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Hertha BSC Berlin
2 : 1
Werder Bremen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Einzelkritik
Hertha BSC Berlin
Der tschechische Torhüter wurde nur selten gefordert. In der ersten Hälfte bewahrte er sein Team zunächst vor dem Rückstand, als er gegen Prödl mit einer sehr guten Parade klärte. Beim Gegentor kann man ihm aufgrund der hohen Anzahl von Mit- und Gegenspielern direkt vor ihm keine Schuld geben. In der Halbzeit holte er sich die Gelbe Karte ab, weil er mit dem Eckball vor dem 0:1 nicht einverstanden war.
Stein, M. : 4,5
Bei gegnerischen Eckbällen deckte er meist erfolgreich den kurzen Pfosten und verhinderte damit Chancen für Werder. Doch insgesamt ließ sein Stellungsspiel zu wünschen übrig. Hatte Glück, dass Tziolis seine Kopfballchance nicht nutzen konnte, als er den Griechen ziehen ließ. Auch die Baumann-Chance verursachte er mit, weil er Fritz' Flanke auf Rosenberg nicht verhinderte. In der zweiten Halbzeit ebenfalls schwach, als Frings ihn wie einen Schüler ausspielte, bevor Niemeyer die große Chance zum 0:2 vergab. Nach 66 Minuten nahm Favre ihn dann auch vom Feld.
Schenkte den Bremern in der ersten Hälfte zwar eine Ecke durch einen Querschläger, stand aber größtenteils sicher und präsentierte sich somit erneut solider als in großen Teilen der Hinrunde.
Auch der Kroate stand die meiste Zeit solide hinten drin und sorgte mit Von Bergen dafür, dass die Bremer Stürmer nicht so viele Torgelegenheiten bekamen. Hatte in dieser Phase allerdings Glück, dass er nach seinem Einsteigen gegen Pizarro im Mittelkreis nicht seine fünfte Gelbe Karte sah. Mit seinem hervorragenden Kopfball aus der Drehung zum 1:1 hatte Simunic dann aber erheblichen Anteil daran, dass die Hertha das Spiel noch drehte. Präsentierte sich nach dem Ausgleich als absoluter Führungsspieler.
Sein Unterleibtritt gegen Mertesacker bei der WM 2006 bleibt unvergessen. Heute fiel der Argentinier nicht so negativ auf wie nach dem Aus gegen Deutschland. Allerdings hatte er Glück, dass Rafati nach seinem Halten gegen Naldo nicht auf Elfmeter für Bremen entschied. Mit seiner Erfahrung hätte er anders in diesen Zweikampf gehen müssen. Nach vorn konnte er nichts zum Sieg seines Teams beitragen.
Nicu, M. : 5
Irgendwie ist die Luft raus beim ehemaligen Wehener und Neu-Nationalspieler Rumäniens. Konnte über seinen rechten Flügel nichts bewirken und präsentierte sich zudem noch zweikampfschwach. In der 57. Minute wurde er zu Recht ausgetauscht.
Dardai, P. : 3,5
Lange Zeit war die auffälligste Aktion des Ungarn die fünfte Gelbe Karte, die er wegen eines Fouls an Baumann sah. Auch beim Gegentor sah er nicht ganz glücklich aus, weil er in dem Knäuel Mertesacker nicht am Tor hindern konnte. Doch mit einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte und der schönen Flanke auf Simunic zum 1:1 konnte er diese negativen Szenen wieder ausgleichen.
Raffael. : 2
Der Brasilianer war nicht nur wegen seines Siegtores der Matchwinner, sondern auch zuvor über 90 Minuten lang gemeinsam mit Cicero der Antreiber und Lenker des Berliner Spiels. Die Flanke auf seinen Landsmann in der 26. Minute setzte dieser noch an den Pfosten, doch seinen Steilpass auf Dardai nutzte der Ungar zur Torvorbereitung auf Simunic. Somit war Raffael an beiden Toren und am Sieg der Berliner erheblich beteiligt. Beim 2:1 hatte er etwas Glück, dass Mertesacker seinen Schuss unhaltbar abfälschte.
Kacar, G. : 4,5
Kacar rutschte in die erste Elf und konnte heute dabei nicht überzeugen. Hätte bereits nach drei Minuten für echte Gefahr sorgen können, haute nach einer Pantelic-Hereingabe aber über den Ball. Zudem gingen von dem Serben die meisten Fouls aus. So hatte er Glück, dass er die 90 Minuten überstand und nicht die Gelb-Rote Karte sah, denn sein Einsteigen gegen Mertesacker in der 75. Minute hätte diese zwingend erfordert.
Cicero. : 2,5
Cicero war gemeinsam mit Raffael ein absoluter Aktivposten seines Teams. Über ihn lief fast jeder Angriff der Berliner. So holte er auch den Freistoß heraus, der schließlich zum Ausgleich führen sollte. Hatte in der ersten Halbzeit Pech mit seinem Kopfball an den Pfosten.
Für die Diva im Hertha-Dress lief das Spiel als Ersatz für Voronin nicht wie erhofft. Der Serbe hatte seine beste Szene nach drei Minuten, als er Fritz vernaschte und Kacar in Szene setzte. Sorgte ansonsten nicht für Gefahr. Favre wechselte ihn zu Recht aus und sollte sich die Pfiffe der Berliner Fans, die ihren Fußballgott lieben, nicht zu Herzen nehmen.
Der Pole überzeugte zuletzt als Torjäger in der zweiten Mannschaft. Doch heute zeigte er nach seiner Einwechslung, dass sich auch die Profis über seine Genesung freuen können. Mit einem großen Laufpensum beackerte er hinten und vorn die rechte Seite. Lief hinten seinem Gegenspieler den Ball ab, um einige Minuten später vorn eine tolle Flanke auf Chermiti zu schlagen, die dieser an den Pfosten setzte. Drängte sich für eine Partie von Beginn an auf.
Durfte eine knappe halbe Stunde spielen und sich für Pantelic versuchen. Dabei nahm der Bulgare allerdings kaum am Spiel teil. Hatte eine einstellige Anzahl an Ballkontakten. Nur seine kurze Einsatzzeit verhindert eine noch schlechtere Note. War heute die einzige Hertha-Einwechslung, die nicht zündete.
Chermiti hingegen machte es wesentlich besser und sorgte von Beginn an für neue Impulse im Berliner Spiel. Hätte mit seinem Kopfball nach der Flanke von Piszczek bereits für den Ausgleich sorgen können. Bereitete dann aber das Siegtor mit einem harten, aber legalen Einsatz gegen Naldo und einem Pass auf Raffael vor. Der Tunesier empfahl sich wie Piszczek für ein Spiel in der ersten Elf.
Werder Bremen
Der Bremer Schlussmann wurde lange Zeit nicht gefordert. Hatte bei den Kopfbällen von Cicero und Chermiti Glück, dass der Pfosten ihm zur Seite stand. Sah bei beiden Toren etwas unglücklich aus, weil er jeweils ein wenig zu weit vor seinem Tor stand.
Am Anfang hatte Fritz große Probleme auf der ungewohnten Position des linken Verteidigers und ließ sich dort mehrfach überspielen. Mit der Zeit biss er sich aber immer mehr in das Spiel hinein und hatte neben einer stattlichen Anzahl an Ballkontakten auch eine gute Flanke auf Rosenberg. Insgesamt kann man aber mehr von ihm erwarten.
Naldo. : 3,5
Eigentlich ein überdurchschnittliches Spiel des Brasilianers, der sich zweikampfstark präsentierte und im gegnerischen Strafraum sogar beinahe einen Elfmeter für sein Team herausgeholt hätte, wenn der Schiedsrichter diesen auch gegeben hätte. Drei Minuten vor dem Ende aber einen Haken an der Mittellinie zu schlagen, ohne hinter sich die nötige Absicherung zu wissen, grenzt an Leichtsinn und wurde von den Berlinern bestraft. Dadurch wurde seine Gesamtleistung geschmälert.
Der deutsche Nationalspieler überzeugte durch tolle Zweikämpfe und sehr gute Tacklings. Außerdem konnte er sogar ein Tor erzielen, auch wenn doch eine Prise Glück dabei war. Sah nur einmal schlecht aus, als er Chermiti an den Pfosten köpfen ließ. Vor dem 1:2 aus Bremer Sicht versuchte er den Schuss Raffaels zu verhindern, fälschte diesen dann aber nur unglücklich ab.
Prödl, S. : 3,5
Der Österreicher zwang Drobny zur einzigen Glanzparade in diesem Spiel. Gerade in der ersten Halbzeit versuchte er auch immer wieder, nach vorn zu kommen und erkämpfte dabei einige Eckbälle. Nach hinten stand er deutlich sicherer als Fritz auf der anderen Seite. In der zweiten Halbzeit baute Prödl etwas ab und war weniger auffällig.
Hunt, A. : 3,5
Hunt hatte Pech, dass sein Zusammenprall mit Nicu zur Auswechslung zu Beginn der zweiten Halbzeit führte. Bis dahin versuchte der U21-Nationalspieler über den linken Flügel Druck zu erzeugen. War in dieser Phase neben Frings der auffälligste Bremer, ohne dass aber Zählbares aus seinen Aktionen herauskam.
Vergab in der ersten Halbzeit seine große Chance nach Zuspiel von Rosenberg relativ kläglich. Baumann hatte den Berlinern Cicero und Raffael kaum etwas entgegenzusetzen. Er machte allerdings auch keine schwer wiegenden Fehler und spielte vor allem in der zweiten Halbzeit sehr unauffällig.
Frings, T. : 2,5
70 Minuten lang war er der beste Mann auf dem Platz. War im Bremer Mittelfeld praktisch überall zu finden. Holte sich die Bälle hinten durch gute Zweikämpfe und leitete vorn die Chancen ein, wie z.B. mit seiner schönen Flanke auf Tziolis, bei welcher er zuvor Stein wie einen Schulbuben aussehen ließ. Nach 70 Minuten merkte man allerdings, dass dem Mittelfeldmann die zahlreichen Spiele in den Knochen stecken und ihm die Kraft gegen Ende fehlte.
Der Grieche hätte selbst für die Führung sorgen können, als er einen Kopfball aus kürzester Distanz nicht verwerten konnte. Akrobatisch und schön sah seine Hereingabe auf Niemeyer im zweiten Durchgang aus, die der Einwechselspieler aber nicht nutzen konnte. Nahm sich dann aber auch immer wieder seine Auszeiten. Beim 1:1 stand er zu weit weg von Gegenspieler Simunic.
Pizarro, C. : 3,5
Der Peruaner überzeugte heute mehr als Vorlagengeber, als selbst einmal den Abschluss zu suchen. Hatte viele Ballkontakte und verteilte diese meistens gut an seine Mitspieler. Er selbst allerdings sorgte heute nicht für Gefahr und hatte nicht eine einzige Torchance.
Profitierte von den Bällen Pizarros, konnte diese aber nie nutzen. Kläglich vergab er in der zweiten Halbzeit seine Möglichkeit. Gut war in der ersten Hälfte seine Ablage auf Baumann. Konnte seine Serie von zuvor sechs Toren in vier Spielen gegen Hertha nicht fortsetzen und wurde folgerichtig gegen Almeida ausgetauscht.
Kam für Hunt ins Spiel und konnte diesen nicht ersetzen. Spielte 45 Minuten lang extrem unauffällig und vergab dabei allerdings noch recht kläglich die große Chance zur Vorentscheidung, als er seinen Köpfer aus kürzester Distanz über das Tor setzte.
Auch der Portugiese konnte in seiner kurzen Spielzeit nicht mehr für Gefahr oder Entlastung sorgen. Er nahm kaum am Spiel teil.
 
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