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Von: Sven Kittelmann
Datum: 13. Juli 2012, 18:25 Uhr
Format: Artikel
Diskussion:
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Schottische Clubs beschließen: Glasgow Rangers gehen in die 4. Liga

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Fans der Glasgow Rangers bekunden ihre Solidarität mit dem Club

Nach dem Beschluss, die unter einem neuen Besitzerkonsortium geführten Glasgow Rangers in der 4. und nicht der 2. schottischen Liga antreten zu lassen, droht dem schottischen Fußball ein finanzielles Desaster. 

Der TV-Vertrag der Scottish Premier League SPL sieht vor, dass im Falle des Fehlens eines der beiden Glasgow-Clubs, Celtic oder Rangers, nicht die volle Summe ausgezahlt werden muss. Davon wären nach Aussagen der zwölf SPL-Teams nicht nur sie selbst, sondern auch die 30 in den Ligen zwei bis vier beheimateten Clubs betroffen.

Von denen hatten, nach Ablehnung der "Wieder-Aufnahme" der zuvor insolventen Rangers in die schottische Premier League, 29 zwar für eine Aufnahme der Glasgow Rangers in den Unterbau gestimmt, doch 25 wollen die Rangers in der untersten Spielklasse, der Division Three, anfangen lassen.

Vor neun Tagen hatten zehn der zwölf Premier-League-Clubs gegen die formelle Aufnahme der newco Rangers in die höchste schottische Liga entschieden. Kilmarnock FC hatte sich enthalten, nur die Original Rangers hatten verständlicherweise dem Antrag zugestimmt. Die Rangers hatten im Februar Insolvenz angemeldet und waren erst im Juni von einem Konsortium - genannt newco - unter der Führung von Geschäftsmann Charles Green übernommen worden.

Ein SPL-Beschluss - keine gewünschte Wirkung?

Mit ihrem Entscheid gegen die newco Rangers hatten sozusagen die oberen Zehn des schottischen Fußballs nicht nur ihr Schicksal in die Hände der unteren Ligen gelegt. Sofort wurden Stimmen laut, die von einer Abwälzung der Probleme auf die Kleinen sprachen. Denn die sollten, wie unter anderem die BBC berichtete, auch noch nach SPL-Wünschen abstimmen und die Rangers nicht in der Division Three sondern der First Division, der zweiten Liga, wieder anfangen lassen.

Denn damit hätte man die Klippe Einbußen im TV-Vertrag, der Guardian rechnet mit umgerechnet 20 Millionen Euro, unter Umständen umschiffen können: Ein Jahr SPL ohne Rangers, so hieß es nach dem Votum der Eliteclubs, wäre vielleicht mit den Rechteinhabern zu verhandeln, im darauffolgenden Jahr wären die Bedingungen im Normalfall wieder erfüllt gewesen, ginge man von einem Wiederaufstieg der Rangers aus.

So soll das Angebot an die unteren Clubs laut bbc.co.uk vonseiten der SPL und auch des schottischen Verbandes SFA eine Umverteilung der Gelder und eine Restrukturierung des Premier-League-Unterbaus gewesen sein. Der SFL wurden unter anderem Playoffs zum Aufstieg in die höchste Spielklasse angeboten. "Wir haben uns aber für die sportliche Integrität entschieden", erklärte John Yorkston, Vorsitzender von Dunfermline Athletic FC der BBC.

Zwei Varianten - SPL 2 oder Aufhebung des SFL-Votums

Für die SPL-Clubs muss nun ein Plan B her, um den Verlust der 20 Millionen zu vermeiden. Bereits vor der Abstimmung der SFL waren Stimmen laut geworden, die über die Gründung eines offiziellen SPL-Unterbaus, eine Scottish Premier League 2, spekuliert hatten. Zwar sei es "sehr fraglich, dass ein solcher Plan angesichts des heutigen Beschlusses ausgeführt wird", hieß es auf der offiziellen Internetseite der Rangers. Aber man wisse nichts Genaues, so die Rangers weiter.

Eine andere Variante wäre die, dass der Beschluss, für den 25 der 30 Teams im Hampden Park votierten, wieder aufgehoben werden könnte und nicht die Premier League-Kandidaten Dunfermline Athletic FC oder Dundee FC, sondern doch die sogenannten newco Rangers im Kreis der schottischen Eliteliga stünden.

Somit wäre doch Kilmarnock und nicht Peterhead FC der erste Rangers-Gegner der Saison 2012/13. Selbst bei eigenen Fans dürfte diese Lösung einen sehr schalen Nachgeschmack hinterlassen, seien diese doch für den Neuanfang in der vierten Liga, wie rangers.co.uk im Vorfeld der SFL-Abstimmung schrieb.