Jürgen Klopp stand sichtlich unter Strom, als er nach dem erfolgreichen Pokalauftritt von Borussia Dortmund bei Holstein Kiel bei der ARD zum TV-Interview erschien. Der BVB-Coach hielt sich auch nicht lange zurück und machte seinem Frust und seiner Verärgerung Luft.
Er echauffierte sich über die Platzverhältnisse in Kiel und die Tatsache, dass aufgrund der TV-Übertragung eine Absage oder Verschiebung der Partie nicht einmal in Erwägung gezogen werde. "Man spielt auch nicht Eishockey auf Rasen. Das ist im Profi-Fußball nicht in Ordnung. Es müsste ein Platz mit Rasenheizung zur Verfügung gestellt werden. Wir sind froh, dass es keine schweren Verletzungen gab", erklärte Klopp und schimpfte, der Platz sei eigentlich nicht zu verantworten gewesen. Die Spieler hätten kein passendes Schuhwerk für diese Bedingungen gehabt. Er nahm vor allem den DFB in die Pflicht und forderte in Zukunft adäquate Bedingungen für solch ein Hochglanzspiel.
Gastgeber Kiel war kein Vorwurf zu machen. Extra war noch ein neuer Rase verlegt worden und erst drei Stunden vor dem Anpfiff war ein 8000 Quadratmeter großes Klima-Zelt über dem Rasen entfernt worden, das ein Anfrieren des Bodens hätte verhindern sollen - vergeblich. Ohne Rasenheizung glich der Untergrund an vielen Stellen einer Betonpiste.
Doch was bedeuten Klopps Forderungen konkret? Sollte Vereine tatsächlich auf ihren Heimvorteil verzichten und in eine andere Stadt ausweichen müssen, nur weil keine Rasenheizung zur Verfügung steht? Ist die Macht des Fernsehens wirklich so groß, dass Spiele ausgetragen werden, obwohl es unverantwortlich ist?
Ist Klopps Kritik womöglich übertrieben, da es im Winter nun mal vorkommen kann, dass Schnee und Eis für schwierige Platzverhältnisse sorgen, man deshalb aber nicht gleich jedes Spiel absagen oder verschieben kann? Wie gewohnt ist in der Diskussion der Woche Ihre Meinung gefragt.