Michael Hackert scheitert an Torwart Zoltan Hetenyi
Mit dem ersten hart erkämpften Sieg hat die deutsche Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft in der Schweiz beendet. Gegen die bereits als Absteiger feststehenden Ungarn siegte die sportlich eigentlich abgestiegene DEB-Auswahl mit einem glanzlosen 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) und verhinderte die erneute Blamage.
In der Endabrechung belegten die Schützlinge von Bundestrainer Uwe Krupp aber nur den vorletzten Platz unter den 16 Teilnehmern. Vor einem Jahr in Kanada hatte es noch zu Platz zehn gereicht, der aber durch Fan-Ärger über Krupp und den Fall Florian Busch überschattet wurde.
Fast 55 Jahre nach dem Fußball-Wunder von Bern sorgten Moritz Müller (4.) und Michael Bakos (34.) dafür, dass die Ungarn die deutschen Eishockey-Wunden nicht noch tiefer aufrissen. Andras Horvath (18.) gelang für die sieglos gebliebenen Magyaren der zwischenzeitliche Ausgleich.
Österreich steigt ab
Zweiter Absteiger neben Ungarn ist Österreich durch die 2:5- Niederlage gegen Dänemark. Nach dem 1:0-Sieg über Deutschland ist der Gang in die Zweitklassigkeit für die Österreicher diesmal besonders bitter. Dafür sind in Deutschland die WM-Rückkehrer Italien und Kasachstan dabei.
In der Weltrangliste rutschte die DEB-Auswahl vom zehnten auf den zwölften Platz ab. Damit warten 2010 in der Vorrunde zwei Top-Nationen als Gegner, da die Gruppen nach dem WM-Finale am Sonntagabend auf Basis der Rangliste festgelegt werden. Als 13. der Weltrangliste steht Dänemark bereits als erster Kontrahent fest.
Offensive lässt wieder Konsequenz vermissen
Die deutsche Mannschaft erwischte gegen Ungarn einen guten Start und ging durch ein sehenswertes Tor von Moritz Müller in Führung. Mit dem Rücken zum Tor schob der Kölner Verteidiger den Puck mit der Rückhand über die Linie, als ein Ungar auf der Strafbank saß. Es war erst der fünfte Turniertreffer der Deutschen, die zwar erneut viel häufiger schossen als der Außenseiter, in 3:5-Unterzahl aber den Ausgleich und unmittelbar danach fast noch den Rückstand kassierten.
In der Abwehr fehlte Verteidiger Sebastian Osterloh wegen einer Bauchmuskelzerrung. "Das ist eine total enttäuschende WM. Wir haben im nächsten Jahr einiges gutzumachen", sagte Osterloh.
Die erstmals seit 70 Jahren erstklassigen Ungarn waren danach längst nicht so unterlegen wie beim deutschen 6:2-Erfolg vor drei Jahren bei der B-WM in Frankreich. Trainer Pat Cortina, im Hauptberuf Coach von Zweitliga-Vizemeister EHC München, schimpfte daher, als Verteidiger Bakos bei deutscher 4:3-Überzahl zum Sieg einschoss.
68 Jahre nach der einzigen Niederlage gegen Ungarn fehlte in der Offensive aber wie bisher die Konsequenz. Unter dem Strich gab es bei der WM in sechs Partien nur kümmerliche zwei Stürmer-Tore durch Christoph Ullmann und Jochen Hecht.