Der Reifenstreit geht weiter
Obwohl Sebastian Vettel seine WM-Führung in der Formel 1 durch den Start-Ziel-Sieg beim Großen Preis von Kanada in Montreal ausbauen konnte, holte der dreimalige Weltmeister nach dem Rennen erneut zum Rundumschlag gegen Reifenhersteller Pirelli aus. Die Italiener schlugen jedoch prompt zurück. "Die Kritik, die wir in der Vergangenheit geäußert hatten, richtete sich nicht gegen die Performance der Reifen, sondern gegen die Sicherheit", sagte der Red-Bull-Pilot nach dem Rennen und fügte damit seinen Missbilligungen gegen die aktuellen Formel-1-Reifen ein weiteres Kapitel hinzu.
Hembrey: Red Bull jammert auf hohem Niveau
Pirelli Motorsportdirektor Paul Hembery quittierte die neuerliche Kritik des 25-Jährigen gegenüber Autosport mit Unverständnis: "Andere Teams hätten vielleicht Grund, sich zu beschweren. Aber sie führen in der Meisterschaft und beklagen sich immer noch." Die Italiener hatten zuletzt immer wieder betont, dass selbst durch das Ablösen der Lauffläche kein Sicherheitsrisiko gegeben sei, weil die Reifen ihren Luftdruck behalten. Hembery findet die von Vettel geäußerte Kritik deshalb "nicht hilfreich". Der Brite zeigte sich verblüfft von der Pace des Red-Bull-Renault trotz der angeblichen Schwäche der Reifen: "Sie waren sehr stark. Einige Kommentare sind schwer nachzuvollziehen, wenn man auf ihre Performance schaut." Durch seinen dritten Sieg im siebten Rennen der Saison konnte Vettel seine Führung in der Fahrerweltmeisterschaft vor Fernando Alonso auf 36 Punkte ausbauen. In der Konstrukteurswertung liegt Vettels Red-Bull-Renault-Team sogar 56 Zähler vor der Scuderia Ferrari.Autor: Marco Heibel
