Sylvester folgt auf Abraham

Sebastian Sylvester
Sebastian Sylvester ist Nachfolger von Arthur Abraham als Weltmeister im Mittelgewicht nach Version der IBF. Im Kampf um den vakanten Titel bezwang Sylvester im ausverkauften Jahnsportforum in Neubrandenburg vor 5000 Zuschauern Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik nach Punkten und feierte den 32. Sieg im 35. Kampf.
Nachdem König Arthur Abraham seinen IBF-Titel niederlegte, um ins Supermittelgewicht aufzusteigen, nutzte Sylvester die Chance den vakanten Gürtel für sich zu gewinnen. Sylvester hatte zuletzt im November 2008 in seinem ersten WM-Kampf in Oberhausen versucht, die WBA-Krone von Weltmeister Felix Sturm zu gewinnen. Dieser Ansturm blieb allerdings erfolglos, Lorenzo kassierte die zweite Niederlage im 29. Fight.
Der zweite Streich gelingt
Bei seinem zweiten Versuch, einen Weltmeistertitel zu erreichen, präsentierte er sich verbessert. Mit viel Geduld und taktischer Disziplin konnte er Giovanni Lorenzo in die Knie zwingen. So eindeutig wie in Runde sechs, wo Sylvester klare Treffer mit links und rechts zum Kopf von Lorenzo durchbringen konnte, war es allerdings nicht. In den ersten beiden Runden verbuchte der unkonventionell fightende Lorenzo ein leichtes Plus.
Danach änderte der taktisch hervorragend eingestellte Neubrandenburger Publikumsliebling seine Marschroute. "Ich habe ihm vor der dritten Runde gesagt, dass er weniger, aber dafür konzentrierter schlagen soll", erläuterte Röwer, zu dessen ersten telefonischen Gratulanten Trainerkollege Fritz Sdunek aus Los Angeles gehörte. So konnte Sylvester an diesem Zeitpunkt über weite Strecken des guten Kampfes den Ton angeben.
Die letztendlich knappe Entscheidung von 2:1 überraschte anschließend Zuschauer und Experten gleichermaßen. Pawel Kardyni aus Polen hatte ein 116:112 gesehen, Alfred Asaro aus Frankreich wertete 115:113, das Urteil von Valerie Dorsett aus den USA fiel - etwas verwunderlich - 111:116 aus. "Ich weiß nicht, vielleicht hat sie nebenbei was anderes gemacht", mutmaßte Weltmeister-Vorgänger Abraham der beim Kampf zu gegen war.
Der Gürtel wird jetzt festgehalten
"Egal, jetzt ist der Gürtel in Greifswald", sagte Sylvester nach dem Kampf in der ARD unter dem Jubel des Publikums: "So schnell lasse ich ihn jetzt nicht mehr los." Sein Gegner Lorenzo musste eingestehen: "Es war ein guter Kampf. Er hat gut geboxt. Er hat verdient gewonnen." Ob der Sauerland-Schützling in die großen Fußstapfen von Arhtur Abraham passt, muss er in den nächsten Kämpfen zeigen. Spätestens in einem halben Jahr muss der neue Weltmeister seinen Titel das erste Mal verteidigen.
Im zweiten Hauptkampf verteidigte Francesco Pianeta aus Gelsenkirchen seinen EU-Meistertitel im Schwergewicht. Er siegte über den 18 Jahre älteren Herausforderer Matt Skelton aus Großbritannien durch technischen K.o. (Aufgabe) in der 9. Runde. Skelton hatte sich die rechte Hand in Runde sieben verletzt, hielt noch zwei Runden durch ehe er aufgeben musste. Pianeta blieb damit auch im 20. Kampf seiner Karriere ungeschlagen.