Hämische Gesänge mussten sich Profis, aber auch vor allem die Fans des Hamburger SV nach der Niederlage bei Fortuna Düsseldorf anhören. Zu allem Übel kommt noch die Verletzung von Rafael van der Vaart. sportal.de über die aktuelle Situation beim HSV.
Eine gute Viertelstunde vor dem Schlusspfiff erhoben sich am Freitag große Teile des Düsseldorfer Publikums und bedachten den mitgereisten Anhang des Hamburger SV mit einem bissigen Gesang. ''Keine Punkte, keine Fahnen, HSV'', hallte es lautstark durch die Arena und trieb den Schmerz noch tiefer in die ohnehin schon gequälten hanseatischen Seelen.
Der HSV hatte an diesem Abend nicht nur ein Spiel verloren, sondern sehr viel mehr. Die Ultras des Vereins hatten sich schon vor dem Anpfiff mit einer Pyro-Show, die außer Kontrolle geriet und von der Feuerwehr gelöscht werden musste, blamiert und mehrere Banner in Brand gesteckt. Darunter jenes, welches die Hauptgruppe Chosen Few seit über zehn Jahren in deutschen Stadien zeigt.
Auch sportlich gab es einen herben Rückschlag, denn mit Rafael van der Vaart verletzte sich der Schlüsselspieler und wird wegen eines Muskelfaserrisses mehrere Wochen ausfallen. Wenig Schlaf kam obendrein noch dazu: In der Nacht nach dem Spiel wurden die HSV-Profis in ihrem Düsseldorfer Hotel von einem Fehlalarm aus den Betten getrieben.
Hämische Gesänge beim FC St. Pauli
Am Sonntag hörte man dann in den Kneipen St. Paulis immer wieder Gesänge und Kommentare, in denen hämisch die Ereignisse rund um den ungeliebten Ortsrivalen verarbeitet wurden. Da geriet der 4:1-Sieg der Braun-Weißen über den MSV Duisburg teilweise sogar in den Hintergrund. Für den Hamburger SV ist das kein gutes Zeichen.
Schon am Dienstag geht es gegen den Tabellendritten Schalke 04. Ohne Rafael van der Vaart hat die Mannschaft in dieser Saison noch kein Tor geschossen, geschweige denn einen Punkt geholt. Doch der Niederländer ist nicht der einzige Ausfall, der Trainer Thorsten Fink Sorge bereitet. Ausgerechnet sein bester Torschütze Heung-Min Son muss ebenso aufgrund einer Oberschenkelzerrung passen.
Beim HSV lief in Düsseldorf nur wenig zusammen. Gegen harmlose Gastgeber präsentierte sich das Team spätestens nach der Verletzung Van der Vaarts einfallslos und kam so gut wie nie im Strafraum des Gegners zu einem Abschluss. Die Mannschaft ist zu abhängig vom Niederländer. Mit fünf Vorlagen und einem selbst erzielten Tor ist er an der Hälfte aller Hamburger Treffer beteiligt. Der erst nach Saisonbeginn verpflichtete Van der Vaart sollte das Team und damit auch seine Mitspieler und deren Marktwerte auf ein höheres Niveau zu heben.
Die Abhängigkeit von Rafael an der Vaart
Das gelang nur teilweise. Die Hamburger stehen mit 17 Zählern zur Zeit zwar auf Rang zehn im gesicherten Mittelfeld. Doch viele dieser Punkte wurden sehr glücklich geholt, entweder dank einer in diesen Partien hervorragenden Chancenverwertung und/oder den herausragenden Qualitäten des Schlussmanns Rene Adler. So konnten Heimspiele gegen Hannover und Dortmund höchst glücklich gewonnen werden, gegen Mainz 05 half der Schiedsrichter entscheidend.





