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1. Robert Harting im Interview nach seinem Olympiasieg
Datum: 08. August 2012, 12:33 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa
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Olympia neigt sich dem Ende zu. Sollten die Sommerspiele drei Wochen dauern?
Ja! Warum muss dieses Fest des Sports schon zu Ende sein?
Zwei Wochen sind genau richtig.
Seid Ihr wahnsinnig? Ich bin mit meinen Kräften am Ende.
Olympia interessiert mich ohnehin nicht, ob zwei Wochen oder zehn.

Robert Harting im Interview nach seinem Olympiasieg

Robert Harting lief beim Jubeln einen Hürdenlauf
Robert Harting lief beim Jubeln einen Hürdenlauf

Nach zwölf Jahren hat wieder ein deutscher Leichtathlet Gold gewonnen. Im Interview spricht Robert Harting über den Wettkampf, seine Emotionen beim Gewinn der Goldmedaille und wie es zu dem spektakulären Hürdenlauf nach seinem Sieg im Diskuswerfen kam.

Zwölf Jahre war es her gewesen, dass Deutschland in der Leichtathletik zuletzt eine Goldmedaille gewonnen hatte. Damals, bei Olympia 2000 in Sydney, hatte Heike Drechsler im Weitsprung gewonnen. In London beendete Robert Harting nun die Durststrecke der Athleten: Er siegte im Diskuswerfen, sprintete vor Freude über ein paar Hürden und zeriss sich sein Trikot. Im Interview stand der Goldgewinner Rede und Antwort.

Sie sind als der große Favorit in das Diskus-Finale gegangen. Warum haben sie es so spannend gemacht?

"Ich habe es nicht spannend gemacht, sondern der britische Kampfrichter. Man hat gesehen: Den ersten Wurf wollte ich nicht werfen, weil die 800 Meter anstanden. Ich musste trotzdem ran und beim zweiten Wurf waren die Leute so laut, ich konnte nicht denken. Beim dritten musste ich meine Scheibe im Ring ablegen, weil der Kampfrichter meinte, das Handtuch liege zu dicht am Ring. Es sind drei Würfe im olympischen Finale, da sind die Hälfte der Würfe weg, da ist es schwer in den Wettkampf reinzukommen."

Neben dem Deutschland-Achtern und den Reiter galten sie als der Topfavorit auf den Olympiasieg. Wie haben Sie diesen Erfolgsdruck empfunden?

"Ich bin jetzt extrem befreit. Druck war nichts Neues für mich. Aber in der Form, in der Dimension, in der Intensität war es schon sehr neu. Ich wusste aber auch, was ich kann, dass ich gut in Form bin und wenn ich einen erwische, dann haben es die anderen schwer."

Erst im fünften Versuch ist Ihnen die Siegerweite von 68,27 Meter gelungen. Wie haben Sie sich dafür motiviert?

"Der Este Gerd Kanter hat mit seinen 68,03 Metern die Initialzündung für mich gegeben. Da wurde ich endlich wach. Irgendetwas muss ich nun mal machen."

Jetzt sind Sie Olympiasieger. Ist das auch eine Befreiung?

"Das war so ein hartes Jahr. Es ist ein wunderschöner Moment, es hat sich viel gelohnt, das Beißen und Kämpfen. Schön das die Belohnung nun da ist. Ich habe alles getan. Ich bin erstmal sehr zufrieden und freue mich auf die nächsten Tage als Welt- und Europameister und Olympiasieger."

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