Die Pittsburgh Penguins haben es in den NHL-Playoffs verpasst, gegen die Ottawa Senators eine Vorentscheidung zu fällen und verloren in der zweiten Verlängerung mit 1:2. Dabei hatten die Pens 29 Sekunden vor Spielende noch geführt.
Ottawa Senators - Pittsburgh Penguins 2:1 2OT (0:0, 0:1, 1:0, 1:0) - Serie: 1-2
Tore: 0:1 Kennedy (39.), 1:1 Alfredsson (60./SH), 2:1 Greening (88.)
Den Pens fehlten am Ende nur 29 Sekunden zu einer klaren 3-0-Serienführung und der Möglichkeit, den Sack schon in Spiel 4 am Mittwoch per Sweep zuzumachen. Nachdem Tyler Kennedy Pittsburgh kurz vor Ende des zweiten Drittels nach Assist von "Ottawa-Liebling" Matt Cooke mit seinem 2. Playoff-Tor in Führung gebracht hatte, schien es so, als würden die Gäste den knappen Vorsprung über die Zeit bringen.
Zumal Ottawas Star-Defender Erik Karlsson 1:27 Minuten vor Schluss auch noch wegen Stockschlags auf die Strafbank musste und ein Comeback immer unrealistischer wurde. Aber die Sens versuchten noch einmal alles, nahmen Craig Anderson (49 Saves) vom Eis und kamen tatsächlich noch mit einem Shorthander zum Ausgleich. Ex-Penguin Sergei Gonchar brachte den Puck ins Angriffsdrittel, Milan Michalek spielte einen perfeken Pass vors Tor - und Daniel Alfredsson netzte ein!
Im Anschluss hatten dann beide Teams in 28 sensationellen OT-Minuten mehrfach die Chance, das Spiel zu entscheiden. In der ersten Overtime waren die Pens nahe am Sieg, als Pascal Dupuis nur den Pfosten traf, in der zweiten Overtime hatten dann die Sens das bessere Ende für sich. Nach einem Schuss von Andre Benoit bekam Colin Greening den Rebound und überwand Tomas Vokoun (46 Saves) per Backhander zum Game-Winner.
Für Greening war es der große Höhepunkt eines Abends, der unglücklich begonnen hatte. Der Stürmer hatte früh im Spiel einen Stock ins Gesicht bekommen und musste mit sechs Stichen genäht werden. Für Vokoun (4-1) war es die erste Niederlage, seit er Marc-Andre Fleury als Starter ablöste. Ein Schlüssel zum Sieg der Sens war zweifellos ihr Penalty Killing. Das so überragende Power Play der Pens wurde diesmal gestoppt (0/6), Pittsburgh ließ sogar eine 5:3-Chance ungenutzt. Was zu einem Großteil an einem sensationellen Anderson im Tor der Sens lag.
Anfang des zweiten Drittels parierte er erst grandios gegen Sidney Crosby, dann hielt er auch wenig später einen Hammer von Evgeni Malkin. Der Russe, der im Spiel insgesamt 10 Schüsse abfeuerte, schlug danach frustriert mit seinem Schläger aufs Eis. Bei den Sens feierte Star-Center Jason Spezza, der wegen einer Rückenverletzung seit Ende Januar kein Spiel mehr bestritten hatte, sein Comeback. Spezza spielte in einer Reihe mit Michalek und Cory Conacher und wurde von den Fans im Scotiabank Place mit Sprechchören begrüßt.
Die Pens haben jetzt bis Mittwoch Zeit, darüber nachzudenken, wie sie dieses Spiel noch aus der Hand geben konnten. "Natürlich ist es enttäuschend, aber wir werden zurückkommen", sagte Crosby.
Autor: Florian Regelmann
