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Die 10 besten Mittelgewichtler aller Zeiten
Die 10 besten Mittelgewichtler aller Zeiten
Sugar Ray Robinson gilt als bester Mittelgewichtler aller Zeiten

 

In kaum einer Disziplin geht es so sehr darum der Beste zu sein wie im Boxen. War es bei den Rückschlagspielen Anfang des 20. Jahrhundert beispielsweise noch wichtig bei den Schaukämpfen den Gegner gut aussehen zu lassen und möglichst lange, attraktive Ballwechsel zu zeigen, suchten die Boxer bereits damals den schnellsten Weg zum Sieg - den Knockout!

Das Schwergewicht gilt als Königklasse in der Boxwelt. In keiner anderen Gewichtsklasse ist die K.o.-Quote höher, der Weg zum schnellen Geld kürzer. Die wirklich interessanten, technisch anspruchsvollen Kämpfe sah und sieht man noch heute meist ein paar Klassen tiefer. Ob nun im Weltergewicht, dem Mittelgewicht oder Halbschwergewicht. Dort wo Boxer selten eine Plautze vor sich her schleppen, kamen die interessantesten Fights zustande.

Und weil die Gewichtsklassen so dicht aufeinander folgen haben sie einen zusätzlichen Reiz: Man kann zusätzlich Klassenübergreifend den Pound-for-Pound Champion ermitteln. Anlässlich der Titelverteidigung von Arthur Abraham gegen Lajuan Simon hat sportal.de eine Liste der zehn besten Mittelgewichtler aller Zeiten aufgestellt.

Eine derartige Liste ist natürlich subjektiv. Als Hauptkriterium zählte wie so oft im Leistungssport der Erfolg. Im Mittelgewicht gab es seit Austragung von Weltmeisterschaften (erste 1890) allerdings weit über 50 verschiedene Weltmeister. Wer also hat eine ganze Ära geprägt? Wer war in seiner Klasse nahezu unschlagbar?

Der ein oder andere Leser wird schillernde Namen wie Sugar Ray Leonard, Thomas Hearns, Roy Jones Junior oder Oscar De La Hoya vermissen. Zweifelsohne vier der wohl besten Boxer aller Zeiten. Allerdings auch vier Kämpfer, die jeweils nur ein einziges Mal Weltmeister im Mittelgewicht waren und eher andere Gewichtsklassen prägten.

Weiterführende Links:
 
  Schwergewicht: Die Top Ten
  Superchamp Kelly Pavlik im Porträt
  Der beste Amateur aller Zeiten
  Showtraining mit Arthur Abraham
 

Platz 10) Julian Jackson
Kämpfe: 61 - Siege: 55 (49 K.o.) - Niederlagen: 6 (6 K.o.) - K.o.-Quote: 80,3 Prozent -Stil: Linksauslage - Kampfname: The Hawk

Der auf den Virgin Islands geborene Jackson gehört zweifelsohne bis heute zu den härtesten Punchern aller Zeiten. Nicht umsonst wählte das Ring Magazine ihn 2003 auf den sechsten Platz der 100 großartigsten Punchern der Box-Geschichte (die damals höchste Einstufung eines Mittelgewicht-Boxers).

Er selbst lebte davon, denn einstecken konnte er kaum, ging sechsmal in seiner Karriere K.o. und wurde unter den Kritikern als Boxer mit Glaskinn gehandelt. Wenn er aber traf, dann beeindruckte er. Kaum ein Mittelgewichtsboxer konnte und kann eine derart hohe K.o.-Quote vorweisen, wie Jackson über seine gesamte Karriere hinweg.

1990 stieg er als WBA-Weltmeister im Halbmittelgewicht eine Gewichtsklasse auf und durfte nach zwei Aufbaukämpfen um die vakante WBC-Krone boxen. Etwas mehr als drei Runden gab Jackson seinem Gegner Herol Graham, der versuchte, durch schnelle Beine zum Erfolg zu kommen, bevor eine krachende Rechte den Showdown beendete. Graham verlor daraufhin für knapp fünf Minuten das Bewusstsein.

Viermal konnte er den Titel verteidigen, bevor er ihn 1993 gegen Gerald McClellan (verlor alle drei Duelle mit ihm) wieder verlor. Nachdem dieser den Titel niederlegte holte sich Jackson den erneut vakanten Gürtel 1995 wieder zurück. Jackson ist der einzige nicht mehr aktive Boxer in der sportal.de-Rangliste, der nicht in der Internationalen Hall of Fame gelistet ist.

Platz 9) Kelly Pavlik
Kämpfe: 36 - Siege: 35 (31 K.o.) - Niederlagen: 1 - K.o.-Quote: 86,11 Prozent
Stil: Linksauslage - Kampfname: The Ghost

Seit September 2007 trägt Kelly Pavlik aktuell die Gürtel der WBO und des WBC, nachdem er Jermain Taylor sensationell durch technischen K.o. in der siebten Runde besiegte und auch den Rückkampf klar dominierte. Im Mittelgewicht ist er dazu noch ungeschlagen auch wenn seine Kampfbilanz etwas anderes vermuten lässt.

Diesen Makel in Pavliks Box-Vergangenheit musste der in Youngstown/Ohio geborene und heute noch lebende US-Amerikaner gegen Bernard Hopkins bei einem Showfight im Oktober 2008 hinnehmen. HBO lehnte die Vorschläge für eine Titelverteidigung Pavliks gegen diverse Herausforderer ab und um eine große Börse zu bekommen einigte sich Top Rank, die Pavlik seit der ersten Stunde promoten, mit Hopkins auf einen Showkampf ohne Gürtel.

In seiner Heimatstadt ist er der absolute Superstar. Tausende Youngstowner reisten in der Vergangenheit quer durch die Staaten, um ihr Idol bei den Kämpfen zu unterstützen. In der gesamten Boxszene gibt es wohl kaum eine vergleichbare Bedeutung eines Boxers für die Heimatstadt. Außerhalb derer ist die Popularität allerdings noch lange nicht so groß, wie sie angesichts seiner Fähigkeiten sein müsste.

Als Doppelchampion im Mittelgewicht ist er für zahlreiche Boxer zu einem der attraktivsten Herausforderungen geworden. Seine Athletik und enorm hohe Schlagfrequenz gepaart mit Schlaghärte und Technik lässt nur das Fazit zu: Sollte er die Gewichtsklasse nicht wechseln, wird er der Beste seiner Klasse auf lange Zeit bleiben und früher oder später in die Hall of Fame aufgenommen werden. Pavlik sagte einmal, dass er nach seiner Karriere mit Boxern wie Hearns oder Hagler in einem Atemzug genannt werden will. Er ist auf einen guten Weg dorthin.

Platz 8) Jack Dempsey
Kämpfe: 66 - Siege: 46 (16 K.o.) - Niederlagen: 3 (3 K.o.) - Unentschieden: 10 - Keine Wertung: 7 - Stil: Linksauslage - Kampfname: The Nonpareil

Der gebürtige Ire war der erste Weltmeister im Mittelgewicht und Vorbild zahlreicher späterer Boxer (so nannte sich zum Beispiel Schwergewichtslegende William Dempsey im zu Ehren um). Vor seiner Karriere als einer der beliebtesten Boxer des 19. Jahrhunderts in Amerika, tourte er als Show-Wrestler gemeinsam mit seinem Bruder durch die Bundesstaaten.

Dempsey war aber nicht nur Boxer, sondern auch seiner Zeit bereits Trainer. So hatte er unter anderem Jack McAuliffe unter seinen Fittichen. Seinen ersten offiziell registrierten Fight absolvierte er 1883 - das Ergebnis ist allerdings nicht bekannt. Seine Bilanz war beeindruckend und so bekam er schnell den Ruf, des Unbesiegbaren, den er dann auch als Kampfnamen wählte. Seine Stärke war, dass er mit links und rechts gleichermaßen stark schlug.

1890 bekam er die Chance, um die WM-Krone im Mittelgewicht zu boxen und siegte in der 28. Runde durch K.o. gegen Billy McCarthy in San Francisco. Nur ein Jahr später verlor er bei seiner ersten Titelverteidigung gleich wieder den Gürtel. Er soll aber damals in schlechter konditioneller Verfassung gewesen sein und die Spritzigkeit vergangener Jahre verloren haben. 1954 nahm ihn das populärste Boxmagazin der Welt, The Ring Magazine, in ihre Hall of Fame auf. 38 Jahre später zog die Internationale Hall of Fame nach.

Platz 7) Harry Greb
Kämpfe: 299 - Siege: 261 (48 K.o.) - Niederlagen: 19 (2 K.o.) - Unentschieden: 15 - Keine Wertung: 4 - Stil: Linksauslage - Kampfname: The Human Windmill

In den 1920er Jahren gehörte Harry Greb zur Creme de la Creme des Mittelgewichts, boxte aber in erster Linie gegen höhere Klassen. So schlug er sogar Gegner, die mit einem Kampfgewicht von über 20 Kilogramm mehr auf den Rippen (als Beispiel sei an dieser Stelle Bill Brennan genannt) gegen ihn antraten. Auch Gene Tunney machte als Halbschwergewichtler seine Erfahrung mit dem besonders aggressiv boxenden Greb, der ihm 1922 dessen erste und einzige Profiniederlage beifügte (Ring Magazine kürte den Fight zum Kampf des Jahres).

Das Rezept der menschlichen Windmühle war, dass er den Gegner versuchte durch den Ring zu treiben. Er galt als ein Boxer mit enorm hoher Schlagfrequenz, der den offenen Schlagabtausch suchte. Er hatte gute Nehmerqualitäten und suchte mutig den Weg nach vorne. Ebenso war er aber für unfaire Mittel bekannt. So soll er zum Beispiel die Schnürsenkel seiner Handschuhe so präpariert haben, dass er bei Schlägen den Gegner mit den Enden verletzten konnte.

Greb war von 1923 bis 1926 Weltmeister im Mittelgewicht und wurde 1990 in die Internationale Boxing Hall of Fame aufgenommen. Der Legende nach soll er die letzten Kämpfe sogar mit nur noch einem sehenden Auge bestritten haben. Er starb im Alter von 32 Jahren nach einer Operation am Kopf (es gibt unterschiedliche Überlieferungen, ob es sich um eine Augen- oder Nasenoperation handelte).

Greb war zu Lebzeiten einer der dominierenden Boxer, nicht nur in seiner Gewichtsklasse. Mit seiner aggressiven Boxart beeinflusste er nachkommende Generationen. Sein Wille, einen Kampf zu gewinnen, ist bis heute fast unerreicht.

Platz 6) Stanley Ketchel
Kämpfe: 64 - Siege: 53 (48 K.o.) - Niederlagen: 5 (2 K.o.) - Unentschieden: 5 - Keine Wertung: 1 - Stil: nicht bekannt - Kampfname: The Michigan Assassin

Über Stanley Ketchel ist nur wenig bekannt, genauer gesagt gibt es zu vielen Angaben über ihn mehrere Versionen. Beispielsweise wie und wo er gelebt haben soll, denn zu seiner Zeit wurde noch sehr wenig über die einzelnen Boxkämpfe aufgeschrieben. Nat Fleischer, bekanntester Boxjournalist und Gründer der Zeitschrift The Ring Magazine, trug einst die Mythen über den polinisch-stämmigen Boxer zusammen.

Ketchel wurde im Alter von 14 Jahren Vollwaise und schlug sich fortan alleine durchs Leben. In dieser Zeit bis zu seinem ersten Boxkampf als 16-Jähriger soll er seine später gefürchtete Furchtlosigkeit erlangt haben. Ähnlich wie Greb attackierte Ketchel seine Gegner wie ein Besessener und erhielt seinen etwas zweifelhaften Beinamen.
Fast genau vier Jahre nach seinem Profi-Debüt boxte er um den Weltmeistertitel im Mittelgewicht gegen Billy Papke (1907). Bekannt wurde er aber für sein Duell mit Schwergewichtsweltmeister Jack Johnson, den er 1909 am Rande des K.o. gehabt haben soll. Johnson wog knapp 18 Kilogramm mehr als Ketchel, doch der Mittelgewichtler erwischte ihn so fertig, dass Johnson in Runde 12 zu Boden musste. Übermotiviert rannte er anschließend in eine Rechte des Schwergewichtlers und wurde ausgezählt.

Sein Mut und seine Schlagkraft begeisterte nicht nur Nat Fleischer, der Ketchel seiner Zeit als besten Mittelgewichtler aller Zeiten betitelte, in einer 2004 neu aufgelegten Liste der 100 härtesten Puncher landete er (wie zuvor Jackson) auf Rang sechs. Ketchels Leben endete so tragisch, wie es als Jugendlicher seinen Lauf nahm. Als er sich auf einer Farm auf einen vermeintlichen Rückkampf mit Johnson vorbereitete, soll er etwas mit der Frau eines Farmhelfers angefangen haben und wurde von ihm erschossen. 1990 nahm man ihn in die International Boxing Hall of Fame auf.

In der kurzen Zeit als Profi-Boxer hat Ketchel das Mittelgewicht aufgemischt und großartige Kämpfe abgeliefert. Er gehörte zweifelsohne zu den Besten seiner Zunft und hätte wohl eine noch weitaus größere Karriere hingelegt. Angesichts der Überlieferungen über seinen Kampfstil, dem unbändigen Willen und seiner Bilanz ist Rang sechs für ihn bestimmt.

Platz 5) Bob Fitzsimmons
Kämpfe: 93 - Siege: 60 (51 K.o.) - 8 (7 K.o.) - Unentschieden: 6 - Keine Wertung: 19 - Stil: Linksausleger - Kampfname: Ruby

Der gebürtige Englänger Robert James Fitzsimmons siedelte als Jugendlicher mit seinen Eltern nach Neuseeland über und ist bis heute dort noch immer eine Boxlegende - ähnlich wie hier Max Schmeling.

Fitzsimmons wurde aufgrund seines Aussehens belächelt, denn er hatte eine Halbglatze und für einen Boxern sehr dünne Beine. Trotzdem konnte er sich behaupten, denn er gehörte zur Jahrhundertwende des 19. ins 20. Jahrhunderts zu den Aushängeschildern des Boxsports. Seinen ersten Titel holte Ruby gegen Jack Dempsey, dem er als erster Boxer den WM-Titel im Mittelgewicht abnahm.

Das Besondere an Fitzsimmons war, dass er durch seine enorm ausgeprägte Schlaghärte in jeglichen Klassen gefürchtet wurde. Und so boxte er als Mittelgewichtler um die Kronen im Halbschwergewicht und Schwergewicht - mit Erfolg. Im Abstand von jeweils sechs Jahren nach seinem ersten EM-Gürtel besiegte er James J. Corbett und George Gardner und wurde als erster Boxer überhaupt Titelträger in drei unterschiedlichen Gewichtsklassen!

Ruby gehörte schon damals zu den Boxern, die nicht nur Wert auf ihren Punch legten, sondern auch gezieltes Aufbautraining machten und verschiedene Deckungen entwickelten - Rang 5.

Platz 4) Carlos Monzón
Kämpfe: 100 - Siege: 87 (59 K.o.) - Niederlagen: 3 - Unentschieden: 9 - Keine Wertung: 1 - Stil: Linksauslage - Kampfname: Escopeta

Sieben Jahre seit seinem spektakulären T-K.o.-Sieg über Nino Benvenuti 1970, trug er den Gürtel der WBA, vier Jahre lang den des WBC (1974 wurde der vorher gemeinsam geführte WM-Titel in zwei Ausscheidungen aufgesplittet, der WBC-Gürtel für vakant erklärt). 1976 holte er sich diesen dann aber zurück und vereinte wieder die beiden Gürtel.

Seine einzigen Niederlagen kassierte er in den Anfangsjahren seiner Karriere. 1977 trat er als „unbesiegter" Champion zurück. Seinen Spitznamen Escopeta, die Flinte, erlangte er durch den gezielten und schnellen Einsatz seiner Rechten. Monzon war ansonsten ein Führhandboxer, der im richtigen Moment einen rechten Jab abfeuerte.

Vor dem sensationellen Sieg über Benvenuti war der in den Slums von Santa Fe/Argentinien groß gewordene Boxer noch gänzlich unbekannt. Nach seiner Karriere ging es aber steil bergab mit ihm. Nach einigen kleinen Filmrollen kam er mit dem Gesetz in Konflikt (verprügelte unter anderen einen aufdringlichen Fotografen, später mehrfach seine Frau). 1988 erlebte er seinen Tiefpunkt als er auf dramatische Art und Weise seine Frau umbrachte. Sieben Jahre später fuhr er während eines Freigangs seinen Wagen gegen einen Baum. Gerüchte, nachdem es Selbstmord gewesen sein soll, konnten nie bewiesen werden.

Platz 3) Bernard Hopkins
Kämpfe: 56 - Siege: 49 (32 K.o.) - Niederlagen: 5 - Unentschieden: 1 - Keine Wertung: 1 - Stil: Linksauslage - Kampfname: The Executioner / B-Hop

Bernard Hopkins ist in vielerlei Hinsicht ein Phänomen des Mittelgewichts und sprengte in seiner Karriere, die bis heute noch nicht beendet ist, einige Rekorde. So ist er mit insgesamt 20 Titelverteidigungen absoluter Rekordhalter in dieser Gewichtsklasse. Zehn Jahre hielt er den Gürtel der IBF und ist auch in dieser Beziehung Rekordhalter.

The Executioner war schon als Jugendlicher ein Draufgänger, überfiel Ältere in seinem Viertel und klaute ihnen Geld. Im Alter von 17 Jahren musste er ins Gefängnis (wurde zu 18 Jahren verurteilt), kam aber wegen guter Führung nach fast fünf Jahren wieder frei. Die Zeit im Gefängnis nannte er einst eine „harte Schule", die ihn geläutert hatte und ihn härter trainieren ließ, als andere.

Als einziger Mittelgewichtler aller Zeiten schaffte Hopkins es, alle Gürtel der großen Verbände nacheinander zu vereinen. So holte er 2001 die Gürtel der WBA und WBC von Keith Holmes und Felix Trinidad, bevor er in einem seiner größten Kämpfe gegen Oscar De La Hoya 2004 im MGM Grand in Las Vegas das Quadrupel perfekt machte.

2005 verlor er gegen Jermain Taylor gleich zweimal hintereinander und boxte zuletzt gegen Joe Calzaghe und Kelly Pavlik (siehe oben) nicht des Ruhmes, sondern des Geldes wegen. Die insgesamt beeindruckende Bilanz als Champion aller Verbände entschied am Ende knapp gegenüber Monzón.

Platz 2) Marvin Hagler
Kämpfe: 67 - Siege: 62 (52 K.o.) - Niederlagen: 3 - Unentschieden: 2
Stil: Rechtsauslage - Kampfname: Marvelous

In den 1980er Jahren bestimmten vier Boxer Gewichtsklassen-übergreifend die Szene: Hearns, Roberto Duran, Sugar Ray Leonard und eben Marvin Hagler. Hearns und Duran konnte er in seiner Laufbahn jeweils einmal besiegen, während er in seinem letzten Profikampf gegen Sugar Ray Leonard durch eine 1:2-Punkteentscheidung verlor.

Vorher aber brauchte er lange Zeit bis er überhaupt eine WM-Chance bekam, obwohl er bereits als einer der talentiertesten Boxer auserkoren war. 1979 erreichte er gegen Vito Antuofermo allerdings zunächst nur ein Unentschieden, bevor er zehn Monate später gegen Alan Minter im Wembley Stadion die Titel der WBA und WBC erkämpfte. Hagler gilt bis heute als Mittelgewichtler mit der besten Nehmerqualität (musste nur einmal in seiner Karriere zu Boden).

Superstar-Status erhielt er aber erst nach seinem K.o.-Sieg über Thomas Hearns 1985. Der Kampf wurde als „The War" promotet und das Hass-Duell ergoss sich ab der ersten Runde. Die beiden Boxer gingen wie Stiere aufeinander los. Hearns traf Hagler mehrfach mit schweren Treffern. Hagler schüttelte diese aber einfach ab und trieb Hearns in die Seile - das Publikum tobte. Dass Ring Magazine kürte die Runde zur besten Runde in der Boxhistorie.

Es blieb beim extrem aufwendigen Kampfstil der Beiden, doch Hearns schien die schlechteren Beine zu haben. Hagler wechselte zudem mehrfach die Auslage und verwirrte so seinen Kontrahenten. Die dritte Runde musste kurz unterbrochen werden, da Hagler aus einem Cut aus der ersten Runde blutete. Davon ließ er sich aber nicht beeinträchtigen - Marvelous suchte den Knockout. Kurz nach der Unterbrechung schickte Hagler den Hitman zu Boden.

Hagler wurde 1983 und 1985 vom Ring Magazine zum besten Kämpfer des Jahres gewählt. In nahezu allen Listen über die besten Mittelgewichtler aller Zeiten wurde er stets unter die Top 5 gewählt. 1993 nahmen ihn die International und die World Boxing Hall of Fame auf. Für sportal.de war seine Variabilität, sein guter Punch und die Tatsache, dass er sich den besten Boxern seiner Zeit (meist mit Erfolg) stellte, Grund für die zweithöchste Platzierung.

Platz 1) Sugar Ray Robinson
Kämpfe: 200 - Siege: 173 (108 K.o.) - Niederlagen: 19 (1 K.o.) - Unentschieden: 6 - Keine Wertung: 2 - Stil: Linksauslage - Kampfname: Sugar

Geht es um die Spitzenposition in einem Mittelgewichts-Ranking, kommt man an Sugar Ray Robinson nicht vorbei. Der in Harlem aufgewachsene Rechtsausleger ist die Legende im Mittelgewicht und beherrschte es 25 Jahre lang.

Seine ersten Erfolge feierte er allerdings als Weltergewichtler, bevor er 1951 im zweiten Anlauf gegen Randy Turpin in seiner Heimatstadt New York Weltmeister im Mittelgewicht wurde (verteidigte anschließend unter anderem gegen Jake LaMotta). Insgesamt fünf Mal holte sich Sugar den Titel und bestimmte zwischen 1940 (seinem Profidebüt) und 1965 das Geschehen. Das Ring Magazine wählte ihn zum besten Boxer der 1950er, später dann zum besten Mittelgewichtler aller Zeiten. Noch eine Auszeichnung höher verlieh die Associated Press, die ihn sogar zum besten Boxer des 20. Jahrhunderts wertete (ebenso wie der TV-Sender ESPN).

Robinson pendelte zwischen den Gewichtsklassen hin und her und so erfand man den Pound-for-Pound-Titel, den er natürlich als erster Boxer überhaupt inne hatte. Bis heute gilt er als stärkster Pound-for-Pounder aller Zeiten. Sugar machte sich vor allem durch seine extrem schnellen Hände einen Namen und beeinflusste zahlreiche große Boxer, ebenfalls Sugar als Beinamen zu wählen.

Für sportal.de war die Entscheidung zugunsten von Robinson gegenüber Hagler eine denkbar knappe. Robinson allerdings konnte seine unglaubliche Physis fast ein Vierteljahrhundert konservieren und dominierte verschiedene Boxgenerationen. Seine unglaublich schnellen und vor allem präzisen Schlagkombinationen suchen bis heute einen Nachfolger.

Julian König

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sportal.de blickt zurück auf das Duell zwischen Julio Cesar Chavez und Meldrick Taylor, das ein unglaubliches Ende nahm.
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