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Walker und die Eisbären: Eine andere Liga
Walker und die Eisbären: Eine andere Liga
Auf dem Weg zum besten DEL-Torschützen aller Zeiten: Steve Walker

Steve Walker ist der erfolgreichste Eisbär der DEL-Geschichte und Trainer Don Jacksons wichtigster Spieler. Beim 5:2-Erfolg der Berliner in Mannheim erzielte er sein 200. DEL-Tor und demonstrierte zusammen mit seinen Teamkollegen die Stärke der Eisbären. sportal.de über Führungsspieler Walker und Berlins Dominanz.

„Er ist ein Phänomen", sagt Eisbären-Trainer Don Jackson (53) mit der ihm eigenen knappen Rhetorik über seinen Kapitän Steve Walker (36). Es sind immer wieder dieselben Tugenden, die Jackson an Walker lobt: Seine Leistungsbereitschaft, sein Wille, seine Einstellung zum Sport. Im zurückliegenden Finale gegen Düsseldorf spielte er mit gebrochenem Fuß, führte die Eisbären dennoch zum Titel.

Walker ist eine Vorbildfigur, ein wahrer Führungsspieler. Das betont nicht nur sein Trainer. Auch die jungen Nachwuchsstars, von denen es in Berlin so viele gibt, heben immer wieder hervor, wie wichtig der Kanadier ist, wie sehr er ihnen bei der Entwicklung hilft. „Zu Steve muss man nichts mehr sagen", meint André Rankel (24), einer aus der jungen Berliner Garde. „Seine Erfolge sprechen für sich. Steve ist einfach unglaublich!"

Beim 5:2-Sieg der Eisbären in Mannheim war der Stürmer wieder einmal zur Stelle, erzielte das zwischenzeitliche 2:1 für sein Team. Es war Walkers 200. DEL-Tor. Ein echter Meilenstein. Nur fünf Spielern ist dieses Kunststück vor ihm in der Geschichte der DEL geglückt. Sollte Walker (Elf Tore in 15 Spielen) weiter treffen wie bisher, könnte er in dieser Saison sogar Mike Bullard (48) ablösen. Bullard führt die ewige Torschützenliste mit 218 Treffern an.

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Erfolgreichster Eisbären-Torschütze

Seit dieser Spielzeit ist Walker auch Berlins bester Torjäger aller DEL-Zeiten, zog an Urgestein Sven Felski (34) vorbei. Doch persönliche Erfolge interessieren den zurückhaltenden Kanadier, der so gar kein Star sein will, nicht. „Hauptsache die Mannschaft hat Erfolg" ist sein Credo. Angesprochen auf die eigene Leistung reagiert er stets mit gewohnter Bescheidenheit. So auch nach seinem 200. Treffer in Mannheim. „Meine Mitspieler haben großen Anteil daran", meinte Walker. Die Mannschaft ist für Walker der Star, und er ihr unauffälliger Anführer. Vier Meistertitel und einen Pokalsieg feierte er in Berlin.

Und auch in dieser Spielzeit funktioniert diese Erfolgssymbiose. Nach dem Triumph über die Adler sind die Eisbären wieder Tabellenführer, und die Liga um eine Erkenntnis reicher. Denn eines haben die Berliner im Spitzenspiel eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Der Weg zur Meisterschaft führt einmal mehr nur über sie. Schnell, spielsicher, kombinationsstark - die Eisbären präsentierten sich, wie in den Vorjahren so oft, (fast) wie aus einer anderen Liga. Acht Mal zwangen sie die Adler alleine in der Anfangsphase zu unerlaubten Weitschüssen. Ein Zeichen dafür, wie hilflos der bisherige Tabellenführer aus Mannheim dem Druck der Eisbären gegenüber stand.

„Alle haben gesehen, wie gut Berlin ist"

Die Berliner Dominanz hinterließ Eindruck: „Alle haben heute gesehen, wie gut Berlin ist", sagte Adler-Trainer Doug Mason (55) nach der Partie fast ein wenig ehrfurchtsvoll. Vor der Spielzeit haben die Mannheimer viel Geld in die Hand genommen und mächtig aufgerüstet. Saisonziel: Meisterschaft. Nach dem ersten Vergleich der Saison sind die Adler auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Mehr als die Rolle eines recht aussichtslosen Verfolgers steht ihnen momentan nicht zu. Mason: „Da wo die Eisbären sind, müssen wir erst noch hinkommen."

Beim neuen und alten Liga-Primus herrscht Zufriedenheit: „Wir haben heute unser wohl bestes Saisonspiel gemacht", sagte Rankel. Ähnlich sah es Walker: „Nach der Niederlage gegen Augsburg haben wir uns viel vorgenommen und hatten damit Erfolg."
Für Walker bietet sich in dieser Saison womöglich die letzte Chance auf einen Titel. Denn die harte Arbeit auf dem Eis hinterließ seine Spuren. Im März 2008 riss er sich das vordere Kreuzband. Walker entschied sich für eine konservative Behandlung ohne Operation: „Das wäre ansonsten meine Karriereende gewesen". Seitdem plagen ihn immer wieder Knieprobleme, in der vergangenen Saison musste er mehrmals pausieren. Fast hätte er seine Laufbahn schon im Sommer beendet.

„Es liegt nur an Steve"

Doch hat Walker erst einmal seine Schlittschuhe geschnürt, ist von seinen 36 Jahren kaum etwas zu merken. Jackson: „Er hat trotz seines Alters kaum an Geschwindigkeit eingebüßt.". Zugleich besticht er durch herausragende Technik. „Was Steve mit der Scheibe anstellen kann, ist unglaublich", sagte Rankel einst bewundernd, nachdem er den Sprung in das Profiteam geschafft hatte.

Identifikationsfigur Walker will in Berlin natürlich niemand so einfach gehen lassen. Er habe ihm bereits ein Angebot vorgelegt, bestätige Manager Peter-John Lee (53) kürzlich. „Es liegt nur an Steve. Wenn er will, kann er noch ein Jahr dranhängen." Hatte Walker Anfang des Jahres eine weitere Vertragsverlängerung noch kategorisch ausgeschlossen, ist er mittlerweile offen für diese Option.

„Ich fühle mich fit", sagt Walker, dessen Knie zurzeit still hält. Es scheint, als überlege er momentan ernsthaft, doch noch ein Jahr dranzuhängen. Er ist eben ein Phänomen, dieser Steve Walker.

Daniel Pietzker

Steve Walker spielt aktuell seine zehnte Saison im Dress der Eisbären. In 531 DEL-Spielen erzielte er 200 Tore, verbuchte 337 Vorlagen und kommt somit auf 537 Punkte. Er ist der erfolgreichste Eisbär der Geschichte und zugleich der zweitbeste DEL-Scorer aller Zeiten.

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DEB-Team Letzter beim Belarus-Cup
Das deutsche Eishockey-Nationalteam ist beim Belarus-Cup in Weißrussland Vierter und damit Letzter geworden. Das Team von Bundestrainer Jakob Kölliker verlor das Spiel um Platz drei gegen die Schweiz mit 0:1 (0:1, 0:0, 0:0).
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