Clubs Kassel aus dem Verbund ausschließen wollten, hatten die Nordhessen auch wieder eine Gerichtsvollzieherin im Schlepptau, die genau diesen Schritt per einstweiliger Verfügung untersagte. Kassel bleibt somit Gesellschafter, erhält aber kein Spielrecht.
Zwei Monate vor Saisonbeginn ist der Spielplan damit genauso unsicher wie die Frage, ob mit dem angestrebten Schrumpfen von 15 auf 14 Clubs auch eine Verkürzung der quälend langen Vorrunde von bisher 56 Spielen einher geht. "Für strukturelle Debatten hatten wir keine Zeit", bekräftigte Tripcke, dem durchaus klar ist, dass das positive Bild konterkariert wird, das die Nationalmannschaft mit dem vierten Platz bei der Heim-WM und dem größten Erfolg seit 57 Jahren gezeichnet hatte. "Ein möglicher Imageschaden war heute kein Thema. Klar ist aber auch, dass diese Lizenzentzüge keine schönen Nachrichten sind", sagte Tripcke.