Deutsche Basketballer gescheitert

Tim Ohlbrecht lässt sich den Ball abnehmen
Die deutschen Basketballer haben bei der EM in Polen die Sensation verpasst, sich aber trotz des Ausscheidens in der Zwischenrunde erhobenen Hauptes verabschiedet. Das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann verlor in Bydgoszcz (Bromber) gegen Kroatien nach einer hoch dramatischen Partie mit 68:70 (32:37) und kassierte damit im sechsten EM-Spiel die fünfte Niederlage.
Dennoch zollte Bauermann seiner stark verjüngten und ohne Superstar Dirk Nowitzki angetretenen Mannschaft ein großes Kompliment. "Das Turnier war ein großer Erfolg für den deutschen Basketball. Wenn uns vorher jemand gesagt hätte, dass wir in die Zwischenrunde kommen und dort im letzten Spiel sogar die Chance auf das Viertelfinale haben, das hätte keiner geglaubt", sagte Bauermann.
DBB-Team stark verbessert
Die deutschen Korbjäger zeigten sich im Vergleich zum 75:86-Debakel gegen Mazedonien stark verbessert. Allerdings fehlte ihnen in den entscheidenden Phasen der Glaube, die Begegnung tatsächlich gewinnen und damit das Viertelfinal-Ticket lösen zu können. Bester Werfer im deutschen Team war vor 2000 Zuschauern in der Sports Arena Heiko Schaffartzik mit 18 Punkten.
Für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) war es im 17. Vergleich mit den Kroaten die neunte Niederlage. Schon in der Vorbereitung hatte Deutschland gegen das Team um NBA-Star Roko-Leni Ukic von den Milwaukee Bucks zweimal den Kürzeren gezogen. Auch beim Olympia-Qualifikationsturnier in Athen im vergangenen Jahr gab es für die DBB-Equipe eine Niederlage - damals sogar mit Nowitzki.
Direkte WM-Qualifikation verpasst
Während die Kroaten neben Frankreich, Russland und Griechenland das Ticket für die Endrunde in Kattowitz lösten, geht es für die deutschen Riesen zurück in die Heimat. Mit dem Ausscheiden verpasste Deutschland auch die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft in der Türkei im kommenden Jahr und muss nun auf eine Wildcard des Weltverbandes FIBA hoffen. Der Verband will Ende des Jahres entscheiden, wer die vier Freikarten für die WM erhält.
Der Bundestrainer hatte erstmals im Turnier seine Anfangs-Fünf geändert. Für Robin Benzing und Jan-Hendrik Jagla standen zunächst Tim Ohlbrecht und Konrad Wysocki auf dem Parkett. Zudem begannen wie gewohnt Demond Greene, Patrick Femerling und Steffen Hamann.
Im Schlussdrittel sogar in Führung
Die Umstellungen des Nationaltrainers fruchteten zunächst jedoch nicht. Die Kroaten zogen schnell auf 14:3 davon. Bauermanns junge Wilde zeigten aber Moral und drehten die Partie durch vier verwandelte Dreier von Heiko Schaffartzik und Jan-Hendrik Jagla nacheinander in eine 19:18-Führung. Auch danach hielt das deutsche Team die Partie offen, lag zur Pause nach einigen unnötigen Fehlern aber mit fünf Punkten zurück (32:37).
Nach dem Seitenwechsel liefen die deutschen Riesen diesem Rückstand zunächst ständig hinterher. Doch mit großer Moral blieb die die DBB-Equipe dran und ging kurz vor Ende des dritten Viertels durch Schaffartzik erstmals wieder in Führung (48:47). Im Schlussviertel baute Lucca Staiger den Vorsprung mit einem Dreier zunächst aus (57:54), doch dann versagten den Deutschen die Nerven. Die große Chance aufs Viertelfinale war verpasst.