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Datum: 21. Februar 2013, 19:53 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Erst wenn der Spieler mit neuem Trikot in der Hand da steht, ist das eine Meldung wert.
Die Gerüchte gehören nun mal zum Geschäft, aber ich lese nur die Überschriften.

Real Madrid und FC Barcelona nach der Champions League wieder im Liga-Alltag

Lionel Messi,FC Barcelona
Messi umringt von Mailändern

Am 25. Spieltag in der Primera Division will sich der FC Barcelona den Frust von der Seele spielen. Real Madrid will sich beim Tabellenletzten Deportivo La Coruna keine Blöße geben.

Offiziell hat man bei Real den Meisterkampf zwar noch nicht zu den Akten gelegt, doch angesichts von 16 Punkten Rückstand auf den FC Barcelona kann es in der Liga allenfalls noch darum gehen, Lokalrivale Atletico (vier Punkte Differenz) von Rang zwei zu verdrängen. Im Großen und Ganzen dürfte Real das Spiel also dazu nutzen, sich für die Champions League und den "Clasico" im Halbfinal-Rückspiel der Copa del Rey am kommenden Dienstag einzuspielen. Und vielleicht geht es ja auch ein wenig darum, an der Mannschaft der Zukunft zu basteln.

Bald wieder mehr Spanier bei Real Madrid?

Präsident Florentino Perez hat nämlich nach Angaben der "AS" eine "Spanianisierung" der Mannschaft gefordert. Neben der Rückholaktion von Daniel Carvajal (Bayer Leverkusen) und der Verpflichtung von Malagas Mittelfeldstar Isco wünscht sich Perez, künftig wieder mehr Eigengewächse im Dress der Madrilenen zu sehen. Einige von ihnen könnten gegen das Schlusslicht aus Galizien durchaus eine Chance erhalten, zumal Trainer Jose Mourinho gerade Gonzalo Higuain und Marcelo zu Sonderschichten verdonnert hat – nach Angaben der "Marca" wegen Übergewichts – und Stürmer Karim Benzema zuletzt hinter Alvaro Morata nur zweite Wahl war. Nachwuchsstürmer Jese Rodriguez, der für Reals zweite Mannschaft in dieser Saison 13-mal  getroffen hat, meldete sich in der "Marca" zu Wort und forderte eine Chance: "Wenn sie nicht kommt, werde ich mich umschauen." Ob Mourinho ihn gegen La Coruna ran lässt? Definitiv nicht auflaufen werden Keeper Iker Casillas (Handbruch) und Innenverteidiger Sergio Ramos (Gelb-Rot-Sperre).

Deportivo La Coruna vor Abstieg

Der ehemalige spanische Meister und einstige Champions-League-Dauergast aus dem Norden kämpft derzeit ein scheinbar aussichtsloses Gefecht um den Klassenerhalt. Nach fünf Ligapleiten in Folge ist der Abstand zum rettenden 17. Tabellenplatz bereits auf acht Punkte angewachsen. Neu-Trainer Fernando Vazquez, erst seit dem 11. Februar im Amt, ist so etwas wie die letzte Patrone. Die Mannschaft ist mit Namen wie Carlos Marchena, Manuel Pablo und Juan Carlos Valeron zwar klangvoll besetzt – ihr Problem ist jedoch, dass diese Herren die 30 längst überschritten haben.

 

FC Barcelona nach Champions-League aus gegen Sevilla

Beim Tabellenführer herrscht trotz des großen Vorsprungs in der Liga Katerstimmung. Zum dritten Mal in fünf Jahren droht sich die vermeintlich beste Mannschaft des Kontinents in der Champions League an einem extrem defensiv eingestellten, aber sehr gut organisierten Gegner die Zähne auszubeißen. Das 0:2 von Mailand hat in der spanischen Presselandschaft jedenfalls eine Art Erdbeben ausgelöst: "Marca" erklärte das San Siro zum "Haus des Schreckens", "AS" sprach von "selbstbewussten Mailänder Gaunern", die ein "unschuldiges Barca" ausgetrickst hätten. Abwehrchef Piqué räumte gegenüber "Marca" sogar ein, dass man "vielleicht nicht so gut ist, wie alle sagen." Kurzum: Barcelona ist wenige Tage vor dem "Clasico" im Pokal und drei Wochen vor dem Rückspiel gegen Milan im Schockzustand und droht in kürzester Zeit zwei Titel zu verspielen. Allein Interimstrainer Jordi Roura versprüht auf "fcbarcelona.com" (Zweck-)Optimismus: "Es ist ein schlechtes Ergebnis. Aber wir sind überzeugt, das Duell zu Hause drehen zu können."

 

Sevilla nur vor eigenem Publikum stark

Der frühere UEFA-Cup-Sieger aus Sevilla kommt in dieser Saison nicht richtig in die Gänge und belegt nach knapp zwei Dritteln der Saison nur den zehnten Tabellenplatz, was vor allem an der eklatanten Auswärtsschwäche der Mannschaft von Unai Emery liegt: Bei zwölf Anläufen in der Fremde gelang den Andalusiern nur ein Sieg. Beim heimstarken Tabellenführer (elf Spiele, zehn Siege, ein Unentschieden) sollte daher auf dem Papier wenig zu holen sein. Zumal Sevillas größte Aussicht, in der kommenden Saison international zu spielen, in einem Finaleinzug in der Copa del Rey liegt. Dort empfängt die Mannschaft des langzeitverletzten deutschen Ex-Nationalspielers Piotr Trochowski am kommenden Mittwoch Atletico Madrid, das mit einer 2:1-Führung in dieses Rückspiel geht. Sevillas Stürmerstar Alvaro Negredo (zehn Saisontore) gibt dennoch einen Sieg im Camp Nou als Zielsetzung aus. Auf der Homepage des Vereins kündigt der 27-Jähige an, alles für die drei Punkte zu tun, auch wenn "Barcelona dafür schon einen schlechten Tag haben muss und wir einen super Job machen müssen." Zuversicht schöpft Negredo vor allem aus dem frischen Wind, der durch den Trainerwechsel von Michel zu Emery im Januar eingekehrt sei: "Mit Unai hat sich unsere gesamte Haltung als Mannschaft gewandelt."

Atletico Madrid gegen Espanyol Barcelona

Anders als bei Real und Barcelona ist die Konzentration bei Atletico Madrid voll auf die Liga ausgerichtet. Untrügliches Zeichen: Trainer Diego Simeone verzichtete für das Sechzehntelfinalrückspiel des Titelverteidigers in der Europa League gleich auf ein halbes Dutzend Stammkräfte und schied trotz des 1:0 aus, da man das Hinspiel mit 0:2 verloren hatte. Das ist ein deutlicher Fingerzeig, dass Atletico die Sicherung der direkten Champions League-Qualifikation wichtiger ist, als ein dritter Sieg in der Europa League binnen vier Jahren. Freilich kann sich die Mannschaft beim Blick auf die Tabelle durchaus sicher fühlen: Elf Punkte beträgt der Vorsprung auf den viertplatzierten FC Malaga. Allerdings sind die Andalusier von der UEFA aufgrund von Verstößen gegen das Financial Fair Play ohnehin für die kommende Europapokal-Saison gesperrt, sodass Atletico de facto ein 13 Punkte dickes Polster auf Valencia und den Qualifikationsplatz hat.

Atletico heimstark, Espanyol formstark

Auch wenn sich Atletico zuletzt den einen oder anderen Ausrutscher geleistet hat, ist die Mannschaft vor allem zuhause eine Macht: Zwölf Heimspiele, zwölf Heimsiege hat kein anderes Team in der Primera Division zu bieten. Dennoch sollte die Simeone-Elf auf Espanyol aufpassen. Seit dem 0:4 am 6. Januar im Derby gegen den FC Barcelona ist man ungeschlagen, holte stolze 16 Punkte aus den letzten sechs Spielen und hat sich in kürzester Zeit mehr oder weniger aller Abstiegssorgen entledigt. Erfolgstrainer Javier Aguirre warnt dennoch, dass 31 Punkte und elf Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz noch kein Ruhekissen seien: "Wir können uns noch nicht zurücklehnen. Vielmehr müssen wir noch härter arbeiten."

Autor: Marco Heibel

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