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Datum: 19. Januar 2013, 12:04 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sid/ma
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Philipp Kohlschreiber ohne Chance gegen Milos Raonic

Kohlschreiber,Tennis
Philipp Kohlschreiber hatte große Probleme und verlor

Nach dem glatten 6:7, 3:6, 4:6 gegen Milos Raonic war Philipp Kohlschreiber sichtlich ratlos. Er war zu keinem Zeitpunkt des Matches auf Touren gekommen, agierte harmlos und hatte gegen das Kraftpaket aus Kanada vor allem ein Problem: "Ich habe sein Service viel zu wenig lesen können."

Wie zur Bestätigung dieses Fazits hatte Raonic das Match nach 1:52 Stunden auch mit einem Ass beendet - seinem insgesamt 23. gegen Kohlschreiber, der sich vom Aufschlag-Feuerwerk des Kanadiers am Ende völlig entnervt zeigte. "Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Spiel bewerten soll. Es gab kein Konzept, das war einfach nur Kraft", klagte er. Tja, die braucht man nun einmal in der dritten Runde unter sengender Sonne in Australien.

Doch Kohlschreiber hatte sie nicht, zudem zwickte auch die rechte Schulter. "Außerdem war ich ein bisschen müde", meinte Kohlschreiber, der letzte Woche noch im Finale des ATP Turniers von Auckland gestanden hatte. Allerdings hatte auch Raonic in den letzten Tagen mit Problemen zu kämpfen gehabt. Fieber hatte den Kanadier geplagt, trotzdem konnte Kohlschreiber das Match nur im ersten Satz ausgeglichen gestalten. Zu Beginn des zweiten Satzes ließ er sich dann allerdings gleich zweimal von Raonic das Service abnehmen.

Das war die halbe Miete zur 2:0-Satzführung, weil der Deutsche in der Folge bei Service seines Gegners überhaupt kein Land mehr sah. Die endgültige Entscheidung fiel, als Kohlschreiber dann auch in Durchgang drei seinen Aufschlag zum 2:3 abgeben musste. Der Aufschlag war ein Schlüssel zum Raonic-Sieg, die Zahl der Winner der zweite. Raonic gelangen insgesamt 44 direkte Gewinnpunkte bei allerdings auch 38 Unforced Errors, doch unter dem Strich war die Bilanz positiv. Kohlschreiber spielte dagegen nur 19 Winner bei 28 unerzwungenen Fehlern.

Chardy schaltet del Potro aus, Murray und Federer locker weiter

Insgesamt war das Drittrundenaus von Kohlschreiber bei den Australian Open allerdings keine große Überraschung - anders als der Sieg von Jeremy Chardy über den immerhin an Nummer sechs gesetzten Juan Martin del Potro. Der favorisierte Argentinier hatte zwar zwischenzeitlich einen 0:2-Satzrückstand noch egalieren können, musste sich dem Franzosen in einem hartumkämpften Match über die volle Distanz am Ende doch mit mit 3:6, 3:6, 7:6, 6:3, 3:6 geschlagen geben.

Locker ins Achtelfinale marschierte dagegen der britische US-Open-Sieger Andy Murray durch ein 6:3, 6:4, 7:5 über den Qualifikanten Ricardas Berankis. Der Litauer hatte in der Runde zuvor Florian Mayer (Bayreuth) glatt in drei Sätzen bezwungen. Genauso glatt entledigte sich Roger Federer seiner Drittrundenaufgabe Bernard Tomic. Der Lokalmatador hatte vor der Partie gegen den Schweizer einige große Töne gespuckt, bekam aber am Ende recht deutlich mit 6:4, 7:6, 6:1 deutlich die Grenzen aufgezeigt.

Obwohl er im zweiten Satz großes Tennis zeigte, fehlte letztlich die Konstanz, um Federer gefährden zu können. Der Schweizer entschuldigte sich hinterher beim Publikum noch dafür, ihren Lokalmatador geschlagen zu haben. "Es ist nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung, die Hoffnungen der Gastgeber rauszuwerfen", erklärte er im Siegerinterview.