Roger Federer hat das Halbfinale der Australian Open erreicht, dafür aber hart schuften müssen. Ohne Satz- oder Aufschlagverlust war er in das Match gegen Jo-Wilfried Tsonga gegangen und sah sich nach dreieinhalb Stunden als glücklicher Sieger.
Es war eine arbeitsreiche Spätschicht des Schweizers, der nach dem 7:6 (7:4), 4:6, 7:6 (7:4), 3:6, 6:3 das Halbfinale bei den Australian Open in Melbourne erreichte und dies zum zehnten Mal in Folge. "Es war von Beginn an ein hartes Match", so Federer bei atpworldtour.com. "Es hätten vier oder drei Sätze sein können, eine Niederlage war auch im Bereich des Möglichen."
Roger Federer kassiert ein erstes Break
Schon im ersten Satz kamen bei Federer vor 15.682 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena Gefühle auf, die er bisher nicht gekannt hatte. Zwar schaffte er ein frühes Break und ging mit 3:1 in Führung, musste dann aber seinen Aufschlag zum 3:3 abgeben - das hatte es im gesamten Verlauf des Turniers noch nicht gegeben. Im Tiebreak behielt Federer die Nerven, bevor sein Spiel auf einmal durch Fehler belastet wurde.
Solche Fehler ließen Tsonga erneut ein Break schaffen und den zweiten Satz gewinnen. Es war ein Duell auf der vielzitierten Augenhöhe. Federer bewies erneut Nervenstärke, als er im Tiebreak des dritten Satzes mit einer starken Rückhand den Grundstein für die 2:1-Satzführung legte, bevor Tsonga, der fünf von neun Breakchancen nutze, den vierten Satz klar für sich entschied.
Im entscheidenden Satz waren es wieder die Nerven, die letztendlich den Sieg brachten. Federer schaltete einen Gang hoch, zog davon und Tsonga konnte nicht folgen. Ein Break zum 3:1 brachte die Vorentscheidung und obwohl der Franzose noch einige Matchbälle abwehren konnte, agierte Federer fehlerlos und beendete das Match nach 3:34 Stunden und dem fünften Matchball.
Roger Federer nun gegen Andy Murray
"Ich war das gesamte Match über vollkonzentriert", meinte Tsonga nach dem verlorenen Viertelfinale und hatte sich wenig vorzuwerfen. "Er hat sehr aggressiv und im fünften Satz nahezu fehlerfrei gespielt. Das hat letztendlich den Unterschied ausgemacht. Ich habe mein bestes Tennis gezeigt und kann stolz sein, aber eben nicht glücklich."
Federer trifft im Halbfinale nun auf Andy Murray, gegen den er tatsächlich eine negative Matchbilanz vorliegen hat. Murray setzte sich mühelos mit 6:4, 6:1, 6:2 gegen Jeremy Chardy durch und hat zehn von 19 Matches gegen Roger Federer gewonnen allerdings ist Federer bei Grand Slam-Turnieren noch ohne Niederlage gegen den Briten.
"Aber daran werde ich nicht denken, wenn ich auf ihn treffe", meinte Federer. "Denn er hat mich oft geschlagen - öfter, als ich ihn. Dennoch mag ich die Matches gegen ihn und viele waren sehr eng. Aber bei den Grand Slams habe ich häufig gute Spiele gegen ihn gezeigt, wenn es um etwas ging. Wir werden sehen, ob ich das erneut schaffen kann."
