Am Start ließ sich Sandro Cortese noch eine Spritze in die Hand jagen, danach jagte er mit seiner KTM über den Kurs von Barcelona. Trotz einiger Prellungen und Blutergüsse zeigte Cortese ein starkes Rennen, holte sich Platz zwei und verteidigte die Führung im Gesamtklassement. Stefan Bradl kam in der MotoGP-Klasse auf Rang acht.
Die geschwollene rechte Hand schmerzte, doch das glückliche Grinsen wich Sandro Cortese nicht aus dem Gesicht. Beim Motorrad-WM-Lauf von Katalonien in Barcelona zeigte es der 22-Jährige am Sonntag allen Kritikern, die ihn als ewiges Talent und zu weich und ängstlich für den Rennfahrer-Job abgestempelt hatten.
Platz zwei hinter dem Spanier Maverick Viñales in der Moto3-Klasse war eine Demonstration des neuen Cortese, der in seiner achten WM-Saison unbedingt um den Titel kämpfen will und auf dem Weg dahin zunächst seine Führung im Gesamtklassement verteidigte. Der Sektempfang in der Box war mehr als verdient.
Dabei schien es am Samstag so auszusehen, dass Corteses Serie von 120 Grand-Prix-Starts zu Ende gehen würde. Ein schwerer Sturz im freien Training, als er per Highsider von seiner KTM flog und unsanft auf Kopf und Rücken landete, nahm ihm die Atemluft und brachte ihn in die Nähe einer Ohnmacht.
Eine Spritze am Start
Später spürte er heftige Schmerzen in der rechten Hand. Zwar wurden in der mobilen Klinik keine Brüche diagnostiziert, doch die Prellungen und Blutergüsse reichten schon aus. Platz vier im Qualifying war bereits mehr als erhofft, doch die echte Prüfung bestand Cortese im Rennen.
"Das war ein gigantisches Wochenende. Nach dem Sturz konnte man das nicht erwarten. Dass es so läuft - unglaublich. Ich bekam ja noch in der Startaufstellung eine Spritze, weil die Hand so sehr schmerzte", verriet der Berkheimer später.





