Drei Schläge war Francesco Molinari davon entfernt, sich in den Geschichtsbüchern der European Tour zu verewigen. Bei den Scottish Open brauchte er drei Birdies auf den letzten drei Löchern, um eine 59er Runde zu absolvieren. Am Ende reichte es nur zu Rang eins.
Francesco Molinari hat bei den Scottish Open einen phänomenalen ersten Tag erlebt und die versammelte Konkurrenz um Luke Donald sowie zehn weitere Major-Champions förmlich zu Statisten degradiert. Der 29-Jährige spielte eine 62 (-10) und führt das Leaderboard souverän an.
Hinter ihm folgt der Spanier Alejandro Canizares, der auf der Front Nine starke sieben Birdies spielte (64). Auf dem geteilten dritten Rang liegen Sören Kjeldsen und Raphael Jacquelin, die beide eine 65 auf ihrer Scorekarte notierten. Völlig ohne Chancen sind derweil Phil Mickelson (73) und auch Paul Casey (76).
Molinari spielt auch für seinen Bruder
Auf der Back Nine gestartet, spielte Molinari sechs Birdies, davon fünf in Folge zwischen Bahn 14 und Bahn 18. Bei windstillen Bedingungen auf dem Kurs von Castle Stuart legte Molinari bis zum 15. Loch noch vier Birdies nach und hatte die große Chance, mit drei weiteren Schlägen als erster Spieler auf der Tour die 59 zu schaffen.
"Ein toller Start in das Turnier", erklärte Molinari gegenüber golf.de. "Ich habe sehr solide gespielt, einige Putts auf den Front Nine gelocht und auch danach gut weitergemacht. Ich habe auf dem siebten Abschlag (der 16. Bahn) kurz an eine 59 gedacht, aber die letzten drei Bahnen sind nicht so einfach."
Mit seinen Gedanken war er auch bei seinem Bruder Eduardo, der das Turnier vor zwei Jahren gewonnen hatte, diesmal wegen einer Handgelenkverletzung nicht antreten konnte. "Es würde mich auch für ihn freuen, wenn ich ein gutes Turnier spiele", so der jüngere der beiden Brüder zu europeantour.com. "Damit könnte ich ihn ein wenig aufheitern.
Kaymer mit gutem Auftakt - Siem im unteren Mittelfeld
Sollte Francesco Molinari seine Form konservieren und die Scottish Open gewinnen, würde sich das Brüder-Paar in den Geschichtsbüchern verewigen. Denn mit German und Antonio Garrido gelang dieses Kunststück erst einem Duo beide gewannen in den Jahren 1973 und 1977 die Open de Madrid.
Molinari, der vor einer Woche die Open de France mit einer 64er Runde beendet hatte, darf nun auch wieder von einer Teilnahme am Ryder Cup träumen. Davon ist Marcel Siem noch ein gutes Stück entfernt. Nach seinem Sieg beim Turnier in Frankreich spielte der Deutsche nur eine 71 und musste sich mit dem geteilten 82. Rang zufriedengeben.
Gerade an den Löchern drei und 16, auf dem die Chancen auf Birdies gegeben sind, patzte Siem mit Bogey und Doppelbogey. Besser lief es bei der Generalprobe für die British Open für Martin Kaymer, der eine 67 spielte und damit Platz zwölf erreichte. Ein Bogey an der 17 verhinderte ein noch besseres Ergebnis.
