
Lukas Podolski und Youssef Mohamad glauben noch an die Haie
Noch sechs Spieltage: Die Hauptrunde der DEL nähert sich dem Ende, der Kampf um die Playoff-Ränge geht in die Vollen. Während die Eisbären schon jetzt als Spitzenreiterder fest stehen, ist die Entscheidung um die Vergabe der übrigen Endrunden-Plätze noch nicht gefallen. sportal.de analysiert die Chancen der Mannschaften.
Während in Berlin beim unangefochtenen Spitzenreiter der DEL bereits der Vorverkauf für die Playoffs begonnen hat, wird im übrigen Eishockey-Deutschland weiter um die Tickets für die Endrunde gekämpft. Neben den Eisbären sind auch die drei Schlusslichter aus Straubing, Hamburg und Kassel nicht mehr in den großen Endspurt verwickelt, für alle anderen Mannschaften geht es hingegen um jeden Punkt. Die Abstände sind denkbar knapp. sportal.de wagt einen Ausblick auf den Ausgang der Hauptrunde:
Die Eisbären Berlin sind mit 109 Punkten aus 50 Spielen bereits für die Playoffs qualifiziert und genießen in der Endrunde das Heimrecht. Der Meister ist der große Favorit auf den Titel.
Grizzly Adams Wolfsburg
Ausgangsposition: 2. Platz, 89 Punkte aus 51 Spielen
Seit Olympia: drei Punkte in drei Spielen
Restprogramm: Hamburg (A), Krefeld (A), Iserlohn (H), Hannover (A), Frankfurt (A)
Die Wolfsburger sind die Überraschungsmannschaft der Saison. Als Tabellenzweiter haben die Grizzly Adams besten Chancen, sich auf direktem Weg für die Playoffs zu qualifizieren. In den drei Spielen nach der Olympiapause stockte der Wolfsburger Motor indes ein wenig, nur gegen den Tabellenletzten aus Kassel gelang ein Sieg (4:0). In Mannheim (1:2) und gegen Ingolstadt (1:4) gab es für das Team von Trainer Toni Krinner nichts zu holen. Vielleicht schon ein Wink in Richtung Endrunde? Krinners Co und Nachfolger zur kommenden Saison Pavel Gross: "Wir haben wenig Playoff-Erfahrung, das wird für unser Team trotz guter Vorrundenleistung alles andere als einfach."
sportal.de-Prognose: Direkte Playoff-Qualifikation (Heimrecht) - Aus im Viertelfinale
DEG Metro Stars
Ausgangsposition: 3. Platz, 87 Punkte aus 50 Spielen
Seit Olympia: sechs Punkte in zwei Spielen
Restprogramm: Mannheim (A), Iserlohn (H), Kassel (A), Hannover (H), Straubing (H), Augsburg (A)
Schon vor der Spielzeit wurde die DEG zusammen mit den Adlern als heißester Berlin-Verfolger gehandelt. Während die Mannheimer den Vorschusslorbeeren nicht gerecht wurden, haben die Metro Stars ihre Ambitionen als Eisbären-Jäger untermauert. Zuletzt am Sonntag mit einem 3:2-Penaltyerfolg gegen die Ausnahmemannschaft aus der Hauptstadt. Überhaupt: Von den vier direkten Duellen gingen drei an die Rheinländer, zweimal setzte es für den Meister sogar eine deftige Klatsche (6:2 bzw. 7:3). Die Mannschaft von Trainer Harold Kreis hat die beste Defensive der Liga und ist taktisch immer erstklassig eingestellt.
sportal.de-Prognose: Direkte Playoff-Qualifikation (Heimrecht) - gute Finalchancen
Frankfurt Lions
Ausgangsposition: 4. Platz, 86 Punkte aus 51 Spielen
Seit Olympia: acht Punkte in drei Spielen
Restprogramm: Krefeld (H), Berlin (A), Kassel (H), Mannheim (A), Wolfsburg (H)
Die Lions aus Frankfurt drehen zum Saisonende noch einmal richtig auf und das trotz großer Verletzungssorgen. Trainer Rich Chernomaz musste zuletzt auf sechs Stammkräfte verzichten. Umso beachtlicher die zurückliegenden Ergebnisse des Meisters von 2004. Drei Siege nach der Olympia-Pause, einer davon bei den starken Hannoveranern (4:3 n.P.). Schon im Februar überraschten die Lions mit souveränen Erfolgen gegen die Spitzenteams Düsseldorf (4:2) und Berlin (4:2). Manager Dwayne Norris: "Unser Verletzungspech ist unglaublich, dennoch darf es nicht als Entschuldigung herhalten: Wir wollen unter die Top Sechs."
sportal.de-Prognose: Direkte Playoff-Qualifikation (Heimrecht) - Halbfinal-Kandidat
Thomas Sabo Ice Tigers
Ausgangsposition: 5. Platz, 85 Punkte aus 51 Spielen
Seit Olympia: vier Punkte aus drei Spielen
Restprogramm: Augsburg (A), Hannover (H),Berlin (A), Ingolstadt (H), Hamburg (A)
Dass die Ice Tigers kurz vor dem Ende der Hauptrunde so weit oben stehen würden, hätten ihnen die wenigsten Experten zugetraut. Garant für Nürnbergs Erfolg ist Torhüter Patrick Ehelechner, der eine überragende Saison spielt und den Franken schon viele wichtige Punkte festhielt. Dank Ehelechners Paraden sind die Nürnberger defensiv das drittbeste Team der Liga, dafür hapert es im Angriff. Nur Straubing (130) und Kassel (134) haben wenige Tore auf dem Konto als die Mannschaft von Trainer Andreas Brockmann (141). Das Überzahlspiel (Erfolgsquote 14 Prozent) ist gar das schwächste der Liga.
sportal.de-Prognose: Pre-Playoffs (Heimrecht) - Aus spätestens im Viertelfinale
ERC Ingolstadt
Ausgangsposition: 6. Platz, 81 Punkte aus 50 Spielen
Seit Olympia: sechs Punkte in drei Spielen
Restprogramm: Köln (A), Hamburg (H), Augsburg (A), Berlin (H), Nürnberg (A), Hannover (H)
Seit der Entlassung von Coach Bob Menno kurz vor der Olympia-Pause scheinen die Ingolstädter langsam auf die Erfolgsspur zurückzufinden. Sein Nachfolger Greg Thompson, unter Menno noch Co-Trainer, durfte sich bisher über drei Siege aus vier Partien freuen. Dennoch fehlt dem ERC die Konstanz. Am zurückliegenden Wochenende gab es erst ein 2:7-Heimdebakel gegen Krefeld, dann punkteten die Panther beim Tabellenzweiten Wolfsburg (4:1) dreifach. Das größte Manko ist die wackelige Defensive, die den Verantwortlichen schon seit Saisonbeginn die Sorgenfalten in die Stirn treibt. Die Fehler im Abwehrverhalten kann selbst die starke Offensivabteilung (zweitbester Sturm der Liga) oftmals nicht mehr kompensieren. Zumal Topscorer Thomas Greilinger seit Wochen seiner Topform hinterher läuft.
sportal.de-Prognose: Pre-Playoffs (Heimrecht) - je nach Gegner Aus im Viertelfinale
Hannover Scorpions
Ausgangsposition: 7. Platz, 81 Punkte aus 50 Spielen
Seit Olympia: fünf Punkte aus drei Spielen
Restprogramm: Kassel (H), Nürnberg (A), Mannheim (H), Düsseldorf (A), Wolfsburg (H), Ingolstadt (A)
Hans Zach hat seine hervorragenden Qualitäten als Trainer wieder einmal unter Beweis gestellt und in Hannover eine schlagkräftige Truppe formiert, obwohl die Scorpions auf dem Papier vielen Konkurrenten wie Ingolstadt oder Frankfurt unterlegen sind. Der wichtigste Mann der Niedersachen ist Topscorer und Spielmacher Tore Vikingstad aus Norwegen, der auch beim olympischen Eishockeyturnier mit vier Treffern einen blendenden Eindruck hinterließ. Der Halbfinalist des vergangen Jahres darf das nach den Eisbären erfolgreichste Powerplay (22 Prozent Erfolgsquote) sein Eigen nennen - insbesondere in Playoff-Begegnungen ein wichtiger Faktor.
sportal.de-Prognose: Direkte Playoff-Qualifikation (kein Heimrecht) - je nach Gegner Chancen aufs Halbfinale
Adler Mannheim
Ausgangsposition: 8. Platz, 78 Punkte aus 50 Spielen
Seit Olympia: neun Punkte in drei Spielen
Restprogramm: Düsseldorf (H), Kassel (H), Hannover (A), Köln (H), Frankfurt (H), Iserlohn (A)
Viele hielten eine Wende in Mannheim kaum noch für möglich, doch in der Tat: die Adler sind das Team der Stunde in der DEL. Sieben Siege in Folge feierten die Kurpfälzer, bei denen seit der Entlassung Doug Masons im Januar Teal Fowler das Sagen hinter der Bande hat. Entscheidende Bedeutung bei den neuerlichen Erfolgen fällt auch der Rückkehr von Veteran Dan McGillis zu. Seitdem der kanadische Verteidiger wieder das Adler-Dress (acht Spiele) trägt, geht es für den Rekordmeister steil bergauf. Jetzt ist sogar die direkte Playoff-Qualifikation wieder realistisch.
sportal.de-Prognose: Direkte Playoff-Qualifikation (kein Heimrecht) - Halbfinal-Kandidat
Augsburger Panther
Ausgangsposition: 9. Platz, 69 Punkte aus 50 Spielen
Seit Olympia: null Punkte in drei Spielen
Restprogramm: Nürnberg (H), Straubing (A), Ingolstadt (H), Hamburg (H), Kassel (A), Düsseldorf (H)
Die Panther starteten überaus erfolgreich in die Spielzeit und hielten sich lange Zeit im vorderen Bereich der Tabelle. Wieder einmal haben die Verantwortlichen in Augsburg bei der Kaderzusammenstellung sehr gut gearbeitet und trotz des zweitkleinsten Etats der Liga (3,1 Millionen) eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammengestellt. Mittlerweile sind die Panther wieder in die angestammten Tabellenregionen zurückgefallen, kämpfen um den Einzug in die Pre-Playoffs. Zuletzt kriselte es bei den Bayern jedoch. Seit der Olympia-Pause verlor der AEV jede Begegnung (Mannheim, Frankfurt, Krefeld). Die Fans der Panther müssen wohl noch bis zum letzten Spiel zittern, ob es erneut für die Teilnahme an den Pre-Playoffs reicht.
sportal.de-Prognose: Pre-Playoffs (kein Heimrecht) - Aus in den Pre-Playoffs
Krefeld Pinguine
Ausgangsposition: 10. Platz, 69 Punkte aus 50 Spielen
Seit Olympia: neun Punkte in drei Spielen
Restprogramm: Frankfurt (A), Köln (A), Wolfsburg (H), Straubing (A), Berlin (A), Kassel (H)
Die Krefelder haben einen perfekten Start in die heiße Phase hingelegt. Mit drei Siegen nach Olympia gelang den Pinguinen die Maximalausbeute. Am zurückliegenden Wochenende gab es einen deutlichen Auswärtserfolg beim ERC Ingolstadt (7:2) und einen enorm wichtigen Sieg gegen Konkurrent Augsburg (6:4). Großen Anteil am Erfolg haben die Deutschen Daniel Pietta (50 Scorerpunkte) und Boris Blank (52), die beide ihre erfolgreichste Saison der Karriere absolvieren. Nach den Querelen im Umfeld hatten die Pinguine zwischenzeitlich sogar die rote Laterne inne. Das Erreichen der Pre-Playoffs wäre für den finanziell gebeutelten Klub (mindestens 500.000 Euro Schulden) ein wichtiger Erfolg. Das Restprogramm bietet alles: Topteams wie Berlin oder Wolfsburg und die Kellerkinder Straubing und Kassel.
sportal.de-Prognose: Pre-Playoffs (kein Heimrecht) - Aus in den Pre-Playoffs
Kölner Haie
Ausgangsposition: 11. Platz, 69 Punkte aus 51 Spielen
Seit Olympia: drei Punkte in drei Spielen
Restprogramm: Ingolstadt (H), Krefeld (H), Hamburg (A), Mannheim (A), Iserlohn (A)
Nach dem Bekanntwerden der desaströsen finanziellen Lage könnte es für die Haie auch sportlich ganz bitter werden. Zwar liegt der KEC mit den beiden Konkurrenten Krefeld und Augsburg noch gleichauf, hat aber bereits eine Partie mehr absolviert. Immerhin haben die Haie es mit den zwei Begegnungen gegen Krefeld und Iserlohn selbst in der Hand, zwei Widersachern wichtige Punkte abzuluchsen. Aufgegeben haben sich die Haie aber noch lange nicht, die kämpferische Einstellung der letzten Spiele stimmte, dennoch gab es gegen die Spitzenteams aus Berlin und Düsseldorf nichts zu holen. Sollte die Haie die Pre-Playoffs erneut verpassen, wäre das ein weiterer schwerer Schlag für den Traditionsklub.
sportal.de-Prognose: keine Playoff-Teilnahme
Iserlohn Roosters
Ausgangsposition: 12. Platz, 67 Punkte aus 50 Spielen
Seit Olympia: drei Punkte in zwei Spielen
Restprogramm: Eisbären (H), Düsseldorf (A), Straubing (H), Wolfsburg (A), Köln (A), Mannheim (H)
Die Roosters haben nach wie vor alle Chancen in die Endrunde einzuziehen. Doch das Restprogramm wird hart. Nach den beiden Spielen gegen die Eisbären und Düsseldorf könnte zwischen Iserlohn und der Konkurrenz bereits eine größere Lücke klaffen. Zudem präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Uli Liebsch sowohl vor als auch nach der Olympia-Pause nicht in der Verfassung, um doch noch einen Sprung in der Tabelle zu machen. Die Sauerländer könnten zum zweiten Mal in Folge die Pre-Playoffs knapp verpassen.
sportal.de-Prognose: keine Playoff-Teilnahme
Die Straubing Tigers (58 Punkte aus 51 Spielen) und Hamburg Freezers (56 Punkte aus 51 Spielen) haben nur noch theoretische Chancen auf die Playoffs, die Kassel Huskies (50 Punkte aus 50 Spielen) sind bereits ausgeschieden.
Daniel Pietzker