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Der neue WBA-Weltmeister heißt David Haye
Der neue WBA-Weltmeister heißt David Haye
David Haye ist neuer Weltmeister

Der Brite David Haye hat die Weltmeisterschaft nach Version der WBA gegen Nikolai Valuev gewonnen. Dabei verlor der 2,13 Meter große Russe seinen Titel vor 8000 Zuschauern in Nürnberg in einem unspektakulären Kampf nach Punkten (112:116, 112:116, 114:114) und büßte damit zum zweiten Mal in seiner Karriere den WBA-Gürtel ein.

Haye konnte mit blitzartigen Kontern mehr Treffer als der Russe landen. In der zwölften Runde brachte Haye seinen Rivalen mit einem linken Haken gar ins Wanken. Valuev konnte den schnellen und wendigen Herausforderer nur selten stellen und schlug zahlreiche Luftlöcher.

Spektakulär groß gegen spektakulär großmäulig

Die Konstellation war eindeutig. Bei der Suche nach dem Weltmeister im Schwergewicht (WBA) traf der Titelverteidiger, der spektakulär große Nikolai Valuev, auf den spektakulär großmäuligen David Haye. sportal.de schaute sich genau an, ob auch spektakulär geboxt wurde.

Haye reiste mit einer beeindruckenden K.o.-Quote von 95 Prozent an. Allerdings erreichte er diese im Cruisergewicht. Das Schwergewicht ist mehr oder weniger Neuland für den Lautsprecher aus Bermondsey, London. Er bestritt in dieser Klasse bisher nur einen Profi-Kampf (TKO. in Runde fünf gegen Monte Barrett).

Und dass die Limits beim Schwergewicht nach oben hin offen sind, verkörpert Gegner Nikolai Valuev auf einzigartige Weise: Er ist 22 Zentimeter größer, 45 Kilogramm schwerer, und seine Reichweite ist um 17 Zentimeter größer als die von Haye.

Vor diesem David gegen Goliath-Kampf stand also vor allem die Frage: Kann der kleine David mit der großen Klappe seinen markigen Worten auch Taten folgen lassen und den schweren Russen in Rente schicken?

Der Tanz um den Riesen

Die erste Runde begann verhalten. Valuev boxte im Vorwärtsgang gegen einen David Haye, der besonnen abwartete, beweglich auf seine Chance lauerte, um dann zu punkten. Exemplarisch ein satter Körpertreffer, der allerdings Valuev nicht zu kratzen schien.

Auch in der zweiten Runde gingen die klareren Treffer an Haye. Insgesamt deutete sich aber an, was schon viele vermuteten: es gab wenig Action im Ring. Der kleine Haye tanzte um den Riesen, konnte zwar eine schöne Links-Rechts Kombination anbringen, aber ob das reichen würde, um auf fremdem Parkett den Sieg mitzunehmen? 2000 mitgereiste britische Fans waren begeistert, jedoch gehörte die Halle den mehrheitlich anwesenden Valuev-Anhängern.

Haye glänzte durch die starke Linke

In der vierten Runde ließ Haye dann etwas nach, Valuev konnte Treffer landen. Haye schlug zweimal ins Leere und vergeudete Energie. Der Russe konnte den Kampf so ausgeglichener gestalten.

Valuev versuchte es mit vielen Schlägen, landete allerdings gegen den immer noch sehr beweglichen Briten nur wenige Treffer. Haye ließ sich nun vereinzelt auf einen Schlagabtausch ein, traf ein ums andere mal über die Außen, vor allem mit der Linken.

In Runde sieben zeigte sich das gleiche Bild. Der immer noch fleißig im Vorwärtsgang boxende Valuev konnte mit einem schönen Kontertreffer aufwarten. Der Brite tat weniger als der Russe, das, was er machte, wirkte allerdings überlegter und cleverer. Taktisch sehr geschickt startete er immer wieder explosiv in den Gegner und traf mit schönen Links-Rechts-Kombinationen.

Langeweile machte sich breit, da traf Haye das Kinn des Riesen!

In der neunten Runde konnte Haye dann eine krachende Rechte durch die Deckung ins Ziel bringen. Es änderte sich nicht viel. Geschickter Rückwärtsgang bei Haye, mit einigen klar definierten Treffern, viele Schläge auf Seiten des Russen, bei schlechter Trefferquote.

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David Haye: "Valuev hat einen sehr harten Kopf. Ich habe noch nie gegen so etwas Hartes geschlagen."
vor
Die letzte Runde überraschte dann alle Beteiligten ein wenig. Nicht, dass der Russe auf die Bretter musste, dennoch ein Hauch von Spektakel lag nun in der Luft. David Haye konnte zweimal in kurzer Folge seine Linke ins Ziel bringen und der Riese wankte. Deutlich durchgeschüttelt fiel er aber nicht. Dennoch, diese Runde hatte es den Punktrichtern letztlich unmöglich gemacht, gegen Haye zu werten und so konnte er seinen 23. Sieg im 24. Kampf feiern.

Haye: "Ich wusste, dass ich der Beste bin"

Gekrönt wurde das ganze mit dem Gürtel der WBA über den sich der Brite überschwänglich freute: "Das hat mir alles bedeutet. Seit ich ein kleiner Knirps war, wollte ich Weltmeister werden. Heute ist der Tag gekommen. Ich habe den Größten in der Geschichte geschlagen. Ich wusste schon bei der Vertragsunterzeichnung, dass ich ihn packen werde. Ich wusste, dass ich der Beste bin. Ich wollte noch aggressiver sein. Ich war clever genug und habe mein Gehirn eingesetzt. Heute Abend wird ein Fass aufgemacht.", sagte er gegenüber der ARD.

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Do swidanja Niko, welcome Mr. Haye!

Der 36-jährige Russe büßte damit zum zweiten Mal in seiner Karriere den WBA-Gürtel ein. Seine erste Niederlage hatte der für den Berliner Sauerland-Stall kämpfende Champion, der von Don King co-promotet wird, vor zweieinhalb Jahren gegen den Usbeken Ruslan Chagaev hinnehmen müssen. Für Valuev könnte dies der letzte Kampf auf ganz großer Bühne gewesen sein. Nicht wenige Boxfans werden den schwerfälligen Giganten nicht vermissen.

Gespannt darf man dagegen auf die nächsten Auftritte von David Haye sein, der gezeigt hat, dass er längst nicht so heißspornig boxt, wie er sich vermarktet und nun vielleicht auch die Chuzpe hat, den Klitschkos gegenüber zu treten. Allerdings wird er wohl bis zum 31. Mai nächsten Jahres erst einmal eine Pflichtverteidigung gegen John Ruiz, die Nummer eins der WBA-Rangliste, bestreiten.

Haye gab dann auch gleich den Gong zur nächsten Runde im verbalen Vorgeplänkel. "Er ist ein guter Kämpfer. Aber ich bin zu schnell für ihn. Ich werde ihn K.o. schlagen." Der 38-jährige Ruiz, der im Vorprogramm einen TKO-Sieg gegen den Deutsch-Türken Adnan Serin erreichte, verkündete anschließend selbstbewusst: "Haye ist ein Tänzer, ich bin mehr ein Kämpfer." Ein schlagbarer Kämpfer obendrein, so hat Ruiz doch schon zweimal gegen Valuev, zuletzt im August 2008, verloren und insgesamt acht Niederlagen in seinem Kampfrekord zu verzeichnen.

Michel Massing

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