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Datum: 21. Oktober 2012, 10:09 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Sandro Cortese geht als erster Moto3-Weltmeister in die Geschichte ein

Sandro Cortese, KTM,Motorrad
Sandro Cortese wird von seiner Crew als Weltmeister empfangen

Mit 15 Jahren fuhr Sandro Cortese seine erste Saison in der Motorrad-Weltmeisterschaft, mit 22 hat er den WM-Titel gewonnen. In seinem ersten Jahr auf einer KTM krönte er sich zwei Rennen vor Saisonende nach einem überragenden Jahr vorzeitig zum Weltmeister.

Es war die logische Konsequenz einer bärenstarken Saison, in die er als einer Titel-Favorit gegangen war. Diesem Druck hielt er bravourös stand. Er kam in allen bisherigen 15 Rennen ins Ziel, 13 Mal stand er auf dem Podest.

Cortese geht in die Geschichte ein

Standesgemäß sicherte er sich den WM-Titel beim Großen Preis von Malaysia in Sepang mit seinem vierten Saisonsieg. "Ich begreife es noch gar nicht richtig", zeigte sich Cortese gegenüber Sport1 überwältigt. Cortese geht damit als erster Weltmeister der neu geschaffenen Moto3-Klasse in die Geschichte ein, er ist zudem der jüngste deutsche Titelträger aller Zeiten. In der kleinsten Klasse des Motorrad-Sports war zuletzt Dirk Raudies im Jahr 1993 Weltmeister, Stefan Bradl triumphierte 2011 in der Moto2.

"Es ist schön, dass ich mich in seinem Talent nicht getäuscht habe", betonte Raudies, der Cortese zwischen dessen 12. und 15. Lebensjahr als Teamchef betreut hatte. "Sandro ist erwachsen geworden. Er gibt sich professionell, lebt professionell und geht professionell mit seinen Partnern um. Das war nicht immer so, aber das war wohl seiner Jugend geschuldet."

Raudies glaubt, dass Cortese zu früh in die WM eingestiegen war. "Er war damals einfach noch nicht reif dafür. Aber er bekam die Chance und wollte sie nutzen. Das ist verständlich", erklärte er. Die lange Erfolglosigkeit könne auch dazu beigetragen haben, dass er nun so hungrig auf Podestplätze ist.

Nach der Anspannung der vergangenen Tage brachen bei Sandro Cortese und seinem Team nach der Zieldurchfahrt alle Dämme. Während die Kollegen dem neuen Champion ihren Respekt erwiesen und reihenweise schulterklopfend an Cortese vorbeifuhren, stürmten dessen Eltern Karin und Antonio auf die Strecke. Als ihr Sohn endlich einen Stop einlegte, wurde geküsst, geherzt und gejubelt.

Letzte Woche tobte Cortese noch

Vor einer Woche war Sandro Cortese nach dem Rennen in Japan noch am Boden zerstört und stocksauer gewesen. In der letzten Runde war er mit Italiener Alessandro Tonucci kollidiert und als Führender zu Boden gegangen. Er kam zwar noch als Sechster ins Ziel, der vorzeitige WM-Titel war aber futsch. Es folgte eine Schimpftirade für die sich Cortese kurze Zeit später entschuldigte.

"Ich hoffe, einige Leute verstehen ein wenig, wie ich mich gefühlt habe. Du arbeitest dein ganzes Leben dafür und von einer Sekunde auf die andere verlierst du das", erklärte Sandro Cortese seinen verbalen Ausrutscher. Nach seiner Triumphfahrt in Sepang ist auch dieses Kapitel vergessen.

WM-Rivale Salmon kann nicht mithalten

In Sepang setzte sich Cortese vor seinem KTM-Team-Kollegen Zulfahmi Khairuddin durch. Dieser holte den ersten Podestplatz für einen malaysischen Rennfahrer. Rang drei sicherte sich mit Jonas Folger ein weiterer Deutscher. Den Reifenpoker bei 50 Grad Asphalttemperatur verlor Luis Salom, der als einziger Titelkonkurrent von Sandro Cortese ins Rennen gegangen war. Der Spanier hätte unbedingt gewinnen müssen, um Cortese noch gefährlich werden zu können. Doch bei Halbzeit des Rennens ließ der Grip bei Saloms Reifen nach, so dass dieser als Vierter nie eine Chance hatte.

Lange Zeit hielt sich Cortese im Rennen zurück und überließ die Spitze Folger und Khairuddin. Als sich in der letzten Runde aber die Gelegenheit bot, zog er noch an Lokalmatador Khairuddin und sicherte sich den Sieg. "Es ist überwältigend. Ich wollte eigentlich Dritter bleiben, weil ich wusste, dass Salom keine Gefahr mehr darstellt. Aber als sich die Chance zum Sieg bot, dachte ich, probier es mal, ohne alles zu riskieren", erzählte Cortese gelöst über das Rennen.