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Datum: 21. Juli 2012, 15:39 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Sebastian Vettel verpasst die Pole Position als Zweiter - Schumacher startet beim Großen Preis von Deutschland am Hockenheimring von Platz drei

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Formel 1 in Hockenheim - Die Top-Fahrer

WM-Spitzenreiter Fernando Alonso hat sich in der Regenschlacht von Hockenheim die Pole Position im Qualifying gesichert. Sebastian Vettel wird beim Großen Preis von Deutschland von Platz zwei starten. Im Dauerregen kam Michael Schumacher auf Platz vier.

Fernando Alonso startet beim Großen Preis von Deutschland von der Pole Position. Hinter dem Zweiten Sebastian Vettel kam Mark Webber als Drittschnellster ins Ziel. Der Australier wird wegen eines Getriebewechsels aber fünf Plätze zurückgestuft. Davon profitierten unter anderen Michael Schumacher und Nico Hülkenberg. Die beiden werden von den Plätzen drei und vier starten.

Zum Debakel wurde das Rennen für Mercedes-Pilot Nico Rosberg. Trotz verzweifelter Versuche, auf Regenreifen noch in die Top Ten beim Qualifying zu fahren, scheiterte Rosberg und fuhr nur auf Platz 17. Hinzu kommt, dass der Wiesbadener wegen eines Getriebewechsels an seinem Mercedes weitere fünf Positionen zurückgestuft wird. Rosberg wird bei seinem Heim-Grand-Prix daher voraussichtlich von Platz 22 und damit aus der vorletzten Reihe starten müssen. 

Vettel nur auf Platz zwei - ein gutes Omen?

Sebastian Vettel kam in der spannenden Qualifikation am Samstag an den WM-Spitzenreiter aus Spanien nicht mehr heran. "Wir hätten die Geschwindigkeit gehabt, die Pole zu holen", meinte Vettel. "Es ist aber ein bisschen Lotterie bei diesen Bedingungen mit Aquaplaning." Letztlich fehlte Vettel auf dem teilweise mit Pfützen übersäten Hockenheimring aber fast eine halbe Sekunde.

Aber vielleicht ist die Pole Position am Hockenheimring gar kein gutes Omen. Nur fünf der letzten zehn Fahrer, die von der Pole starteten, konnten das Rennen am Ende gewinnen. Das letzte Rennen gewann nicht der Fahrer, der von der Pole gestartet war. 2010 holte Sebastian Vettel die Pole, Fernando Alonso gewann am Ende, Vettel wurde Dritter. 

Schumacher fast raus, dann in seinem Element

Der siebenmalige Weltmeister Schumacher hatte Glück, dass er im ersten Durchgang nicht ausschied. Nur um 55 Tausendstelsekunden rettete sich der 91malige Grand-Prix-Gewinner in die nächste Runde. Als dann der Regen einsetzte, war Schumacher in seinem Element.

Hoffnungen auf seinen ersten Sieg seit dem 1. Oktober 2006 dämpfte der 43-Jährige aber umgehend. "Ich glaube nicht, dass wir ein großes Wort nach vorne mitreden können. Aber wer weiß, wie sich das Rennen entwickelt." Über den deutschen Dreierpack mit Vettel auf Startrang zwei, ihm selbst auf drei und Hülkenberg auf vier meinte Schumacher: "Definitiv: Das ist eine schöne Ausgangslage."

Alonso: "Es geht ums Überleben"

Mit den teilweise wolkenbruchartigen Regengüssen, die Erinnerungen an das Qualifying vor zwei Wochen in Silverstone weckten, hatten aber auch die Fahrer an vorderster Front zu kämpfen. "Das war kein Spaß, sicherlich nicht. Wenn das Wetter so ist, geht es ums Überleben", meinte Alonso, der sein Survival-Paket aber am besten geschnürt hatte. Der WM-Spitzenreiter, der mit 129 Punkten vor Webber (116) und Vettel (100) liegt, sicherte sich damit binnen vierzehn Tagen seine zweite Pole in dieser Saison und seine 22. insgesamt.

Dass ihm der zweite Platz nicht ganz schmeckte, war Vettel anzusehen. Als er auf dem Weg zu seiner wohl schnellsten Runde gewesen war, sei er auf seinen Teamkollegen Webber aufgefahren, erzählte Vettel in der Pk. "Es ist schwer unter diesen Bedingungen, man sieht einen nicht im Rückspiegel", meinte er. Es kostete ihn Zeit und damit womöglich die zweite Pole nach 2010 beim Heimrennen, das er noch nie gewinnen konnte.

Adrian Sutil fährt Taxi 

Der ehemalige Formel 1-Fahrer Adrian Sutil durfte sich dagegen nicht im Qualifying messen. Der 28-Jährige fährt beim Großen Preis von Deutschland Zuschauer in einem Renntaxi um den Ring. Adrian Sutil war im letzten Jahr noch bei Force India unter Vertrag, doch eine Nacht in Shanghai kostete ihm den Platz als Fahrer in der Formel 1. Nach dem Großen Preis von China im April 2011 hatte Sutil in einem Nachtclub den Luxemburger Geschäftsmann Eric Lux mit einem Champagnerglas schwer verletzt. Sutil wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 200.000 Euro verurteilt.

"Ich hoffe, dass die Menschen diese fünf Sekunden von Shanghai nicht so bewerten, dass sie mein Wesen wiedergeben. Sie sollen nicht für die Ewigkeit sein", sagte Sutil laut spiegel.de. Keine Frage, Adrian Sutil würde beim nächsten Großen Preis von Deutschland am liebsten wieder im Rennwagen sitzen. Dafür tut er derzeit alles. "Mir ist klar geworden, dass ich mich nicht nur um irgendwelche Federn an meinem Auto kümmern darf, sondern mein ganzes Leben in den Griff kriegen sollte. Diese fünf Sekunden haben mich aufgeweckt." Vielleicht bekommt er eine zweite Chance im Formel 1-Zirkus.