Robert Stieglitz wurde von Arthur Abraham besiegt. "Der König ist tot, es lebe der König", so die Franzosen einst. Arthur Abraham hatte als König schon ausgedient, nun hat er sich durch eine tolle Taktik und harte Schläge zurück auf den Weltmeisterthron im Boxen gekämpft.
Arthur Abraham hat das Comeback geschafft. Er besiegte WBO-Titelträger Robert Stieglitz und ist nun erneut Weltmeister. Im Dezember 2005, also vor sieben Jahren wurde Abraham gegen Kingsley Ikeke Weltmeister im Mittelgewicht nach Version der IBF. Im Juni 2009 verteidigte er diesen Titel zum letzten Mal. Er stieg auf ins Supermittelgewicht und wollte im Rahmen des Super Six-Turniers für Furore sorgen. Der erste Kampf startete verheißungsvoll. Abraham siegte durch einen spektakulären Knock Out in der 12. Runde gegen den in die Jahre gekommenen Ex-Weltmeister Jermaine Taylor.
Ist Abraham Weltspitze, oder Deutschlands Spitze?
Danach ging es steil bergab. Abraham verlor gegen Andre Dirrell, Carl Froch und Andre Ward. Abraham war am Boden. Seine beiden Aufbaukämpfe gegen No-Names gewann er, ohne zu glänzen. Nun das wahre Comeback gegen Robert Stieglitz. Arthur Abraham hörte endlich auf seinen Trainer und befolgte die Taktik, mehr durch die Mitte zu kommen und es nicht mit wilden Schwingern über die Außen zu versuchen. Robert Stieglitz zeigte sich sichtlich beeindruckt von den harten Schlägen seines Gegners. Trainer Ulli Wegner wusste, dass war Arthurs letzte Chance und er hat sie genutzt.
"Wenn er das vergeigt hätte, hätte ich auch keinen Rat mehr gewusst", sagte Ulli Wegner laut focus.de. "Wenn Arthur sein Leistungsvermögen abruft, gehört er zur absoluten Weltspitze. Wir haben wieder einen würdigen Weltmeister." Da Robert Stieglitz allerdings ein Schatten seiner selbst war, darf man über die wahre Leistungsfähigkeit von Abraham weiter rätseln. Zu krass war er bei seinen Niederlagen gegen Ward und Froch der wahren Weltspitze unterlegen.
Robert Stieglitz enttäuschte auf ganzer Linie
Manager Wilfried Sauerland konstatierte dennoch glücklich: "Der Druck war sehr groß nach den nicht erfreulichen Leistungen. Arthur ist zurück jetzt können wir auf viele schöne Kämpfe hoffen." Für Robert Stieglitz war es ein Abend zum Vergessen. "Ich habe die falsche Taktik geboxt, es war nicht mein Abend. Mein Auge war zugeschwollen, es lief alles schief", so Stieglitz laut ARD.
Der Techniker zeigte sich ungenau und fahrig. Er verschwendete seiner Energie damit, Abrahams Deckung zu bearbeiten und kam ab der vierten Runde nicht mehr in den Kampf. Stieglitz soll sich nun auskurieren, dann könnte es einen Rückkampf geben, so ist es zumindest vertraglich vereinbart. "Wieder hinten anstellen ist Quatsch. Wir haben einen Deal", sagte Stieglitz-Promoter Ulf Steinforth laut focus.com.
Wird Felix Sturm der nächste Abraham-Gegner?
Wilfried Sauerland möchte, dass Abraham gegen Felix Sturm boxt. Der ist allerdings in einer anderen Gewichtklasse aktiv, ist bei einem anderen Fernsehsender unter Vertrag und kein preiswerter Gegner. "Ein Kampf gegen Felix Sturm ist ein Problem der Finanzen und der Sender, aber wir werden Felix Sturm ein Angebot machen", kündigte Wilfried Sauerland bei der ARD an.
Am Ende herrschte beste Stimmung bei Sauerland und Co. Ulli Wegner hatte Arthur in der Rundenpause sogar gelobt, "der hat doch Schiss vor dir", hatte der Trainerfuchs erkannt. Arthur Abraham tat das Lob nach den vielen Provokationen der letzten Kämpfe seitens des Trainers gut und er rief: "Ich will, dass Du Dich an das hier erinnerst!"
