Titelverteidiger Russland und der einstige Erzfeind USA bestreiten bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Bern das erste Halbfinale.
Der große Favorit Russland mühte sich gegen den kleinen Bruder Weißrussland zu einem 4:3 (0:0, 3:3, 1:0)-Erfolg, danach gewannen die Amerikaner etwas überraschend mit 3:2 (0:0, 3:2, 0:0) gegen Finnland. In den weiteren Viertelfinals trifft Vizeweltmeister Kanada auf Lettland und Olympiasieger Schweden auf Tschechien.
Die Amerikaner revanchierten sich trotz des verdienten Rückstandes durch das siebte WM-Tor von Niko Kapanen (21.) für das letztjährige Viertelfinal-Aus gegen Finnland. Kapitän Dustin Brown (31.), T.J. Oshie (33.) und Ryan Suter (35.) drehten die Partie fast aus dem Nichts, Torhüter Robert Esche war ein starker Rückhalt. Hannes Hyvönen (38.) verkürzte nur noch gegen die US-Boys, die ihre vergangenen drei Turnierspiele verloren hatten, darunter war auch ein 1:4 gegen Russland.
Der Superstar rettet den Weltmeister
Erst der letztjährige WM-Held Ilya Kovalchuk erlöste den 24-maligen Weltmeister. Der Siegtorschütze des Endspiels überwand den einst in Deutschland tätigen weißrussischen Schlussmann Andrei Mezin in der 48. Minute mit einem haltbaren Schuss durch die Beine. "Ich denke, er hat ihn nicht richtig getroffen. Er kam ganz langsam, aber ich hatte mit einem harten Schuss gerechnet", sagte der Torwart.
Der vom Amerikaner Glen Hanlon trainierte Außenseiter stand erstmals seit 2006 in einem WM-Viertelfinale und hoffte lange auf eine Sensation wie beim olympischen Halbfinal-Einzug 2002. Konstantin Kolzov (23.) und Oleg Antonenko (34.) trafen zweimal zur Führung, dazwischen lag der Ausgleich durch Vitali Proshkin (26.). "Ihr erstes Tor hat uns geschockt. Unsere Strategie war, früh zu treffen und sie zum Angreifen zu zwingen", sagte Kovalchuk.
Schon im torlosen ersten Drittel deuteten die Weißrussen mit einem Pfostenschuss durch Andrei Antonov (4.) ihre Gefährlichkeit an. Konstantin Kolzov (23.) und Oleg Antonenko (34.) trafen im turbulenten Mittelabschnitt zweimal zur Führung, dazwischen lag der Ausgleich durch Vitali Proshkin (26.).
Vitali Atyushov (37.) und Alexander Frolov (38.) sorgten binnen 23 Sekunden für Russlands erste Führung, doch Ruslan Salei (40.) glich bei 5:3-Überzahl der Weißrussen sofort wieder aus. Der russische Keeper Ilya Bryzgalov musste daraufhin Platz für Alexander Eremenko machen, der anders als Mezin keinen Gegentreffer mehr zuließ.