Die Bilanz für Sebastian Vettel in Monza war verheerend. Null Punkte, wieder eine defekte Lichtmaschine und der Ärger über eine Durchfahrtsstrafe nach einem Duell mit Fernando Alonso. Der Spanier fuhr zu allem Überfluss auch noch von Rang zehn auf drei nach vorne.
Schlimmer hätte der Große Preis von Italien für Red Bull kaum verlaufen können, zumal mit Mark Webber auch der zweite Pilot die Zielflagge beim Sieg von Lewis Hamilton nicht zu sehen bekam. In der WM-Wertung fiel Vettel auf den vierten Rang zurück und hat nun 39 Zähler Rückstand auf Ferrari-Pilot Alonso.
Die defekte Lichtmaschine am Red Bull von Sebastian Vettel, die ihn fünf Runden vor Schluss zur Aufgabe zwang, sorgte auch dafür, dass das harte Duell zwischen Vettel und Fernando Alonso in Runde 26 in den Hintergrund rückte.
Die Szene erinnerte stark an das Rennen vor einem Jahr in Monza, als beide sich in ähnlicher Form an nahezu identischer Stelle beharkten. Damals zog Sebastian Vettel außen an Alonso vorbei und wurde vom Spanier auf den Grünstreifen gezwungen. Der Deutsche zog das Manöver seinerzeit jedoch durch und kam an dem Ferrari vorbei.
Nun war es genau andersherum. Alonso attackierte ebenfalls außen, Vettel ließ seinem Rivalen wenig Raum und der Spanier musste aufs Grün ausweichen und blies den Angriff ab. Anders als vor einem Jahr leiteten die Rennkommissare eine Untersuchung ein, und schon bevor diese ein Ergebnis erbrachte, ließ Vettel Alonso vorbeiziehen.
Trotzdem kassierte er obendrein noch eine Durchfahrtsstrafe, die ihn weit zurückwarf. "In dem Moment war ich sehr sauer", gestand Sebsatian Vettel, der sich der Unterstützung seines Teamchefs Chris Horner sicher sein konnte.
Horner kann Strafe für Vettel nicht nachvollziehen
"Es sah ziemlich so aus wie vor einem Jahr. Ich dachte, Sebastian hätte auf der linken Seite genug Platz gelassen. Ich hielt es für eine normale Rennszene und dass es Fernando vielleicht falsch eingeschätzt hat. Sebastian lag ja vorn und fuhr auf seiner Linie. Es kam sehr überraschend, dass wir dafür bestraft wurden", zitierte motorsport-total.com den Red Bull-Teamchef.
Fernando Alonso hielt sich bei der Beurteilung der Szene in einer ersten Reaktion zurück. "Ich kann dazu nichts Besonderes sagen. Ich muss mir das erst im Fernsehen anschauen. Es war nicht exakt das Gleiche wie letztes Jahr. Ich war mit 340 auf der Wiese. Im letzten Jahr war genügend Platz. Aber letztlich musste er ohnehin aufgeben. Die Strafe und das Manöver haben keine Bedeutung mehr", erklärte der WM-Spitzenreiter.
Lichtmaschine macht Red Bull zu schaffen
Infolge des Ausfalls von Sebastian Vettel hatte der Spanier zumindest mit der Einschätzung recht, dass die Szene keine Bedeutung mehr hatte. So stand bei Red Bull der Frust über eine abermals defekte Lichtmaschine im Vordergrund. Bereits zum zweiten Mal nach Valencia sorgte dieses Problem für sein vorzeitiges Aus. "Eine Riesenschande. Das Ganze ist frustrierend", ärgerte sich Horner. Auch am Vortag hatte Vettel bereits im Training Probleme mit der Lichtmaschine. Diese wurde zwar ausgetauscht, überhitze im Rennen aber erneut.
Sieben Rennen bleiben Sebastian Vettel noch, um vielleicht doch noch seinen WM-Titel zu verteidigen. Der Trend spricht gegen ihn. Sein Red Bull ist derzeit einfach nicht schnell genug, die technischen Probleme kommen noch hinzu. An Aufgabe denkt der Titelverteidiger aber noch lange nicht. "Es geht weiter, wir haben weiter unsere Chancen", gab sich Sebastian Vettel trotzig.
