Steffen Hamann beim Korbleger gegen Ioannis Bourousis
Die deutschen Basketballer sind mit der erwarteten Niederlage gegen Medaillen-Kandidat Griechenland in die EM-Zwischenrunde gestartet, haben sich aber erneut sehr achtbar aus der Affäre gezogen.
Das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann unterlag in Bydgoszcz gegen den zweifachen Europameister mit 76:84 (33:41). Dennoch kann die DBB-Equipe die Zwischenrunde nach wie vor aus eigener Kraft erreichen. Dafür wäre am Sonntag aber ein Sieg gegen Mazedonien nötig - vielleicht würde ein Erfolg sogar schon reichen.
"Wenn alles normal läuft, wird das die Partie sein, in der es für uns um die Qualifikation für das Viertelfinale geht", sagte Bauermann und ergänzte: "Wir müssen sie 40 Minuten lang unter Druck setzen und beschäftigen. Dann verlieren sie vielleicht die Lust."
Es ist egal, gegen wen gewonnen wird
In der Vorbereitung konnten die deutschen Riesen gegen Mazedonien einmal gewinnen, kassierten aber auch eine deutliche Niederlage. Dennoch sind die Spieler selbstbewusst: "Wir sind kein Frischfleisch, dass sich verprügeln lässt. Wir haben uns mit unseren Leistungen viel Respekt verschafft", sagte Kapitän Sven Schultze.
Doch der Fokus liegt nicht alleine auf dem Duell mit Mazedonien: "In der Vorrunde war es auch so, dass alle vom Lettland-Spiel gesprochen haben, wir dann aber die Russen geschlagen haben", meinte Spielmacher Heiko Schaffartzik, gegen die Griechen mit 23 Punkten der überragende Akteur.
Schaffartzik überragend
Gegen Vize-Weltmeister Griechenland waren vor nur 2500 Zuschauern in der Sports Arena Luczniczka der überragende Heiko Schaffartzik (23 Punkte) und Robin Benzing (16) die besten deutschen Werfer. Mit Deutschland, Russland und Kroatien haben nun vier Teams in der Gruppe E vier Punkte auf dem Konto. Titelverteidiger Russland besiegte im ersten Spiel der Gruppe E Kroatien mit 62:59 (28:26). Die Griechen stehen mit sechs Zählern hingegen bereits so gut wie sicher in der Runde der letzten Acht.
Für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes war es im 46. Vergleich mit den Hellenen die 29. Niederlage. Auch mit Superstar Dirk Nowitzki hatten die deutschen Riesen gegen Griechenland stets schlecht ausgesehen und zuletzt bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 eine deutliche 64:87-Pleite kassiert. Der letzte Sieg gegen die Basketball-Nation Griechenland, die seit Jahren auch die Vereins-Wettbewerbe dominiert, liegt bereits acht Jahre zurück.
Bauermann begann beim Start der Zwischenrunde zum vierten Mal nacheinander mit der gleichen Anfangsformation. Allerdings musste der 51-Jährige bereits nach vier Minuten reagieren, weil Spielmacher Steffen Hamann mit drei Fouls belastet war. Überhaupt hatte das deutsche Team wieder große Probleme mit der kleinlichen Regelauslegung der Schiedsrichter und bereits nach dem ersten Viertel 13 Fouls (die Griechen nur drei) auf dem Konto.
DBB-Auswahl bleibt dran
Dennoch hielten die deutschen Korbjäger den Rückstand nach dem ersten Viertel in Grenzen und lagen nur mit sechs Punkten hinten (19:25). Vor allem der Braunschweiger Schaffartzik, der Hamann lange Zeit ersetzte, hielt seine Mannschaft mit acht Punkten im Spiel. Im zweiten Abschnitt bauten die Griechen ihren Vorsprung aber kontinuierlich aus. Immer dann, wenn die DBB-Equipe wieder dran war, hatte der Europameister von 2005 eine passende Antwort parat und führte zur Pause mit acht Zählern (41:33).
Auch nach dem Seitenwechsel verkaufte sich das junge deutsche Team, in dem gleich fünf Spieler erst 21 Jahre alt oder jünger sind, sehr gut. Zwischenzeitlich konnte die DBB-Auswahl den Rückstand sogar noch einmal auf vier Zähler verkürzen (45:49), doch dann zogen die Griechen wieder an und bis zum Start des Abschlussviertels wieder auf elf Punkte davon (50:61). Immerhin hielt das Bauermann-Team auch im letzten Abschnitt dagegen und die Niederlage gegen die bislang offensivstärkste Mannschaft des Turniers in Grenzen.