Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo vertraut darauf, dass die FIA in der Reifentest-Affäre um Mercedes und Reifenlieferant Pirelli ein angemessenes Urteil findet. Eine leichte Stichelei gegen Mercedes konnte sich der 65-Jährige allerdings nicht verkneifen.
"Wir haben in dieser Sache vollstes Vertrauen in die FIA", sagte di Montezemolo bei der Eröffnung des neuen Ferrari-Museums in Maranello: "Ich möchte das nicht kommentieren, aber ich stelle mit Genugtuung fest, dass die FIA diesem Vorfall mit aller Sorgfalt nachkommt."
Eine Spitze gegen Mercedes und Pirelli, die nach dem Barcelona Grand-Prix Mitte Mai umstrittene Reifentests mit einem 2013er Boliden durchgeführt hatten, konnte sich di Montezemolo allerdings nicht verkneifen: "Lasst uns hoffen, dass jeder Versuch das Reglement zu umgehen verfolgt und bestraft wird, oder besser bestraft und dann verfolgt."
Mercedes und Pirelli müssen sich am 20. Juni vor dem erstmals einberufenen FIA-Tribunal für die Tests während der Saison verantworten. Probefahrten mit den aktuellen Boliden sind seit 2009 verboten. Eine Ausnahmereglung im Vertrag mit der FIA erlaubt es Pirelli zwar Testfahrten zu absolvieren, wenn allen Teams zuvor das Angebot unterbreitet wurde. Bisher ist allerdings nur von Ferrari, Red Bull und Mercedes bekannt, dass sie eine solche Offerte erhalten hatten.
Di Montezemolo fordert Top-Startplätze
Auch für seinen eigenen Rennstall hatte der Ferrari-Präsident ein paar Worte übrig. Für die weitere Formel-1-Saison forderte di Montezemolo Fortschritte: "Wir wissen was wir zu tun haben, um Rennen zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass wir bis zum letzten Grand Prix wettbewerbsfähig sein werden."
Das größte Steigerungspotenzial sieht der 65-Jährige dabei im Qualifying: "Wir brauchen nicht unbedingt immer einen Super-Samstag. Ein normaler, an dem ein Auto bequem in die ersten beiden Startreihen fährt, würde mir bereits reichen. Schließlich kann man auch von dort Rennen gewinnen." Das gelang Vizeweltmeister Fernando Alonso bisher aber nur in drei von sieben Saisonrennen.
In der laufenden Formel-1-Saison belegt Ferraris Top-Pilot mit zwei Siegen den zweiten Platz in der Fahrerwertung hinter Sebastian Vettel. In der Konstrukteurswertung liegt die Scuderia ebenfalls auf Rang zwei hinter dem Vettel-Rennstall Red-Bull-Racing.
Autor: Marco Heibel
