Auch im Eishockey soll ein Trainerwechsel für kurzfristigen Erfolg sorgen. Bei den Mannheimer Adlern ist diese Möglichkeit bereits verpufft, auch unter dem neuen Trainer Teal Fowler nimmt die Talfahrt kein Ende.
Der DEL-Rekordmeister unterlag trotz starker Aufholjagd daheim mit 4:6 gegen Nürnberg und kassierte damit auch im zweiten Spiel unter seinem neuen Chefcoach eine Pleite. Für die Kurpfälzer gerät als Tabellenneunter die direkte Playoff-Qualifikation zunehmend in Gefahr. Das Maß der Dinge in der Liga bleibt Meister Eisbären Berlin, der in Köln nach 1:3-Rückstand noch 5:3 gewann.
Tiefer Sturz von Platz zwei
Die Berliner bauten damit ihren Vorsprung auf 15 Punkte vor Verfolger DEG Metro Stars aus. Die Düsseldorfer verloren 3:4 nach Penaltyschießen in Straubing. Dritter ist nun das Team aus Ingolstadt, das mit dem 4:2 gegen Iserlohn die Hannover Scorpions verdrängte. Die Niedersachsen patzten beim 2:3 nach Penaltyschießen gegen die Krefeld Pinguine. Der EHC Wolfsburg bezwang die Frankfurt Lions 4:2. Mit drei Treffern innerhalb von 61 Sekunden legte Augsburg den Grundstein zum 5:3-Erfolg gegen Schlusslicht Kassel.
Auch die Entlassung von Doug Mason hat die Talfahrt der Mannheimer bislang nicht stoppen können. Mitte Dezember waren die Adler noch Tabellenzweiter, doch von den vergangenen elf Spielen konnte einer der teuersten Kader der Liga nur eines gewinnen. Gegen Nürnberg lagen die Gastgeber vor 10.317 Zuschauern schon nach 25 Minuten 0:4 hinten. Neuzugang Jesse Schultz, Brad Leeb, Björn Barta und Greg Leeb trafen für die Franken. Erst dann wachten die Mannheimer auf. Mario Scalzo, Ahren Spylo, Ronny Arendt und Nathan Robinson glichen aus. Aber die Gäste blieben cool und kamen durch Simon Fischhaber und Greg Leeb doch noch zum dritten Sieg in Folge.
Stewarts Serie gerissen
In Köln riss nach zuletzt acht Siegen die Heimserie der Haie unter Trainer Bill Stewart. Vor der Saison-Rekordkulisse von 15.048 Zuschauern belohnten Mats Trygg (11. Minute) und Dusan Frosch (25.) den Angriffswirbel der Rheinländer mit dem 2:0. Tyson Mulocks Anschlusstor (26.) konterte Ivan Ciernik nur 42 Sekunden später mit dem 3:1. Doch dann ließen bei den Gastgebern die Kräfte immer mehr nach. Die Personalsorgen in der Defensive machten sich nun bemerkbar.
Die Berliner, die phasenweise kurz vor dem K.o. zu stehen schienen, meldeten sich eindrucksvoll zurück. Florian Busch und André Rankel glichen noch vor der zweiten Drittelpause aus, ehe Steve Walker die Weichen endgültig auf Sieg stellte. Rankel sorgte mit seinem 17. Saisontor ins leere Netz in der Schlussminute für die Entscheidung.
Die Wolfsburger hatten gegen Tabellennachbar Frankfurt unerwartet wenig Mühe. Christoph Höhenleitner (10.), Ken Magowan mit seinem 18. Saisontor (24.), Andreas Morczinietz (28.) und Kai Hospelt (34.) trafen für die Hausherren. Die Gäste, bei denen sich Jamie Wright wegen eines Checks von hinten früh eine 10-Minuten-Strafe einhandelte, mussten sich mit den zwei Toren von Jason Young (32./53.) begnügen.
Neuer Chefcoach der Niedersachsen wird in der kommenden Saison der bisherige Co-Trainer Pavel Gross. Er übernimmt das Amt von Toni Krinner, der beim DEL-Rivalen Hannover Scorpions den früheren Bundestrainer Hans Zach beerbt. Der gebürtige Tscheche Gross ist seit 2008 Co-Trainer bei den Wolfsburgern. In seiner Spielerkarriere gewann der 41-Jährige unter anderem drei DEL-Titel mit Adler Mannheim.
Das deutsche Eishockey-Nationalteam ist beim Belarus-Cup in Weißrussland Vierter und damit Letzter geworden. Das Team von Bundestrainer Jakob Kölliker verlor das Spiel um Platz drei gegen die Schweiz mit 0:1 (0:1, 0:0, 0:0).