Na bitte, Sebastian Vettel kann es auch in Kanada. Von der Pole Position ins Rennen von Montreal gegangen feierte der Deutsche einen souveränen Start-Ziel-Sieg und hängte Fernando Alonso und Lewis Hamilton ab. Den Feierabend mit den Rolling Stones hat er sich redlich verdient.
"Yes, Boys, we finally won Canada", brüllte Vettel nach Überfahren der Zielinie jubelnd in sein Funkgerät. Er hatte nicht nur im fünften Anlauf seinen persönlichen Montreal-Fluch gebrochen, sondern auch seine WM-Führung weiter ausgebaut. Fernando Alonso ist durch seinen zweiten Platz wieder erster Verfolger, hat aber nun bereits 36 Punkte Rückstand auf Vettel (96:132).
Vettel war schon in den letzten beiden Jahren vom ersten Startplatz ins Rennen gegangen, konnte die gute Ausgangsposition aber nicht ummünzen. "Vor zwei Jahren habe ich's in der letzten Runde verloren. Das war damals mein Fehler. Heute habe ich es wiedergutgemacht", freute sich Vettel noch auf dem Siegerpodest. Den Abend wird er so fröhlich und ausgelassen bei einem Konzert der Rolling Stones ausklingen lassen können.
Während der 25-Jährige das Feld von Beginn an souverän anführte, profitierte sein Dauerrivale Alonso von der guten Pace seines Ferraris und arbeitete sich vom sechsten Startplatz sukzessive nach vorn. In der 42. von 70 Runden überholte er Vettels Teamkollegen Mark Webber, der schließlich Vierter wurde.
Acht Runden vor Schluss musste sich auch Lewis Hamilton dem Spanier geschlagen geben, der auf der Zielgeraden mit DRS-Unterstützung vorbeiging. Der Brite wurde zuvor über mehrere Runden von seinem Renningenieur Peter Bonnington ermahnt, nicht zu schnell zu fahren. Trotzdem attackierte er Alonso nach dem Überholmanöver seinerseits, konnte den zweiten Platz aber nicht wieder zurückerobern.
Nico Rosberg wird Fünfter
Teamkollege Nico Rosberg rettete im zweiten Silberpfeil den fünften Rang noch ins Ziel. Der 27-Jährige leistete sich im letzten Stint einen schweren Verbremser, woraufhin ihn Mercedes anwies, innerhalb weniger Runden genug Vorsprung für einen weiteren Reifenwechsel herauszufahren.
Allerdings hätte Rosberg den größeren Vorsprung nicht benötigt. Mercedes hatte nicht beachtet, dass auch Jean-Eric Vergne noch einmal seine Reifen wechseln musste. Der französische Toro-Rosso-Pilot kam zeitgleich mit dem Deutschen in die Box und wurde Sechster. Dass Vergne von Weltmeister Vettel überrundet wurde, unterstrich die Dominanz des Heppenheimers zusätzlich.
Während Paul di Resta beim 100. Grand Prix von Force India vom 17. Startplatz über die Renndistanz von 305,270 Kilometern auf Rang sieben vorfuhr, lief es für Teamkollege Adrian Sutil wesentlich schlechter. Der Gräfelfinger drehte sich früh, als er Valtteri Bottas überholen wollte und kollidierte anschließend mit dessen Williams-Kollegen Pastor Maldonado.
Pastor Maldonado fährt Adrian Sutil ins Heck
Der Venezolaner hatte sich beim Anbremsen der Haarnadelkurve verschätzt und beschädigte beim Auffahrunfall Sutils Heckflügel. Dennoch holte der Deutsche als Zehnter noch einen WM-Punkt. Dabei landete er nur einen Platz hinter dem bisherigen WM-Zweiten Kimi Räikkönen. Der Iceman musste in der vorletzten Runde noch Ferrari-Pilot Felipe Massa passieren lassen, der Achter wurde.
Noch im Qualifying war Massa verunfallt und deshalb nur als 16. gestartet. Ähnlich wie Alonso konnte er aber durch sein schnelles Auto überzeugen. Genau konträr lief das Rennen für Valtteri Bottas. Der 23-jährige Finne war im Regen am Samstag sensationell auf Startplatz drei gefahren. Im Rennen fiel er jedoch bis auf Rang 14 zurück, weil sein Williams auf Nässe abgestimmt war, es aber trocken blieb.
Nico Hülkenberg beendete sein Rennen wie Sauber-Teamkollege Esteban Gutierrez nicht. Der Emmericher ließ Caterham-Pilot Giedo van der Garde beim Überrunden nicht genug Platz und musste sein Auto daraufhin wie der Niederländer abstellen.
Autor: Alexander Maack
